Die offiziellen deutschen Jahrescharts 2023 sind da und das Ranking zeigt einmal mehr, welche popkulturelle Relevanz der Eurovision Song Contest auch in Deutschland hat. Allen Abgesängen und den deutschen ESC-Platzierungen zum Trotz konnten sich gleich fünf ESC-Acts einen Platz in den deutschen Single-Jahrescharts 2023 bzw. Album-Jahrescharts 2023 sichern, darunter zwei deutsche Acts und zwei ESC-Gewinner.
Für die größte Erfolgsgeschichte sorgt allerdings die an dieser Stelle bereits viel besprochene Rosa Linn aus Armenien. Ihr Beitrag „SNAP“ stand schon im vergangenen Jahr in den Jahrescharts und konnte sich in Jahr 2 nach ihrem 20. Platz beim Eurovision Song Contest 2022 sogar noch einmal um sieben Plätze verbessern. In den Single-Jahrescharts 2022 schaffte Rosa Linn Platz 40, 2023 ist es sogar Platz 33 geworden. Eine irre Erfolgsgeschichte.
Nicht allzu weit dahinter kann sich die diesjährige ESC-Siegerin Loreen aus Schweden mit ihrem Beitrag „Tattoo“ auf Platz 56 positionieren. Wie schon im Jahr 2012 mit „Euphoria“ kann die Sängerin ihren Sieg im Wettbewerb also auch in einen kommerziellen Erfolg ummünzen. Das zeigt nicht zuletzt auch ihre ausverkaufte Europatour. Auch Loreens Nachfolgesingle „Is It Love“ hat mittlerweile mehr als 15 Millionen Streams auf Spotify eingesammelt.
Wir bleiben in den 50er-Rängen, wechseln aber erstmal rüber zu den Album-Jahrescharts. Hier können sich die ESC-Sieger Måneskin aus Italien mit ihrem aktuellen Album „Rush!“ auf Position 58 platzieren. Das Album ist bereits im Januar 2023 erschienen, hat es damals bis auf Platz 3 der deutschen Charts geschafft und konnte im November als Neuauflage „Rush! (Are You Coming?)“ einen Wiedereinstieg auf Platz 13 feiern. Zwischendurch waren die vier Rocker*innen dann auch für die Grammys nominiert und haben bei dem MTV Europe Music Awards abgeräumt.
Ebenfalls gelohnt hat sich die ESC-Teilnahme für die diesjährigen deutschen Vertreter Lord of the Lost. Ja, das Album „Blood & Glitter“ stand bereits vor der Teilnahme an der deutschen Vorentscheidung „Unser Lied für Liverpool“ auf Platz 1 der deutschen Albumcharts, aber ohne die fünf weiteren Chartwochen ab März und den Wiedereinstieg auf Platz 2 in der Woche nach dem ESC-Finale, wäre am Ende sicherlich nicht der hervorragende Platz 78 in den Jahrescharts herausgesprungen. Und LOTL legen bald nach: Am 29. Dezember erscheint ihr neues Cover-Album „Weapons of Mass Seduction“ unter anderem mit der gemeinsamen Version von „(I Just) Died In Your Arms“ mit Anica Russo.
Damit zurück zu den Single-Charts. Hier konnte auch der ESC-Viertplatzierte aus dem Jahr 2018, Michael Schulte, in diesem Jahr einen großen Erfolg feiern. Entsprechend verdient liegt sein „Waterfall“ gemeinsam mit R3HAB in der Jahresabrechnung auf Platz 96.
In die deutschen Album-Jahrescharts hat es übrigens auch die Band Versengold geschafft, die zwar noch keinen ESC-Bezug hat, das aber gern ändern und am deutschen Vorentscheid „Das deutsche Finale 2024“ teilnehmen möchte. Für das aktuelle Album „Lautes Gedenken“, aus dem auch der potenzielle ESC-Beitrag stammen könnte, springt am Jahresende Platz 89 raus.
Was waren Eure Hits und Alben des Jahres mit ESC-Bezug? Schreibt uns Eure Meinung gerne in die Kommentare.
