
Eine Stimme von den Färöer-Inseln, ein Popsong mit schwedischer Handschrift und ein Vorentscheid mit Superfinale: Dänemark setzt beim Eurovision Song Contest 2025 in Basel auf Sissal und ihren Titel „Hallucination“ – und hofft, damit endlich den Halbfinal-Fluch zu brechen.
Dänemark hat seinen Beitrag für den Eurovision Song Contest 2025 wie gewohnt über den Dansk Melodi Grand Prix bestimmt. Acht Acts standen im Wettbewerb, drei davon schafften es ins Superfinale: Sissal mit „Hallucination“, Adel the Second mit „The Unluckiest Boy Alive“ und Ex-ESC-Teilnehmer Tim Schou (A Friend in London) mit „Proud“. Am Ende setzte sich Sissal durch – mit insgesamt 38 Punkten aus Jury- und Televoting (20 Punkte von der Jury, 18 vom Publikum). Die Entscheidung war sehr knapp – Tim Schou erzielte 37 Punkte.
Sissal ist nach Reiley (2023) die zweite Künstlerin mit färöischer Herkunft, die für Dänemark beim Eurovision Song Contest antritt. Die Sängerin stammt aus Tórshavn auf den Färöer Inseln. Sie gewinn in den Jahren 2005 und 2010 lokale Talentwettbewerbe. 2020 zog Sissal nach Kopenhagen, um ihre Musikkarriere weiter auszubauen. Im aktuellen ESC-Jahrgang zeigt sie sich abseits der Bühne regelmäßig in den sozialen Medien und ist dort immer wieder in lockerem, humorvollem Austausch mit anderen Künstler*innen zu sehen. Sissal ist Mutter von zwei Töchtern – bei der London Eurovision Party eröffnete sie dann auch ihren Auftritt mit einem augenzwinkernden „Mommy’s here“.
Das Lied
„Hallucination“ wurde auf Englisch verfasst und entstand im Rahmen des Songwriting-Camps Scandipop. Am Schreibprozess beteiligt waren neben Sissal selbst auch Chris Chordz, Line Spangsberg, Linnea Deb, Malthe Johansen, Marcus Winther-John und Melanie Wehbe. Linnea Deb war bereits an mehreren ESC-Beiträgen beteiligt, darunter am schwedischen Siegerlied „Heroes“ von Måns Zelmerlöw (2015).
Musikalisch ist „Hallucination“ ein moderner Popsong mit elektronischen Einflüssen und klar strukturierter Produktion. Inhaltlich geht es um die Begegnung mit einer Person, zu der die Verbindung so stark erscheint, dass sie fast unwirklich wirkt – zwischen intensiver Nähe und der Frage, was real ist und was nicht.
Sissal wird im zweiten Halbfinale am 15. Mai auf dem 11. Startplatz antreten.
