ESC-Songcheck kompakt (32) – Niederlande: „Arcade“ von Duncan Laurence

Eic 2019 The Interview Sessions Duncan Laurence im Interview mit ESC kompakt

Duncan Laurence heißt eigentlich Duncan de Moor und hat 2014 an „The Voice of Holland“ teilgenommen. Wir haben ihn hier bereits ausführlicher vorgestellt. Sein ESC-Beitrag „Arcade“ ist gleichzeitig seine Debütsingle.

Als niederländischer ESC-Vertreter wurde Duncan intern bestimmt. Wie es dazu kam, hat er uns im Interview verraten: „Ilse DeLange von den Common Linnets hat mich angerufen. Sie war vor fünf Jahren mein Coach bei ‚The Voice‘. Sie hat dann gesagt: ‚Ich habe mir Deinen Song ‚Arcade‘ angehört und ich liebe ihn! Kann ich ihn an das Komitee schicken, dass den niederländischen Vertreter für den ESC auswählt?‘ […] Nach einer Weile haben wir uns mit dem Komitee getroffen und sie haben mir dann gesagt, dass ich der diesjährige Teilnehmer bin.“

Duncan setzt sich außerdem für die Sichtbarkeit und Akzeptanz von bisexuellen Menschen ein.

Der Song 

„Arcade“ wurde von Duncan Laurence selbst gemeinsam mit Joel Sjöö und Wouter Hardy geschrieben. Der Song ist zunächst eine sehr ruhige Klavierballade, später kommen aber auch noch Gitarre und Perkussion dazu. Letztere steht dann im weiteren Verlauf – neben Duncans Stimme und dem Backgroundchor – meist im Vordergrund.

In dem Lied besingt Duncan eine unerwiderte Liebe. Es geht um jemanden, der vergleichsweise unerfahren, vielleicht sogar naiv ist, sich verliebt und – obwohl er weiß, dass diese Liebe keine Chance hat – auch sehr lange an dieser Liebe festhält. Diese Situation vergleicht Duncan mit einer Spielhalle, in der er sich blenden lässt, obwohl er eigentlich wissen könnte, dass er nur verlieren kann.

Der Check

Song: 5/5 Punkte
Stimme: 5/5 Punkte
Instant-Appeal: 4/5 Punkte
Optik: 5/5 Punkte

Benny: Was soll ich da noch sagen? Bester Song des Jahrgangs. Eindringlich, berührend, intensiv, schön. Und dass Duncan den Song auch live singen kann, hat er schon bewiesen. Ohne Wenn und Aber: 12 Punkte

Douze Points: Selbstmitleidiges Kopfstimmen-Gewimmer zu einem bisweilen modernen Sound. Das einzig Erträgliche ist der durchaus kraftvolle Refrain und die originelle Zeile „Loving you is a losing game“. Ansonsten in meinen Ohren völlig überbewertet. 4 Punkte

Peter: Ach Duncan. Plus: Eigenständig, eindringlich, toll gesungen. Und Duncan nackt unter Wasser wirkt unerwartet stylish, mehr entwaffnend lässig als platt sexy. Doppelplus: Ilse DeLange hat hier hinter den Kulissen Starhilfe gegegeben. Und sie ist groß. „Arcade“ hat einen superschönen Sound und identifikationsstarkem Text. Allein: Der Song ist mir für einen Siegertitel nicht aufregend genug. Die Performance wird’s entscheiden. 10 Punkte

Gesamtpunktzahl: 26/36 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „Arcade“ auf Platz 2 von 41.

Wie schneidet der niederländische Beitrag "Arcade" von Duncan Laurence ab?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis
(1) Finnland: „Look Away“ von Darude feat. Sebastian Rejman
(2) Montenegro: „Heaven“ von D Mol
(3) Polen:„Pali Się (Fire Of Love)“ von Tulia
(4) Serbien: „Kruna“ von Nevena Božović
(5) Slowenien: „Sebi“ von Zala Kralj & Gašper Šantl
(6) Tschechien: „Friend Of A Friend“ von Lake Malawi
(7) Ungarn: „Az én apám“ von Joci Pápai
(8) Weißrussland: „Like It“ von Zena
(9) Zypern: „Replay“ von Tamta

Zweite Hälfte des ersten Semis
(10) Australien: „Zero Gravity“ von Kate Miller-Heidke
(11) Belgien: „Wake Up“ von Eliot
(12) Estland: „Storm“ von Victor Crone
(13) Georgien: „Sul tsin iare“ von Oto Nemsadze
(14) Griechenland: „Better Love“ von Katerine Duska
(15) Island: „Hatrið mun sigra“ von Hatari
(16) Portugal: „Telemóveis“ von Conan Osíris
(17) San Marino: „Say Na Na Na“ von Serhat

Erste Hälfte des zweiten Semis
(18) Armenien: „Walking Out“ von Srbuk
(19) Dänemark: „Love Is Forever“ von Leonora
(20) Irland: „22“ von Sarah McTernan
(21) Lettland: „That Night“ von Carousel
(22) Moldau: „Stay“ von Anna Odobescu
(23) Österreich: „Limits“ von Paenda
(24) Rumänien: „On A Sunday“ von Ester Peony
(25) Schweden: „Too Late For Love“ von John Lundvik
(26) Schweiz: „She Got Me“ von Luca Hänni

Zweite Hälfte des zweiten Semis
(27) Albanien: „Ktheju tokës“ von Jonida Maliqi
(28) Aserbaidschan: „Truth“ von Chingiz
(29) Kroatien: „The Dream“ von Roko
(30) Litauen: „Run With The Lions“ von Jurij Veklenko
(31) Malta: „Chameleon“ von Michela



171 Kommentare

  1. @ JeG

    Da bist Du noch gnädig, ich werde sogar eine noch schlechtere Wertung dafür abgeben und auf togravus bin ich diesbezüglich auch schon gespannt…..

    @ 4Porcelli

    Na, in den angesagten Clubs von Lissabon zum Beispiel. Wurde mir zumindest von meinen portugiesischen Bekannten so bestätigt.

    • Ich bin ja allgemein nicht so streng. ^^ Vielleicht geh‘ ich noch auf 3 runter, mal schauen. Dieses blöde Musikvideo hat es auch nicht gerade besser gemacht.

    • Ihr werdet genügend schlüssige Argumente finden, aber ich finde diesen Song herrlich. Sowas brauche ich einfach auch, ich hoffe dass Norwegen in die Top 10 kommt, aber gewinnen soll ruhig die Niederlande oder Italien.

      • Darfst du gerne, ich mochte ihn am Anfang auch. Lass dich von unseren negativen Kommentaren ja nicht entmutigen und ruf ordentlich für deine Favoriten an.

    • @JeG und Mariposa: Ja, jeder soll für seinen persönlichen Fave anrufen! Ich hab schon die 20 Anrufe für Kate reserviert 😍😇

      • Du weißt schon, dass Deutschland im zweiten Halbfinale ist, oder? Und im Finale wird es ein Australien wohl nicht geben. 😛

  2. Ich singe übrigens selbst gerne und ich habe ungefähr die Stimmlage von Duncan. Mal gucken, vielleicht haut es hin…. „Amar pelos dois“ hat auch schnell bei mir geklappt.

  3. Niederlande hat mir auch direkt gefallen. Hab den Song auch weiterhin weit vorne in meiner Liste. Hat aber nach mehrmaligem hören viel von seiner Magie eingebüßt, ist mir sogar schon etwas langweilig. Aber der erste Moment ist ja das was zählt. Aber da ich Island total verfallen bin hoffe ich sehr das Hatari gewinnt. Hier ist natürlich das Juryvoting das Problem. Genau da wird NL wohl gewinnen. Beim Televoting wird Island gewinnen. Könnte knapp werden. Ehrlich gesagt ist für mich sonst kein einziger Titel dabei der ESC Gewinner-würdig ist.

    • Ich werfe meine Prognose auch mal in den Ring: Dieses Jahr wird es den Dima-Bilan-Effekt geben und Russland gewinnt. Andererseits war ich in Prognosen noch nie wirklich gut…

      • Dann hoffen wir mal, dass Du zumindest dieses Jahr mit Deiner Prognose schlecht bist – wobei meine Sorge eingeschränkt ist; Laserboy Reloaded hat deutlich stärkere Konkurrenz als Bilan 2.0 es hatte.

  4. Losing Game? Also mit mir ist die Liebe auf jeden Fall eine win-win-Situation, wollte ich hier nur einmal anmerken 😉

  5. Im übrigen merke ich, dass das Lied anfängt, mich zu nerven, was eine exzellente Eigenschaft für einen ESC-Sieg ist.

  6. Endlich hat mein Favorit die Chance zu gewinnen. Das will ich mir nicht nehmen lassen. 😀 Ich liebe diesen Song und werde auch dafür voten. Die Stimme, die Komposition, die Gefühle, das trifft total meinen Geschmack. Ein Sieg ist möglich!

  7. „Arcade“ liegt bei mir hinter Portugal, Slowenien und Albanien. Was den Song angeht, bin ich etwas zwiegespalten, Einerseits gefällt mir der Text (die Spielsucht als Metapher für das Festsitzen in einer kaputten Beziehung), anderseits gibt das Arrangement wenig her. Dasselbe Problem habe ich mit dem griechischen Song, den ich eigentlich auch mag. „Arcade“ klingt einfach zu kalkuliert. Trotzdem kann ich mich seiner Anziehungskraft nicht entziehen.
    Auch wenn der Vergleich sich nicht geziemt, so fand ich sowohl „Calm After The Storm“ als auch „Birds“ wesentlich besser als den diesjährigen Beitrag der Niederländer. Daher tue ich mich noch schwer mit dem Gedanken, dass wir es hier mit dem potenziellen Siegertitel zu tun haben. Wünsche dennoch veel geluk!