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Auch Electric Callboys „Tekkno“ aus dem September 2022 findet sich auf Platz 70 der Album-Jahrescharts wieder. Wenn ich aber sehe, wie viele uralte Sachen in den Top 100 sind, wird mir anders: Peter Fox‘ „Stadtaffe“ auf 7, Cros „Raop“ auf 11, Helene Fischers „Rausch“ auf 12, Linkin Parks „Meteora“ auf 15 u.s.w. u.s.f.
Lord of the Lost, Måneskin, Electric Callboy und Versengold liegen damit übrigens auch allesamt hinter „Die 30 besten Spiel- und Bewegungslieder“ von Simone Sommerland, Karsten Glück & den Kita-Fröschen (Platz 41).
Besonders schockierend: Deichkinds Album aus dem Februar kommt sogar nur auf Platz 92. Was für ein unfassbarer Rohrkrepierer …!
Alles in allem sehr deprimierend. Da stimmt allein der anhaltende Erfolg von „Snap“ wirklich positiv.
Die deutschen Charts sind schon seit Jahren das Spiegelbild einer untergehenden Branche. Das steht Altes neben Alten, Musik aus dem Mainstreambereich des Schlagers sowie der Altrocker – grausam.
Die Albencharts sind die Ausgeburt des Altbewährten bis kurz zur vor der musikalischen Irrelevanz, s. die Stones auf Platz 1. Was da jetzt echt ist oder wo da nachgeholfen wird (s. die vielen LPs, die mal eben auf der 1 landeten und dann die Woche drauf raus waren oder unter ferner liefen, who knows.
Und seit Streamingzahlen bei den Singles offensichtlich für ein gutes Abschneiden reichen, gibt es wirklich nur noch ganz wenige Lieder, die im Jahresverlauf überraschen oder eine Duftmarke setzen.
Mein Lied des Jahres?
Strangers von Kenya Grace
Das spaßigste Lied des Jahres?
Mädchen auf dem Pferd von diesen drei Jungens
Das nervigste Lied des Jahres?
Schwierig, ein Komet mit Tattoo vielleicht😉
also meine liste der wirklich allerschönsten songs im jahr 2023 ist sehr kurz. (ohne ranking)
alika – you.
blanche – shattered.
lxandra – let it be hope.
måneskin – honey.
ruta mur – more.
🎅
uff – jetzt habe doch tatsächlich nur den ESC-kokon bedacht.
es gibt aber auch abseits davon und sogar auf deutsch eine menge gute songs zu entdecken – z.b. sofia portanet – ballon oder mine – ich weiß es nicht und generell den act tränen.
in den internationalen tophitbereich oder gar auf spotifyrankings schaue ich nicht – youtubes mituntere wilden vorschläge sind aber sehr oft hilfreich.
grundsätzlich schaue ich immer,was sofi tukker gerade so treiben aber auch bei der eher harten schiene gibt es immer wieder was zu entdecken.
beispiel dieser neue song einer band,die ich ohne youtubevorschläge niemals kennengelernt hätte,weil sowas natürlich nicht im radio läuft. 🙃
Sorry, Off-Topic:
Die Acts für den kroatischen Vorentscheid Dora 2024 wurden veröffentlicht. Darunter sind anscheinend wieder Let 3 und Damir Kedžo:
https://eurovoix.com/2023/12/15/croatia-dora-2024-participants-revealed/
Mir hat an diesem Jahr gefallen, dass Dance-Titel wieder gehäuft nach vorne kommen, z.B. Cassö mit „Prada“ (Platz 20 der Jahrescharts, war zeitweise auf der 1), Creeds „Push up“ (21) und Bennett „Vois sur ton chemin“ (29). Mir gefällt auch, dass durch die Mischung mit Dance-Rhythmen immer mehr erträgliche bis gute Rap-Titel rauskommen (Ski Aggu, Finch, Erobé, …).
Besonders gefreut hat mich der große Erfolg von „Tattoo“ in ganz Europa (in einigen Ländern auf der 1, in noch mehr in den Top 10), und jetzt ist sogar ein Cover davon in Brasilien auf die 1 gekommen (ich hab’s schon anderweitig mal gepostet):
Ich weiß noch dass ich früher häufiger die Charts abgewartet habe um zu gucken wie Songs die ich gerne mochte platziert waren. Tja, lang ist´s her…
Ich freue mich natürlich über die recht guten Chartplazierungen, aber sie spiegeln nicht meine persönlichen Charts wider.