Der Check
Song: 3/5 Punkten
Stimme: 4/5 Punkten
Darbietung: 3/5 Punkten
Instant Appeal: 3/5 Punkten
Benny: Dänemark bleibt Dänemark und schickt Pop ohne jede Ambition. An „Hallucination“ ist erstmal überhaupt nichts verkehrt, das Lied geht ins Ohr, hat schöne elektronische Elemente und Sissal ist eine tolle Sängerin und Performerin. Allein: Das Gesamtpaket wirkt so altbacken und in die Jahre gekommen, das würde wohl selbst in Deutschland keine Radiojury mehr in die Vorentscheidung lassen. Wobei, den letzten Halbsatz nehme ich zurück. Insgesamt viel zu farblos. 5 Punkte
Berenike: Ich kann nicht mal sagen, dass der Song schlecht ist. Er ist einfach nur so was von absolut egal. Komposition und Arrangement sind so generisch, einfallslos und öde. In den 90ern war der Minibeat vielleicht noch innovativ, aber nicht 2025. Ich verstehe auch nicht, wie Dänemark schon wieder auf die Idee kommt, dass es cool sei, wenn mir eine Sängerin langgezogene Vokale entgegen schreit. Nein, das ist höchst unangenehm. 2 Punkte
Chris: Guilty pleasure mit dem „luluu“-Effekt und Sissal ist einfach zu sympathisch, um sie schon im Halbfinale zu verlieren. 8 Punkte
Giulia: Das „Uuuuuh“ ist nervig und das Lied einfallslos. Viel mehr bleibt da nicht zu sagen. Man muss es nicht hassen, aber mögen fällt schwer. 2 Punkte
Laureen: Vorweg: Sissal ist wahnsinnig sympathisch. Sie nimmt sich, diese Performance und diesen Beitrag selbst nicht ernst und das ist wundervoll mit anzusehen. Trotzdem wäre es natürlich schön gewesen, wenn Dänemark einen Song sendet, der nicht nach Mello 2010 klingt. Und auch die Performance? Die Windmaschine? Ich sag’s ja seit dem Live-Blog: Sissal neu verföhnt. Ihre Stimme und ihre Selbstironie können das alles leider nicht retten. Das Staging soll ja in Basel verändert werden. Ich bin gespannt. 4 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Danio: 10 Punkte
- Douze Points: 7 Punkte
- Manu: 5 Punkte
- Max: 6 Punkte
- Peter: 5 Punkte
- Rick: 10 Punkte
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 64/132 Punkten.
Beim ESC-kompakt-Index landet „Hallucination“ auf Platz 34.
Wie schneidet der dänische Beitrag "Hallucination" von Sissal ab?
- Bleibt im Halbfinale hängen (50%, 215 Votes)
- Platz 21-26 (20%, 87 Votes)
- Platz 16-20 (16%, 67 Votes)
- Platz 11-15 (8%, 36 Votes)
- Top 5 (3%, 13 Votes)
- Platz 6-10 (3%, 13 Votes)
Total Voters: 431
Bisher erschienene Songchecks:
Erstes Halbfinale
- (1) Estland: „Espresso Macchiato“ von Tommy Cash
- (2) Island: „Róa“ von VÆB
- (3) Polen: „GAJA“ von Justyna Steczkowska
- (4) Portugal: „Deslocado“ von NAPA
- (5) Slowenien: „How Much Time Do We Have Left“ von Klemen
- (6) Schweden: „Bara Bada Bastu“ von KAJ
- (7) Ukraine: Bird of Pray“ von Ziferblat
- (8) Albanien: „Zjerm“ von Shkodra Elektronike
- (9) Aserbaidschan: „Run With U“ von Mamagama
- (10) Belgien: „Strobe Lights“ von Red Sebastian
- (11) Kroatien: „Poison Cake“ von Marko Bošnjak
- (12) Zypern: „Shh“ von Theo Evan
- (13) Niederlande: „C’est la vie“ von Claude
- (14) Norwegen: „Lighter“ Kyle Alessandro
- (15) San Marino: „Tutta l’Italia“ von Gabry Ponte
Zweites Halbfinale
- (19) Armenien: „Survivor“ von PARG
- (20) Australien: „Milkshake Man“ von Go-Jo
- (21) Österreich: „Wasted Love“ von JJ
- (22) Griechenland: „Asteromáta“ von Klavdia
- (23) Irland: „Laika Party“ von EMMY
- (24) Lettland:„Bur man laimi“ von Tautumeitas
- (25) Litauen: „Tavo Akys“ von Katarsis
- (26) Montenegro: „Dobrodošli“ von Nina Žižić
- (27) Tschechien: „Kiss Kiss Goodbye“ von ADONXS
Finale
- (16) Italien: „Volevo essere un duro“ von Lucio Corsi
- (17) Spanien: „ESA DIVA“ von Melody
- (18) Schweiz: „Voyage“ von Zoë Më
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Ich mag schon die Struwelpeterine (Frau L. aus dem Toaster) nicht besonders, warum also sollte mir ihre schlechtgekleidete Billigkopie in deren Windmaschinenschatten gefallen. Und Songs mit langgezogenen A-A-As, O-O-Os oder U-U-Us mag ich auch nicht. Und wenn ein Song 2025 generisch ist, dann „Halu-u-u-u…“.