  8. Ein wunderschöner Song, der bei mir immer noch, nach mehrmaligen Hören, an erster Stelle liegt….
    Es wird für Holland ein sehr guter Platz werden, ob es für den Sieg reicht…bin ich mir nicht sicher aber egal, ich liebe den Song

  9. Abräumer

    @Peter Philipp 15:38 Diese Woche in den Nachrichten: es gibt sogar 73 Millionärsviertellen in den Niederlanden, zumindest die Häuser sind über eine Million wert. Rotterdam-Süd gilt weiterhin als Armutsgegend. Wer Geld hat, lebt nicht in Rotterdam. 😉

    @NektarUndAmrosiaBernd 19:36 Potenzieller Orte für 2020 habe ich nur erwähnt, weil sonstwo die irrsinnigste Vorschläge die Runde machen. Außerdem – und dies ist typisch für das Land – ist es besser jetzt eine halbwegs öffentliche Diskussion darüber zu haben, damit die Regierung die fehlende Millionen bereits einplant im Haushalt 2020.

    Verflucht – Tippe Frisur wo Friseur gemeint ist. Houdek ist Roko’s Friseur. DouzePoints gefällt es.

    Gewinnchanchen
    Bei den Up-Tempo Songs sind die Meinungen ziemlich einheitlich. Und seitdem ich Maruv (Ukraine) gehört habe, denke ich nur ‚Schade‘. Es wäre so schön gewesen um Island, Ukraine und Zypern nach einander auf der Bühne zu sehen. Oder andersherum: Ukraine = Island + Zypern.
    Bei den Balladen empfinde ich Albanien, Nord-Mazedonien, Israel, Österreich unterbewertet und die Niederlande werden mMn zu hoch gehandelt zur Zeit. Hier erwarte ich Mitte Mai einige Überraschungen.
    Ach, Australien + Portugal + Island sind ebenfalls nicht mehr einzuschätzen. Falls die Kommentatoren diese drei Songs richtig erklären, werden sie mehr Punkte als prognostiziert bekommen.

    @Orakel JeG_ 10:47 Hast du noch eine Punkte-Prognose?

    @LiHänschen 10:58 Keine Sorge, in Tel Aviv ist Ilse De Lange (Common Limits) dabei und erst vor Ort fällt die endgültige Entscheidung wie Duncan auftritt. Ich hoffe nur nicht in schwarze Kleidung, dafür – Spekulationsmodus ein – Ilse, Anouk und Trijntje als Hintergrundsängerinnen – Spekulationsmodus aus.

    Schade, dass Kathrins Kommentar ganz am Ende der erste Seite ist. Unterschreieb ich komplett, inklusive die Reaktion der nächste Generation.

    Abstimmen? Hey, da haben wir mal Glück. Wir sind in Mai unnterwegs und können immer stimmen abgeben.

    @Dominik 21:31 Der Text handelt nicht um festsitzen in einer kaputten beziehung – das ist meines Wissens Aserbaidschan – aber um Sehnsucht nach der große Liebe, die/der sich leider nicht meldet.

    • Meine Prognose für Duncan liegt bei 590 Punkten. 😉 Also tippe ich auf keinen Runaway-Sieg wie bei Salvador, sondern knapper.

    • @Marko Das ist nur meine Auslegung des Textes. Wenn er singt “I saw the end ‚fore it begun
      Still I carried, I carried, I carry on“, denke ich, dass die Rede von jemandem ist (Freund/Partner), von dem von vornherein zu erwarten war, dass es nichts für die Ewigkeit sein würde. Und trotzdem hat er sich mit dieser Person eingelassen. Alleine kann er sich von dieser Beziehung nicht lösen (“Get me off this rollercoaster“).
      Duncan mag vielleicht etwas Anderes im Sinn gehabt haben, aber das ist doch gerade das Schöne an Analysen in der Kunst und Literatur. Ein klares Ja gibt es nie.

      • So hatte ich die Passagen auch interpretiert. So oder so, singt er nicht simpel ‚Warum liebst du mich nicht..‘

  10. @ Dominik

    Anouk ist für mich auch eine ganz große Künstlerin, die das ESC-Parkett nicht gescheut hat.

    Von solchen Hochkarätern kann man hierzulande nur träumen…..

  11. „Zupfelflauscher“ ist ein anderer Nick von mir, habe ich aus Versehen verwendet.

    „Hochkaräter“ habe ich generell in Verbindung zu „ESC-Parkett“ gemeint, unabhängig vom Geschlecht.

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