Wenn ich Spotify hätte, wäre der meisgehörte Künstler diesen Jahres Lord of the Lost, dicht gefolgt von Blind Channel.
In meinen Album-Charts Top 10 würde es so aussehen (ja, nicht alle sind dieses Jahr veröffentlicht worden, aber das waren die Dauerbrenner für mich):
1. Lord of the Lost – Judas
2. Lord of the Lost – Thornstar
3. Lord of the Lost – Blood and Glitter
4. Blind Channel – Lifestyles of the sick and dangerous
5. Blind Channel – Violent Pop
6. Blind Channel – Blood Brothers
7. Lost Society – If the sky came down
8. Lord of the Lost – Swan Songs 2
9. Blind Channel – Revolutions
10. Blind Guardian – The God Machine
Ja, man erkennt eine gewisse Obsession!
Mit einzelnen Songs dieses Jahres tue ich mich schwerer, da das von Tag zu Tag schwankt. Daher mache ich mal stattdessen meine Top 15 ESC-Songs ever:
1. Blind Channel – Dark Side (Finnland 2021)
2. Lord of the Lost – Blood and Glitter (Deutschland 2023)
3. Barbara Pravi – Voila (Frankreich 2021)
4. Käärijä – Cha Cha Cha (Finnland 2023)
5. Michael Schulte – You let me walk alone (Deutschland 2018)
6. Duncan Laurence – Arcade (Niederlande 2019)
7. Maro – Suade Suade (Portugal 2022)
8. Manga – We could be the same (Türkei 2010)
9. Lena – taken by a stranger (Deutschland 2011)
10. Mamood – Soldi (Italien 2019)
11. Ermal Meta e Fabrizio Moro – Non Mi Avete Fatto Niente (Italien 2018)
12. Mika Newton – Angel (Ukraine 2011)
13. Sam Ryder – Space Man (UK 2022)
14. Abba – Waterloo (Schweden 1974)
15. Conchita Wurst – Rise like a Phoenix (Östereich 2014)
ööh hörst du nur ESC Songs? Ganz schön einseitig.
Also nur Käärjiä ist bei mir dabei
Most played – T is for ‚Techno‘
Cynical – Twocolors
3ISBÄR – Brutalismus 3000 (T)
Heavy Metal Love – Twocolors
People – Libianca
Irre (KomaCasper Remix) – Alfred Heinrichs & Haexxa (T)
Water – Tyla
Satan Was A Babyboomer – Brutalismus 3000 (T)
Thula – Lowsheen & Master KG
Komet – Udo & Apache 207
Cenere – Lazza
Substitution – Purple Disco Machine
Ewigkeit Remix – Erobe, KXXMA (T)
Celine – Eliji Beatzkilla
Love Lee – AKMU
Tip Toe – Hybs
FERXXO151 – Feid
Columbia – Quevedo
Tanzania – Uncle Waffles
ChaChaCha – Käärija
5 Meter Mauern – Elen
Exclusive – Emilia
Unendlichkeit – Millemiumkid & JBS
Bitte Komm Nach Haus – Georg Stengel
Alles Verloren – Dani Lia
Komm Mit – Badmómzjay
bLONDE cHAYA – Amaru (T)
Kommissar – Pazoo & Nooon (T)
Lieb Ich – Mario Novembre
Ceilings – Lizzy McAlpine
Stor Mand – Tobias Rahim & Andreas Odbjerg
Keta Und Krawall – Ikkimel (T)
Meet You At The Graveyard – Cleffy
Versprich Mir Du Gehst – Madeline Juno & 1986zig
Bass (8Uhr10) – Dennis Dies Das (T)
Sorry Mama Papa – Florentina
Life Gets Hard – IIllia (T)
Gilded Lily – Cults
Schon Ok – Tjark
Seya – GIMS, SativaMusic & Morad
Echt – Noisetime & Glasperlenspiel (T)
Bathroom – Montell Fish
Goldener Handschuh – Rami Hattab
Schwarzer Hund – Katha Rosa
Petit Génie – Jungeli & Imen Es
If We Ever Broke Up – Mae Stephens
Millionen Lichter – Zombic (T)
Bécane – Yame
Friesenjung – Ski Aggu & Joost
Skeu Skeu – Jogga (NOT sped up!)
Candy Crush – Paula Hartmann
Vois sur ton chemin- Bennett
Flyvende Fatuma – Tobias Rahim
10 von 10 – Julia Meladin
Mama’s Boy – Dominic Fike
The Kolors – Italo Disco
2 Handys – Gola Gianni
Let’s Go 4 – DJ GBR, MC Ig, MC PH, MC Ryan SP & MC Luki
Wenn du Weinst – Berq
Herz An Herz – KXXMA (T)
Labour – Paris Paloma
Es Geht Um Alles – Herr Wolfschmidt
Hoch Gwimmas (n)imma – Aut Of Orda
Nice Wie Du Bist – Twenty4Tim
Goldmarie – Tream & HBZ (T)
Sag Deinem Ex – Jona
Guld Jul – Gulddreng
Anne-Fleur Vakantie – Roxy Dekker
Toi Et Moi – Milano
Danke für die (T)s, trevoristos, da sind doch einige dabei, die ich nicht kenne, genauer gesagt bis heute NOCH nicht kenne 🙂
Nee, ich höre absolut nicht nur ESC-Songs!
Meine Top15 bezogen sich auf meine Lieblings-ESC-Songs, nicht auf meine Lieblingssongs im Allgemeinen.
Und meine Album-Charts für dieses Jahr sind sehr LOTL-lastig, da ich sie dieses Jahr entdeckt habe (ja, durch den ESC), aber ich bin regelrecht süchtig nach deren Musik geworden, genauso wie 2 Jahre zuvor nach Blind Channels Musik, die noch immer zu meinem täglichen Leben gehören.
2018 hatte Michael Schulte diesen Effekt bei mir, aber inzwischen hat das etwas abgeflaut, zumal ich seine ältere Musik lieber mochte, als die aktuelle. Sein Album „The Arising“ liebe ich am Meisten.
Ansonsten höre ich viele Metal-Bands.
z.B. Nightwish, Epica, Blind Guardian, Lost Society, Electric Callboy, Falling in Reverse, Beyond the Black, Insomnium, Powerwolf und immer mal vereinzelte Lieder, wo ich aber sonst nicht viel von den Bands kenne.
Die heutige modern Pop-Musik mag ich selten, aber dafür gibt es jede Menge Pop- oder Pop-Rock Titel aus meiner Jugend in den 80er- / 90er Jahren, die ich sehr liebe, oder Musik mit irischem Einfluß.
Von deutschen Künstlern hat mich vor Jahren Maxim sehr geflasht, den höre ich auch noch ab und an, oder Lina Maly.
Dieses Jahr habe ich ein super-tolles Konzert von Bukahara in der ersten Reihe erlebt. Phantastisch, eine Multi-Kulti-Band mit Multi-Instrumentalisten, eine „Indie-Band mit multikulturellen Einflüssen.
Da ich anscheinend nicht so den heutigen „Mainstream-Geschmack“ habe, orientiere ich mich nicht an Radio-Hits, sondern entdecke neue Musik für mich über Youtube, meine Kollegen mit ähnlichem Musikgeschmack oder bei Konzerten evtl die Vorbands, die ich noch nicht kannte.
Beispiele dafür: Lost Society, Lina Maley.
Oder Radiosendern wie Rock-Antenne oder Radio Bob.
Es waren beim ESC manchmal Perlen für mich dabei, aber dass ich die Künstler weiter verfolgt habe war nur bei Michael Schulte, Blind Channel, Lord of the Lost und ein wenig bei Lena und Maneskin so.
@dirtsa
ahso du bist Metal bzw Rock Fan. Bin musikalisch nicht festgelegt. Rockmusik mag ich an sich auch. Höre ich aber seltener derzeit.
Sabaton, Powerwolf, Five Finger Death Punch, Hämatom, Bad Omens, Die Türen, Drab Majesty, Architects, Only The Poets, Those Damn Crows hörst Du nicht?
Aktuell veröffentlichten ‚härtere‘ Rocksongs sind 24 in den erweiterten Charts vertreten (Top 3000 von den 3000 sind aber nur 887 tatsächlich aktuelle Songs, alle anderen sind älter als 18 Monate = Katalog Songs).