Für sowas ist in meiner Kiste der 20 Songs auf Platz 30 entschieden kein Platz.
Wenn das ein schwedischer Beitrag wäre, käme er im Finale unter die Top 10, da es aber Dänemark ist, kommt er nicht ins Finale, wo er auch nicht hingehört.
Harter, aber leider zutreffender Kommentar.
uff!
das semiaus halte ich für die beste option und so habe ich auch gevotet – das ist die xte nummer in der (typischen) ESC-art und das kann ich wirklich nicht mehr goutieren.
es ist mir auch unbegreiflich,was die dänen sich in den letzten jahren dabei denken, also immer einen ähnlichen sound zu schicken,den aber die routinierten schweden viel besser können.
das ist ein bißchen karg für das land mit der ältesten 🇩🇰 der welt.
desweiteren stelle ich nach mittlerweile sehr vielen blogger-checks fest,daß die jubelperserei mit an board ist. 😺
das mit den semiausvotes haut bei mir aber auch nicht richtig hin,weil es rein rechnerisch zu viele sind… 😵💫 🥴
song: 0/5
stimme: 1/5
darbietung: 0/5 (beim dänenvorentscheid)
instant appeal: 1/5
1963 hat Dänemark so richtig gepunktet – und das sehr verdient!
Seitdem ist nicht ganz soviel in unserem sympathischen Nachbarland aus ESC Sicht passiert. 2025 wird sich wohl nichts ändern. Ich finde es vorhersehbar und langweilig!
„Dansevise“ ist einer der schönsten ESC-Beiträge überhaupt ! Leider ein wenig in Vergessenheit geraten.
Dänemark setzte von 1967 bis einschließlich 1977 beim ESC aus. Vielleicht wäre eine weitere Auszeit das Richtige für unseren nördlichen Nachbarn.
Oh, ganz vergessen.
Egal, ist Dänemark aka das Deutschland Skandinaviens.
Macht et joot, schwing De Hoot im Semi.
Emmelie de Forest gewann vor 12 Jahren für Dänemark den ESC und hat nun ihren neuen Song „Delete“ veröffentlicht:
Es sieht wohl ganz nach dem fünften Mal NQ in Folge aus…
Liebe Dänen, das ist leider nur ein schwacher Aufguß diverser Titel vom Mello. Die Interpretin hängt sich zwar rein, aber musikalisch bleibt da nix hängen.
Von mir gibt es 3,5 von 12 Punkten und Platz 28 von 37
Der wievielte Euphoria-Verschnitt ist das jetzt inzwischen schon? Man kann sie gar nicht mehr zãhlen. Dabei ist es erstaunlich, dass man noch stampfiger und bewegungsresistenter rüber kommen kann als Natalie Horler.
Sissal wird heute ihren Wettbewerbstitel für den ESC aus dem DR Koncerthuset präsentieren:
https://youtu.be/hC3ECaEsmPA?si=BYuy68ZQQlsqYuv1
Szene: Ich erfahre das Sissal den dänischen Vorentscheid gewonnen hat. Für mich nichts besonderes.
Auch das Lied ist für mich nichts besonderes. Sissal scheint witzig und sympathisch zu sein. Ich denke das Dänemark auch mit dem Lied nicht ins Finale kommt. In meinem Ranking ist unser nördlicher Nachtbar auf Platz 30/37.
Übrigens: Fand auch das Outfit vom Vorentscheid komisch.
Sissal ist mit ihrem Song beim Zürich Pride aufgetreten: