ESC-Songcheck kompakt (19) – Griechenland: „SUPERG!RL“ von Stefania

Die erst 17-jährige Stefania Liberakakis wurde vom griechischen Fernsehsender ERT für den abgesagten ESC 2020 in Rotterdam direktnominiert. Damit wählten die Griechen das zweiten Jahr in Folge ihren Beitrag intern, wenn man das total verkorkste Vorentscheidungsjahr 2018 mal außen vor lässt.

Stefania wurde in Utrecht geboren und ist eine niederländisch-griechische Künstlerin. Eine unbekannte im ESC-Universum ist sie nicht – im Jahr 2016 vertrat sie als Mitglied des Trios „Kisses“ die Niederlande beim Junior Eurovision Song Contest in Valletta und belegte damals den achten Platz. Zuvor hatte sie sich bereits in der niederländischen Ausgabe der Casting-Show „The Voice Kids“ einen Namen gemacht. Es folgten Solo-Singles, die in Griechenland nicht unbeachtet blieben. Ihre Karriere erreichte mit der Direktnominierung für Rotterdam das nächste Level, der Sender ERT hat bereits bestätigt, dass Stefania im kommenden Jahr noch einmal für die Helenen an den Start gehen werde.

Der Song 

„SUPERG!RL“ ist ein klassisches Pop-Lied mit Ethno-Elementen. Das Lied vereint damit amerikanischen Pop-Sound mit traditionellen, orientalischen Instrumenten und Klängen. Der Aufbau des Songs ist ebenfalls Standard und verläuft im klassischen Strophe-Pre-Chorus-Refrain-Bridge-Muster, um in einen finalen Refrain zu enden. In „SUPERG!RL“ geht es um ein Mädchen, das über Superkräfte verfügt und mit diesen die Welt retten will, das Thema wird auch im zugehörigen Videoclip aufgegriffen.

Geschrieben wurde das Lied wurde von Dimitris Kontopoulos, dem Songwriter-Team Arcade und Sharon Vaughn. Als Produzenten tätig waren ebenfalls die Herren von Arcade tätig, namentlich sind das Pavlos Manolis, Anastasios Rammos, Diverno und Gabriel Russell.

Der Check

Song: 4/5 Punkte
Stimme: 3/5 Punkte
Instant-Appeal: 4/5 Punkte
Optik: 5/5 Punkte

Benny: Das ist dann wohl die JESC-isierung des ESC. Musik, Text und Video sind für Achtjährige sicherlich ansprechend und haben damit bestimmt auch ihre Berechtigung. An vormalige ESC-Größen der Nullerjahre, denen dieser Ethno-Pop-Mix sicherlich nacheifern sollte, kommt „SUPERG!RL“ (in Großbuchstaben und mit Ausrufezeichen) bei Weitem nicht heran. Und die Strophen sind einfach sterbenslangweilig. 3 Punkte.

Berenike: Für den JESC wäre es eine richtig coole Nummer gewesen. Für den „großen“ ESC ist es vielleicht etwas zu teenie-haft, aber es hat natürlich dort genauso seine Berechtigung. Und auch wenn es etwas nach Schablone wirkt, so hat es doch eine gewisse coole Ausstrahlung und durch die Ethnobeat-Spur erhält es etwas Charakteristisches. Mir gefällt es überraschenderweise gar nicht so schlecht. 7 Punkte.

Douze Points: Eigentlich ist „SUPERG!RL“ ein Song, der mir richtig gut gefallen müsste. Müsste. Denn dieser nervige Refrain ohne Sinn und Verstand bringt mich um den Letzteren. Da hilft leider auch nicht der effektive Pre-Chorus oder die Brücke, die jeweils für sich so viel Besseres versprechen. 6 Punkte.

Florian: Es ist immer spannend, wenn traditionelle und ethnische Elemente beim ESC miteinander vermischt werden. Bei „SUPERG!RL“ gelingt dies aber nicht. Besonders im Refrain wird dies für mich deutlich, da die elektronische Instrumentation mit diesen ethnischen Klängen überhaupt nicht zusammen passt. Da Stefania auch im nächsten Jahr für Griechenland antreten wird, bleibt nur noch zu hoffen, dass es dann einen stärkeren Song geben wird. 4 Punkte.

Manu: Puh, das geht irgendwie komplett an mir vorbei. „SUPERG!RL“ klingt für mich wie der uninspirierte Versuch, ein Lied aus „High School Musical“ krampfhaft auf modern und ESC-tauglich zu trimmen. Die fast gesprochene 1. Strophe und auch das orientalische Instrument klingen noch relativ ok, aber spätestens im 2. Refrain möchte ich das einfach weg haben. 3 Punkte.

Max: Ich war wirklich sehr gespannt auf das, was die Griechen aus „SUPERG!RL“ auf der Bühne gemacht hätten. Eingängige Ethno-Pop-Nummer mit einer sympathischen, süßen Sängerin. In einem Jahrgang der krassen Gegensätze vielleicht zu brav, zu verspielt, aber dennoch gut. Ins Finale wäre Stefania sicherlich gekommen, dort wäre es dann ziemlich eng für sie geworden. Den JESC würde sie sicherlich gewinnen, beim erwachsenen Contest sehe ich eher schwarz. Ich mag den Beitrag trotzdem, 8 Punkte von mir.

Peter: Das beste an „SUPERG!RL“ ist das sexy „Britney meets Supernatural“-Video. Griechenland gehört zu einem ESC-Lieblingsländern, aber dies ist musikalisch leider der am wenigsten inspirierende Output der letzten zehn Jahre, sorry. Dieses Ehno-Style-Geschrammel ist sogar schon nach einer Minute nervig und der verpoppte HipHop ist zwar relativ catchy, aber dann doch wenig originell. Und dieses Geschrammel immer zwischendurch ist anstrengend, das sagte ich ja schon. Weil Stefania supercute ist und einen tollen langen Ton (fast) am Songende hält, gibt’s von mir 5 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 36/84 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „SUPERG!RL“ auf Platz 31 von 41.

Wie hätte der griechische Beitrag "SUPERG!RL" von Stefania abgeschnitten?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis

(1) Australien: „Don’t Break Me“ von Montaigne
(2) Irland: „Story Of My Life“ von Lesley Roy
(3) Litauen: „On Fire“ von THE ROOP
(4) Nordmazedonien: „You“ von Vasil
(5) Russland: „UNO“ von Little Big
(6) Schweden: „Move“ von The Mamas
(7) Slowenien: „Voda“ von Ana Soklič
(8) Weißrussland: „Da Vidna“ von VAL

Zweite Hälfte des ersten Semis

(9) Aserbaidschan: „Cleopatra“ von Efendi
(10) Belgien: „Release Me“ von Hooverphonic
(11) Israel: „Feker Libi“ von Eden Alene
(12) Kroatien: „Divlji Vjetre“ von Damir Kedžo
(13) Malta: „All Of My Love“ von Destiny
(14) Norwegen: „Attention“ von Ulrikke
(15) Rumänien: „Alcohol You“ von Roxen
(16) Ukraine: „Solovey“ von Go_A
(17) Zypern: „Running“ von Sandro

Erste Hälfte des zweiten Semis

(18) Estland: „What Love Is“ von Uku Suviste


31 Kommentare

  1. Mir gefällt „Superg!rl“ eigentlich ganz gut. Hier wurde das Rad zwar nicht neu erfunden, aber Stefania hat eine angenehme Stimme, wie ich finde, und der Song ist auch eher „leichte Kost“, im positiven Sinne.
    Gefällt mir auf jeden Fall besser als Griechenland 2019, das fand ich schrecklich.
    Ich könnte mir schon vorstellen, dass Stefania ins Finale gekommen wäre, und dort hätte sie einen guten Mittelfeldplatz belegt.

  2. Einer der Lieblingsbeiträge meiner fünfzehnjährigen Tochter, war klar, ist aber nicht mein Ding, würde im Semifinale hängen bleiben

  3. Das ist garnicht meins und kann es mir auch nicht schön hören . Das würde für mich nicht ins Finale kommen und im Halbfinale wohl einer der letzten Plätze .

  4. Griechenland inklusive bad karma Ausrufezeichen, das ca. 20 Jahre fast immer (für m!ch) gute Songs schickte, stürzt hier mit einem pre-Teenie-Lied auf einen Aphrodisiac-ähnlichen Tiefpunkt. Und wie Deutschland und Zypern fand man im eigenen Land keine/n Sänger/in, um das Machwerk vorzutragen. Werde ich nicht vermissen.

    • „Aphrodisiac“ war nicht so schlecht, das hatte doch alles was wir uns wünschen: Ein interessantes Songthema und ein paar sexy Tänzer

  5. Also es ist echt komisch, dass die Griechen seit 2015 überhaupt nicht mehr an die Erfolge von 2004-2013 anknüpfen können.
    Stefania, Demy, Argo hätten eigentlich alle die Chance dazu gehabt, aber irgendwie waren alle diese Versuche total belanglos…

  6. Der idealtypische Song für mein mittleres Mittelfeld: Einige nette Stellen, aber nichts wirklich Besonderes, ein paar nervige Stellen, aber eben nur ganz leicht nervig. Nach dem ersten Hören hielt ich den Titel für extrem uninspiriert, aber der Instrumentalabspann im ersten Video lies mich schnell erkennen, dass das „Grundgerüst“ des Songs doch gar nicht so schlecht ist.