Bei aktuellen Songs hat härterer Rock 2,7% Anteil. Alternative / Rock / Indie insges 5,9%.
Youtube als Such:mittel bzw Finde-Mittel finde ich immer interessant. Die Vorschlagslisten sind da ja immer sehr, sehr einseitig. Du wirst da quasi in deinem ‚üblichen Geschmack gefangen‘. Mir ist das nicht so recht so gelenkt zu werden.
Du, aber von meinen Most Listened liefen auch nur 6 so im Radio, dass ich es mitgekriegt hab.
Mein letztes Konzert in diesem Jahr war mit TEMMIS (Postpunk – Hyperpop machen die). Kann ich empfehlen.
Ich frag mich bei Rockmusik Fans immer; wo die eigentlich aktuelle Musik ‚ihres Genres‘ streamen. Vinyls kaufen die ja auch keine aktuellen, sondern nur die alten Sachen.
trevoristos,
Powerwolf hatte ich auch in meiner Liste, die habe ich diesen Sommer auch Live open Air gesehen, von Sabaton habe ich auch ein paar Songs in meiner Playlist und auch von Bad Omens, aber eben nur wenige.
Die anderen von dir genannten Bands kenne ich nicht, außer Archtitects, aber die haben mich nicht so richtig gekriegt! Ich checke die mal aus!
Tja, woher kriegt man neue Rock-/Metal-Musik mit? Teilweise über Rockantenne oder Radio Bob, über Freunde, die auch solche Musik hören oder über Reaction-Videos auf Youtube von Leuten, die eben viel in diesem Genre Reactions machen.
Von Bands, die ich besonders liebe höre ich mir auch gerne Interviews an und bekomme so auch mit, mit welchen Bands die so befreundet oder unterwegs sind, oder welche sie selber bewundern. Ab und an höre ich mir daraufhin die Musik an.
Es werden auch ganze Konzerte auf Magenta TV z.B. von Wacken gezeigt, die habe ich dann auch mal angesehen. Oder das große Festival in Frankreich „Hellfest“ stellt auch aktuelle Konzerte auf Youtube.
Aber wie gesagt, höre ich nicht nur dieses Genre, wenn ich auch eine starke Tendenz dazu habe. Sonst würde ich solche Musik wie Bukahara (sehr zu empfehlen) oder den Song von Babara Pravi oder auch von Go_A (müsste eigentlich in meine Top-Liste) oder Maxim nicht lieben.
Oh, und ich hatte ganz Good Charlotte vergessen, die ich auch lange Zeit gesuchtet habe, die sind eher Pop Punk. Ja und Michael Schulte habe ich auch schon mehrfach live gesehen. Nächstes Jahr wird es u.a. Loreena McKennitt, die eher keltische Musik macht.
grad Albumjahrescharts sind überhaupt heute nicht mehr mit ‚früher‘ zu vergleichen. Die Verkaufszahlen (d.h. echte Verkäufe, nicht Streaming) sind im historischen Vergleich geradezu gering. Besonders unerfreulich heutzutage ist, dass die Stückzahlen schwer feststellbar sind.
Grad die sehr, sehr teuren Vinyls haben einen starken Einfluss auf die ja nach Umsatzwert in € errechneten Charts. Acts mit mind. einer gut laufenden Vinyl dürften daher überrepräsentiert sein. Ausserdem ist der Geschmack des männlichen Geschlechts ganz besonders stark überrepräsentiert.
Album CD Käufer sind zu 66% Männer, Vinyl Käufer sind gar zu 89% Männer^^, Downloads: 62% Männer
(Streaming: 50:50)
2023 werden es wohl 18 Mio CDs und an die 4,5 Mio Vinyls. 22,5 Mio Stück, plus ca 2,5 Mio Download Alben =
25 Mio Alben insgesamt verkauft werden. (pro Woche 480.000 bzw ohne Xmas 400.000 / 2013 pro Woche 2,08 Mio)
Zum Höhepunkt der CD Zeit wurden 1997 in DE über an die 200 Mio Alben verkauft. 2005 waren es noch fast 130 Mio. 2013 waren es immerhin auch noch 88 Mio (+1 Mio Vinyls + 19 Mio Album Downloads)
108 Mio waren es also noch vor zehn Jahren. Heute ist es nicht mal mehr ein Viertel davon.
Ein Jahres Nummer 1 Album (ohne die Streaming Doppelwertung) kommt 2023 wohl im kaum noch an die 200.000, eher 150.000 Stück. (3Mio bis 4 Mio € Umsatz)
Ein Platz 10 hat in etwa 40% davon. Wiederum max. die Hälfte davon hat ein Platz 30.
Platz 75 dürfte kaum über 20.000 Stück liegen, vllt sinds sogar unter 15.000.
Streaming wird ausschliesslich nach ‚Song-Streams‘ vergütet.
Nach dem deutschen Wertungsmodell werden die beiden beliebtesten Songs eines Albums zu dem Durchschnittswert gewertet, den die nächsten 10 Songs eines Albums eingespielt haben und zu jenen 10 anderen aufaddierten Albumsong-Streams hinzugezählt. Max 12 Songs eines Albums werden gewertet.
Auf diese Rechen-Weise kommen 2023 ca 23 Mio virtuelle Streaming-Album ‚Sales‘ zusammen (fast 100% der ‚echten‘ Albumverkäufe). Stark bevorteilt sind hier Acts, die mehr als 2 Streaming-Erfolgssongs auf einem Album versammelt haben. Keine Rolle spielen Alben die 20, ab und zu sogar über 30 Songs in einem Album versammelt haben.
Übrigens nach Platzierungswertung gäbe es für LOTL Jahres-Platz 112
(1mal 1, 1 mal Top 10, 5 weitere Wochen Top 100)
Maneskin – Rush, Jahres- Platz 46
(1 mal Top 10, 19 weitere Wochen Top 100)
sonst keine ESC Acts in den Top 200.
Nur 18 der Jahres Top 50 Alben sind überhaupt 2023 bzw ab 01.11.22 ersterschienen.
32 zum Teil 20 Jahre alte uralt-Klamotten hängen da rum..sinnfrei…hat nicht wirklich was mit aktueller Musik zu tun…
Im CD Rekordjahr 1997 waren 31 der Jahres Top 50 ab dem 01.11.1996 ersterschienen…1 war aus März 1995, 18 aus 1996…also 100% relativ aktuell bis sehr aktuell. (Heute: 48%)
LOTL liegt bei ab 01.11.22 erstveröffentlichten Alben, die neue Songs (und zb keine re-recorded alten Songs enthalten) auf Jahresplatz 44 (nach Wochen-Platzierungen). Das ist ganz ordentlich.
übrigens
Nur das 2023er Peter Fox Album und das 2023er Depeche Mode Album gelangten 2023 überhaupt 2 mal auf Wochen Rang 1 der deutschen Album Charts.
Mit Jahres-Platz 157 das am schlechtesten gelaufene Album, das 1 Wochen Nr 1 schaffte, ist ‚La Deutsche Vita‘ von Kollegah…
ah und um euch richtig kirre zu machen
im CD Rekordjahr 1997 war das erfolgreichste in diesem Jahr erstveröffentlichte Album ‚Klappe die 2te‘ von Tic Tac Toe, immerhin sage und schreibe heute unvorstellbare 7 Wochen lang auf der 1. (Jahreschart Platz 8, nach Platzierungen in den Top 100)
@trevoristos: Kannst Du mir folgende Phänomene der Charts erklären?
1. Warum passiert es immer häufiger, dass ein Album von 0 auf 1 schießt und in der darauffolgenden Woche teilweise nicht mal mehr unter den Top 100 gelistet ist? Wie wird das konkret berechnet? Vom Mega-Hype bis zur absoluten Bedeutungslosigkeit in so kurzer Zeit? (Auch Lord of the Lost haben zumindest ähnliche Abstürze erlebt, keinerlei Nachhaltigkeit)
2. Wie werden die Top-100-Single-Charts im Vergleich zu den Download- und Streamingcharts berechnet? Ich wundere mich teilweise sehr, dass in den Download-Charts mitunter mehrere Schlager aus der letzten Silbereisen-Show die Top-10 bestücken – es aber kein einziger von ihnen auch nur ansatzweise in die Nähe der Top-100-Single-Charts schafft.
das ist oft ganz einfach: für Alben gibt es zum Teil mehrwöchige nicht selten sogar mehrmonatige Vorbestellzeiten. Am Erst-Veröffentlichungstag werden die vorbestellten Einheiten als ‚verkauft‘ gewertet. Dadurch entsteht in der Erstwoche für solche Alben eine überhohe Verkaufszahl.
