Live-Blog Litauen: Das Finale von „Pabandom iš naujo! 2022“

Augustė Vedrickaitė – Foto lrt.lt

Ganze sechs Wochen läuft die litauische ESC-Vorentscheidung „Pabandom iš naujo! 2022“ schon und heute Abend ist es endlich soweit: wir werden erfahren, wer Litauen beim ESC in Italien vertreten wird. Nach drei Vorrunden und zwei Halbfinals findet heute das Finale von „Pabandom iš naujo! 2022“ statt, in dem acht Acts um das Ticket nach Turin kämpfen.

Diese acht Acts treten im Finale an:

  • Augustė Vedrickaitė – „Before You’re 6ft Under“
  • Gebrasy – “Into Your Arms“
  • Ieva Zasimauskaitė – „I’ll Be There“
  • Justė Kraujelytė – “How to Get My Life Back“
  • Lolita Zero – “Not Your Mother“
  • Monika Liu – „Sentimentai“
  • Queens of Roses – “Washing Machine“
  • Rūta Loop – „Call Me from the Cold“

Die genaue Startreihenfolge wurde bisher noch nicht veröffentlicht, falls sie heute im Laufe des Tages bekannt gegeben wird, reichen wir sie nach.

Studioversionen der Lieder findet ihr hier und hier oder in unserer Spotify Playlist, die Videos der Liverauftritte aus den Halbfinales haben wir hier und hier zusammengetragen.

Wie in den Runden zuvor obliegt das Voting zu 50% den Zuschauern zu Hause und zu 50% einer Jury. Die Zuschauer können bis zu 5-mal anrufen oder eine SMS senden. Teile der Votinggebühren von 0,60€ werden genutzt, um die Kosten der Inszenierung beim ESC mitzufinanzieren. Die Jury setzt sich aus Juroren zusammen, die wir schon aus den vorigen Shows kennen: Ramūnas Zilnys (Musik-Chefredakteur von LRT), Gerūta Griniūtė (Moderatorin von LRT-Fernseh- und Radiosendungen), Vytautas Bikus (Komponist und Musikproduzent), Stanislavas Stavickis-Stano (Komponist und Musikproduzent), Aistė Smilgevičiūtė (Pop- und Folk-Sängerin, ESC-Teilnehmerin 1999), Ieva Narkutė (Sängerin und Komponistin) und dem Frontman von „The Roop“ Vaidotas Valiukevičius.

In nachfolgender Blitzumfrage könnt Ihr bis zum Beginn der Show gerne noch einmal abstimmen, wer heute Abend gewinnen sollte. In den Umfragen zum ersten und zweiten Halbfinale lagen Lolita Zero und Monika Liu vorne, im Finale werden die Karten aber noch einmal neu gemischt.

Blitzumfrage: Welcher Finalact aus "Pabandom iš naujo! 2022" sollte heute Abend gewinnen?

  • Lolita Zero – “Not Your Mother“ (33%, 39 Votes)
  • Monika Liu – „Sentimentai“ (30%, 36 Votes)
  • Rūta Loop – „Call Me from the Cold“ (13%, 16 Votes)
  • Ieva Zasimauskaitė – „I’ll Be There“ (8%, 9 Votes)
  • Gebrasy – “Into Your Arms“ (5%, 6 Votes)
  • Queens of Roses – “Washing Machine“ (5%, 6 Votes)
  • Justė Kraujelytė – “How to Get My Life Back“ (4%, 5 Votes)
  • Augustė Vedrickaitė – „Before You’re 6ft Under“ (2%, 2 Votes)

Total Voters: 119

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Die litauische Vorentscheidung „Pabandom iš naujo! 2022“ ist in drei Vorrunden, zwei Halbfinals und ein Finale gegliedert. Insgesamt nehmen nach der Absage von Monika Linkytė und Artūras Aleksiejus-Alekas 34 Acts teil. Giedrius Masalskis, Ieva Stasiulevičiūtė und Richardas Jonaitis moderieren die Shows. Aus der ersten, zweiten und dritten Vorrunde haben sich jeweils sechs Acts für die zwei Halbfinals vorletzte und letzte Woche qualifiziert. Das heutige Finale erreichten schließlich acht Beiträge, zwei mehr als im vorigen Jahr. Neu in diesem Jahr ist zudem, dass der litauische Rundfunk allen Teilnehmern insgesamt rund 54.000€ zur Verfügung stellt, um die Kosten der Vorentscheidungsteilnahme zu decken und die Entwicklung der Bühnenshows zu unterstützen.

Das Finale von „Pabandom iš naujo! 2022“ wird vom litauischen Sender LRT von 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr (deutscher Zeit) übertragen. Einen Livestream findet Ihr auf der Seite von LRT oder auf dem offiziellen YouTube-Kanals des Senders. Wir werden das Finale im Live-Blog begleiten. Vor, während und nach der Sendung könnt Ihr die Geschehnisse unter diesem Beitrag kommentieren.

Labas vakaras! Herzlich Willkommen an alle, die mit mir an diesem zweiten Super-Samstag das litauische Finale verfolgen werden. Noch laufen die Nachrichten. Die Litauer sind offensichtlich hart im Nehmen und gehen auch zu dieser Jahreszeit in der Ostsee baden. Bei Minusgraden in der Nacht und einstelligen Temperaturen am Tag, wie der Wettbericht soeben verraten hat.

Es geht los. Das Intro von Pabandom iš naujo läuft und wir sehen die kurz die Künstler:innen von heute eingeblendet. Ich freue mich auf die Auftritte aller.

The Roop dürfen die Show eröffnen. „Discoteque“ ist und bleibt einfach einer der besten litauischen Beiträge. Nur schade, dass auch das Finale ohne Zuschauer ausgetragen wird. Das fällt besonders auf, wenn man das Lied schon live beim EC-Germany-Fantreffen erleben konnte.

Die Moderator:innen Giedrius und Ieva begrüßen uns und .erklären vermutlich das Abstimmungsverfahren Jetzt darf auch noch Moderator Richardas etwas sagen. Wenn man nichts versteht, wirkt das alles wie ganz schön langes Gerede. Jetzt wird die Jury vorgestellt. Ein Jurymitglied – Ramūnas Zilnys – wird nur per Kamerastream zugeschaltet. Ein Covid-Fall?

Endlich erfahren wir die Startreihenfolge:

  1. Lolita Zero – “Not Your Mother“
  2. Ieva Zasimauskaitė – „I’ll Be There“
  3. Rūta Loop – „Call Me from the Cold“
  4. Gebrasy – “Into Your Arms“
  5. Justė Kraujelytė – “How to Get My Life Back“
  6. Queens of Roses – “Washing Machine“
  7. Monika Liu – „Sentimentai“
  8. Augustė Vedrickaitė – „Before You’re 6ft Under“

Lolita gleich am Anfang. Das wirkt nicht wie Unterstützung einer der Favorit:innen. Zumindest eine Favoritin hier auf dem Blog, wo sie sogar knapp in der Abstimmung führt.

Lolita Zero – “Not Your Mother“

Visuell gibt der Auftritt natürlich richtig was her. Lolita steht als weiß-silbernes behorntes Wesen umgeben von silberglizernden Tänzern auf der Bühne. Unterlegt ist alles von einer coolen Elektronummer. Das wirkt sehr futuristisch und angenehm lasziv. Oh, ein deutsches „Eins, zwei, drei, vier“. Das lässt sofort an das andere silberne Glitzerwesen Verka Serduchka denken. Kein schlechtes Zeichen. Leider kommt live der Elektrosound nicht so gut rüber (was vielleicht aber auch nur am Stream und meinem Fernseher liegt). 8 von 10 Punkten.

Ieva Zasimauskaitė – „I’ll Be There“

Ieva versucht es noch einmal mit einer schlichten Ballade. Ich befürchte aber, sie wird es nicht noch einmal zum ESC schaffen. „I’ll be there“ ist leider etwas blass. Ohne Ievas interessante Stimmfärbung hätte man das Lied wahrscheinlich recht schnell wieder vergessen. Dazu wirkt für mich die Präsentation auch etwas uninspiriert. Ieva steht einfach nur so auf der Bühne und wackelt ihren Körper zum Takt hin und her. 4 von 10 Punkten.

Rūta Loop – „Call Me from the Cold“

Was Ieva an Inszenierung fehlte, zeigt Rūta Loop gleich zu Anfang: Ihr Gesicht wird erst nur von einem dünnen Lichtstrahl angestrahlt, dann erscheint ein 3D-Sternenhimmel, später eine Lichtfigur und ein Lichtkreis. Das sind alles ganz einfache, aber perfekt mit dem Lied abgestimmte Elemente. „Call Me from the Cold“ ist eine wirklich schöne Elektroballade, die etwas sehr Zerbrechliches hat. Bisher hatte ich Rūta noch gar nicht so auf dem Zettel, das hat mir jetzt aber gut gefallen. 7 von 10 Punkten.

Die (großteils sehr farbenfroh gekleidete) Jury gibt zum ersten Mal Kommentare zu den ersten drei Auftritten ab.

In Litauen liegt viel Schnee. Oder lag als Gebrasy seine Postkarte gedreht hat. Ich werde hier im bisher schneefreien Leipzig ganz neidisch.

Gebrasy – “Into Your Arms“

Auch Gebrasy präsentiert eine Ballade. Teilweise gefällt mir die gar nicht schlecht und Gebrasy erreicht mich streckenweise emotional. Ich mag seinen Falsettgesang auch sehr. Auf der anderen Seite wirkt er wie Ieva auf der Bühne aber auch etwas uninspiriert und der Song zieht sich zum Ende hin doch etwas. 6 von 10 Punkten.

Justė Kraujelytė – “How to Get My Life Back“

Justė hat ebenfalls einen elektronisch angehauchten Titel im Gepäck. Insgesamt wirkt das wie eine light light light Variante von Lolita Zero: Justė trägt ein leicht ungewöhnliches Lederoutfit mit Flachhut, dazu vier Tänzer. Der Sound wird etwas verzerrt. Mit ist der Song ein wenig zu repetitiv und unmelodisch. 3 von 10 Punkten.

Queens of Roses – “Washing Machine“

Endlich mal etwas Flotteres. Dazu eine coole synchrone Choreographie der drei Bandmitglieder inklusive synchronem Zopfschwingen. “Washing Machine“ ist nicht der absolute Überfliegersong, aber er geht schön nach vorne und es ist unterhaltsam zuzuhören und zuzuschauen. 7 von 10 Punkten.

Nach diesem Dreierblock dürfen die Jurymitglieder wieder ihre Meinung abgeben. Mir gefällt der gelbe Anzug von Vaidotas wirklich gut.

Werbung. Unter anderem für die europäische Kulturhauptstadt 2022 Kaunas. Und James Blunt tritt wohl in Litauen auf.

Monika Liu – „Sentimentai“

Monika schafft es mich zu fesseln. „Sentimentai“ ist ein wirklich erstaunliches Stück. Eigentlich ist es recht sparsam arrangiert, dafür aber durch verschiedene Soundeffekte extrem abwechslungsreich und der Grundbeat hat etwas Hypnotisch-Einsaugendes. Monika strahlt etwas sehr Unnahbares, Erhabenes aus. Aber das meine ich hier absolut positiv, es verleiht dem Stück noch einen interessanteren Anstrich. 10 von 10 Punkten.

Augustė Vedrickaitė – „Before You’re 6ft Under“

Der einzige Song, der vom Genre her so richtig heraussticht, die anderen hatten ja doch fast alle einen Elektroeinschlag. Das hat sich hier aber im Gegensatz zu Deutschland einfach ergeben, das litauische Ausgangsstarterfeld war schon abwechslungsreich. „Before You’re 6ft Under“ ist eine kraftvolle Poprocknummer. Augustė und ihre Band geben alles auf der Bühne. Der Song hat Power und ist auch recht eingängig. 7 von 10 Punkten.

Die Jury kommentiert den letzten Zweierblock.

Wenn ich Mitglied der litauischen Jury wäre, würden meine Punkte an diese drei Acts gehen:

  1. Monika Liu
  2. Lolita Zero
  3. Rūta Loop

Beim litauischen Fernsehen macht man sich offensichtlich keine Gedanken über eine mögliche Beeinflussung. Dort sagen alle wertenden Juroren offen ihre Meinung zu den Auftritten während der Show, was die Televoter ja durchaus lenken könnte. Auch werden dort in den Halbfinals und Vorrunden immer die genauen Punktzahlen der Jurywertung und die Anrufzahlen im Televoting veröffentlicht. Auf der anderen Sache sorgt das für ein bewundernswerte Transparenz.

Schnelldurchlauf. Lolita Zero kommt darin richtig gut zur Geltung.

The Roop präsentieren ihren neuen Song „Let’s get naked“. Jetzt ist mir auch klar, warum die Moderator:innen das auf einmal Mitten in der Begrüßung gesagt haben. Das Lied ist nicht so stark wie „On fire“ oder „Diskoteque“. Aber Vaidotas sieht in seinem weißen Outfit schon recht sexy aus.

Noch einmal Schnelldurchlauf.

Countdown mit litauischen Zahlen – die Televotingzeit ist vorbei.

Noch einmal The Roop, diesmal mit „On Fire“. Ich bedauere es immer noch, das wir diesen Song mit dieser genialen Performance nie als litauischen ESC-Beitrag erleben durften.

Und direkt werden die Abstimmungsergebnisse verkündet.

Monika Liu gewinnt das Jury-Voting.

Und das Televoting! 23604 Stimmen für sie, 20929 für Lolita Zero. Die anderen weit abgeschlagen.

Monika Liu gewinnt ganz klar das heutige Finale. Auguste wird Zweite, Lolita Zero trotz der hohen Anruferzahl nur Dritte.

Ich freue mich sehr, meiner ganz persönlichen Meinung nach haben wir hiermit den zweiten richtig tollen Beitrag für Turin.

The Roop geben (symbolisch) den Staffelstab an Monika weiter, diese ist verständlicherweise gerührt.

Jetzt dürfen wir „Sentimentai“ noch ein weiteres Mal mit goldenen Konfettiregen zum Ende hin genießen.

Und damit verabschiede ich mich. Vielen Dank an alle Kommentatoren. Ate!


92 Kommentare

  1. Die neue Version von Lolita hat mehr Anspielungen und Untertöne in der Choreo, bessere camera angels. Und bis 4 zählen, klarer Gewinner Hahahahaha

  2. Auch Auguste ist gut. In Litauen haben es alle Finalisten in meine Playlist aufgenommen, eas in Estland vorher nicht der Fall war.

  3. Auguste hat was von Sarah Connor. Ja ist okay aber catscht mich nicht.

    Mein Ranking
    8 Gebrasy
    7 Auguste
    6 Ruta Loop
    5 Ieva
    4 Queen of Roses
    3 Juste
    1Monika Liu
    1Lolita Zero

  4. Ist einfach auch etwas musikalische Geschmacksache, die Elektromusik von Lolita liegt mir mehr. Die Qualität von Monika ist unbestritten. Und Ruta Loop liegt mir vom Song her auch etwas mehr als die Monikamusik. Aber Monika wäre allemal eine sehr gute Wahl.

  5. Wunderbar – die dritte erfreuliche Entscheidung an diesem Abend. Der Jahrgang kommt in Fahrt.

    Danke Litauen ! Vielleicht ein neues „Powerhouse at ESC“…

  6. Erstaunlich, scheinbar setzten dieses Jahr doch die meisten Länder auf Qualität und weniger auf Trash.Mir soll es recht sein.

  7. Finde ihr eigtl auch, dass sich Elina Gluzunova und Monika Liu sehr ähnlich sehen? 😅😅
    Habe mich erst gewundert, warum die den falschen Namen eingeblendet haben, bis ich gemerkt habe, dass ich im vollkommen „falschen“ Livestream war. 😅😅😅

    • Monika Liu ist bei den Spotify Download zahlen in Litauen immer zwischen Platz 1 und 3, und das schon seit Wochen, das kommt doch nicht von ungefähr. Ich denke, das mit den Wettquoten wird sich schon noch ändern

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