Auch ist es so, dass Streaming von Alben in der Erstwoche üblicherweise vergleichsweise hoch ist. Streaming fällt in der Zweitwoche oft um 50% nicht selten aber sogar um mehr als 75% ab.
Zudem stimmen sich die Plattenfirmen ganz erstaunlich gut darin ab, sich bei erfolgsverdächtigen Erstveröffentlichungen nicht allzuviel gegenseitig Konkurrenz zu machen.
Die Download Charts musst du ganz gepflegt im Grunde ad-Acta legen. Sie spielen auf Grund der geringen Verkaufs-Stückzahlen nur noch eine mittlere bis unwesentliche Rolle. Die Download Chart enthält zwar noch immer einen Informationswert, der aber nur eine kleine Nische betrifft (Personen ich sag mal so unter 30 kaufen eigentlich zb keine Downloads mehr. Sind vorwiegend 30plus Leute). Nr Nummer 1 bei Downloads macht derzeit etwa 2500€ Wochenumsatz. Ne Streaming Nummer 1 und die 75.000€. Platz 100 ca 12000 €. Platz 200 ca 9300€.
Ein Platz 10 bei Downloads macht aber nur noch um die 1000€ Umsatz.
(hier gilt es zu bedenken, dass Spotify & Co kürzlich die Streaming Preise um 10% angehoben hat).
Also wie du siehst kannst im Streaming auf Platz 200 liegen und bei Downloads auf der 1. Dann würdest du es ganz vielleicht knapp in die Top 100 schaffen. 150 oder besser wäre sicherer.
Es ist aber so, dass großer Erfolg bei Downloads immer noch einige Platzierungen an Plus erbringt (je weiter unten im Streaming, desto mehr), solange man beim Streaming eben auch halbwegs gut dabei ist (das ist bei Schlagersongs aber nur selten der Fall).
Eine Chartplatzierung in den Single Top 100 ist ohne, dass man zumindest in den Spotify Wochen Top 200 auftaucht kaum mehr möglich (ausser in seltenen Ausnahmefällen).
Videostreaming hat dann auch ne Chartrelevanz. Und zwar nach der Formel Playzahl durch Hundert durch 6 = ‚Umsatz‘. 1 Mio werbefinanzierte Videoplays pro Woche erbringen 1667 € chartrelevanten ‚Umsatz‘. (Das entspricht aber keineswegs dem tatsächlich erzielten Umsatz den ein MV erzielt).
Es ist aber so, dass immer noch jeder, der es wollte, Song Downloads kaufen könnte. Die Geräte, die das ermöglichen sind bei allen (fast allen) vorhanden.
Off-topic:
Das Festival hat gestern verkündet sich von seinem traditionellen Ranking zu verabschieden. Es wird am Ende eines jeden Abends eine Rangliste geben, die sich jedoch stark von den Vorjahren unterscheidet und nur noch die ersten 5 Plätze anzeigen wird.
Laut einer Mitteilung von TV Sorrisi e Canzoni wird in den 5 Folgen der kommenden Veranstaltung Amadeus also nicht mehr die Positionen aller großen Namen bekannt geben, sondern nur noch die Top 5. Damit sollen die Künstler (m/w/d) und Bands, die sich auf den mittleren sowie unteren Platzierungen durch die Votingergebnisse der Jurys nach einem Abend befinden geschützt und die Möglichkeit eines Überraschungssiegers (m/w/d) erhöht werden.
das ist natürlich auf dem Mist der Plattenfirmen gewachsen (die wollen wohl schlecht angekommene/bewertete Songs dann wohl mit ‚is ja vielleicht Sechster geworden‘ vermarkten, oder was? und das könnten sie bei allen 25 nicht am Ende Top 5 gewordenen Songs so machen, alle wurden Sechster hahaha). Irre. Halte das für Schwachsinn sondersgleichen.
Glaube nicht, dass Intransparenz in Italien, oder sonstwo, sonderlich gut ankommen wird. Niemand muss ‚geschützt‘ werden. Vor wem und was denn eigentlich?
Festzustellen ist, dass die Top 5 (bzw es werden wohl etwas mehr als 5 Songs wenn man alle ‚Vorrunden‘ einbezieht, die eine Platzierungserwähnung einheimsen (maximal möglich wären 10, rein theoretisch inkl Finale sogar 15). Diese etwas mehr als 5 Songs werden durch das Verschweige-Verfahren eigentlich noch stärker bevorteilt werden, da nur bei diesen klar ist, dass sie bei Jury oder Votern gut ankommen. Bei den anderen bleibt das dann völlig unklar. Die Unklarheit wird den anderen aber rein gar nichts nutzen, da sich die Fokussierung auf die ‚Top 5‘ kaprizieren wird.
Also was das Interess der Plattenfirmen mit ihren Künstlern (m/w/d), die dort unter Vertrag stehen, angeht, da gebe ich dir recht. Kein Verantwortlicher (m/w/d) eines Plattenlabels hat großen Bock einen Künstler (m/w/d) zu vermarkten, der in der musikalisch wichtigesten Woche in Italien fünf Abende / Tage lang sich auf einem unter ferner liefen befindlichen Platz befand.
Nichtsdestotrotz halte ich die neue Herangehensweise – also nur die ersten fünf Platzierungen zu kommunizieren – für vertretbar. Denn so genervt ich von Anna Oxa und ihrem Umgang mit den Medien auch bin und da kann man mir sagen was man will, aber Anna Oxa legt es seit Jahren darauf an mit den Medien in Italien auf Konfrontationskurs zu stehen, so war die Reaktion der Medien, nämlich sie jetzt einfach mal schlecht bei Sanremo 2023 zu bewerten, sehr unprofessionel.
Eine Beeinflussung des Publikums kann da nicht mehr ausgeschlossen werden. Weil im Zuschauervoting hat Anna Oxa sehr schlecht abgeschnitten. Unter’m Strich hätte Anna Oxa in der Endplatzierung bestimmt besser abgeschnitten, wenn ihre untere Platzierungen nicht bekannt gewesen wären. Da bin ich mir relativ sicher.
@timo1986
Tanai zb hat das überhaupt gar nicht geschadet. Er wurde 2022 ja nur 23. mit 0,48% im Telvote hatte aber dann nen sehr großen Doppel-Platin Hit in Italien.
Ana Mena wurde damals 22. und erreichte Gold in Italien (Top 10 Hit).
Beide im Voting total gescheitert aber hinterher gut verdient.
Das sind für mich ein schlagende Argumente dafür, dass nichts verheimlicht werden braucht.
Im Zuschauervorting schneidet man meist dann gut ab, wenn du nicht nur gut bist, sondern einen auch nen gut ankommenden Song hast.
Ana Oxa hatte im Vergleich zu oben mit ihrem ’23er Sanremo Beitrag halt nen Flop. (dabei hatte sie ja immerhin doppelt soviel Votinganteil, wie ’22 Tananai…)
Was natürlich schon vorhanden ist, dass die erste Runde eben die Juryrunde ist. Erste Runde reiner Televote DAS fände ich besser und dann erst Jury.
Einen gewissen Einfluss auf das Outcome von San Remo hat die Jurybewertung natürlich derzeit, da es die erste Bewertungsrunde darstellt.
Aber naja
zb letztes Jahr
Colapesce & Dimartino auf 1 in der zweiten Juryshow.
Landeten im Final-Televote mit 2,04% auf Platz 14…
weisste Bescheid.
Mir fehlt daher die nachvollziehbare Begründung dafür, was die ‚Verheimlichung‘ eigentlich bringen soll.
Glaub es erschwert sogar die Chancen derjenigen die nicht in den Top 5 mal auftauchen. Die werden natürlich ausführlich gemeldet werden.
Bei allen anderen ist es ja durchgängig unsicher ob sie Sechster oder gar Letzter sind.
Sehe da kaum noch ne Siegchance für nen Act, der nicht in den Top 5 mal aufgetaucht ist.
(wobei noch unklar ist, ob die es wieder zwei Juryepisoden geben wird und dort jeweils die Top 5 bekannt gemacht werden, oder ob nur die insgesamt Top 5 der Juryshows rauskommen…)