    Ich gebe 6 Punkte (von 12).

  7. Sex!st! Wenn die Lautner Bros. SuperboyZ singen würden, wärst Du begeistert!

  8. Also, erstmal muss ich einfach sagen, dass Stefania natürlich bei weitem nicht an das absolute Masterpiece herankommt, dass Katerine Duska letztes Jahr abgeliefert hat. „Better Love“ war mein 2. Platz 2019, ich hab es erst gestern wieder gehört und mir geht das Herz auf bei diesem Song, wirklich wahr.

    Jetzt Stefania. Toller Anfang im Instrumental. Geht ins Ohr. Gute Bridge. Der Text etwas repetitiv und auch ein wenig JESC. Aber: „There`s no wonder it takes a woman to be a hero more than a human“. Ich weiß noch nicht so recht, was mir diese Zeile sagen soll, aber es ist cool. Und dazu das Schild „No pets. No superhumans“. Wie geil ist das bitte? Natürlich ein total cringyges (?) Musikvideo, aber irgendwo passt es dann auch wieder. Der Kampf für Akzeptanz (Superkräfte) in einer Welt voller Mittelmäßigkeit (Schulsituation und gleichförmiger Tanz) und medialen Hypes (Smartphones, YouTube views) mit epischem Ende (2x Fliegen), gleichwohl bodenständig und etwas kindisch (Katze retten). Und dann kriegt sie auch noch den Nerd ab, der aber wenigstens was im Kopf hat und sympathisch ist, während die sunnyboys mal wieder charakterlich Defizitäre sind, die ihm das schöne Bild zerreißen und zurecht das bekommen, was sie verdienen und zwar obendrein von der starken Frau. Klischhehaft? Natürlich. Wünschenswert? Aber sowas von! Passend dazu dann eben auch mal kein Sakis aus Griechenland, sondern die sassyge (? wie macht @Peter das nur immer mit den Anglizismen? xD) junge Frau. Ist abgenickt!
    7.5/10 und Platz 17 von 41.

  9. Na ja, ich glaube nicht dass Griechenland damit seine Durststrecke beendet beendet hätte. Der Song fängt ganz gut an, der Refrain ist aber ziemlich nervig und das Wort „Supergirl“ wird auch zu oft wiederholt. Danach verliert sich der Song in den Nebeln von Norwegen. 😉

    Aber wenigstens ist die Katze die sie vom Baum rettet süß.

  10. Man mische 1 Brühwürfel Instantethno und 3 Esslöffel Mädchenpop. Alles gut verrühren und drei mal aufwärmen. Lauwarm servieren. Fertig ist der griechische Beitrag.

  11. Also ich weiß nicht, jetzt gehen schon diese elendigen Karnevals-Luftrüssel als Ethnotröte durch. Das transformiert mich. Wir sehen uns heut‘ Nacht in der Elm Street.

  12. Jetzt aber mal seriös. Ein bisschen Girliepop ist schon in Ordnung, irgendwo muss der Fannachwuchs ja herkommen. Stefanias Stimme ist auch bereits über jenen Kreissägensopran hinausgewachsen, den man sich beim JESC anhören muss. Passt also, würde ich meinen.
    Wahrscheinlich ist uns eine recht kurzweilige Inszenierung entgangen, wofür ich quasi den Videobeweis heranziehen möchte. Der Song ist wohl bloß ein Soundtrack für das visuelle Abrakadabra, mit dem die „Dream-Team“-Familie so gerne zaubern geht.
    Ich persönlich wünsche mir da ein bisschen mehr „Song“ im Contest, aber egal. Was mir wirklich nicht mehr wurscht ist, ist die Pseudo-Folktröte zur Aufmerksamkeitsgenerierung. Dem nächsten musikalischen Vollhonk, der mir damit um die Ecke kommt, dem blase ich echt den Ethnomarsch.

    • Gegendarstellung zu „Wahrscheinlich ist uns eine recht kurzweilige Inszenierung entgangen, wofür ich quasi den Videobeweis heranziehen möchte.“:
      Yianna Terzi
      Beweisaufnahme ist geschlossen

  13. Gesang: Mit Dialekt ++ Klar ++ Keine große Stimme ++ Tendenz zum Schreien
    Melodie: Zumindest mehr als Elektronik ++ Stutz den Text ++ Interessant ++ Originell
    Gesamt: Sticht doch heraus ++ Doch stark ++ Bleibt hängen ++ Übung macht die Meisterin
    Chancen: Finale ++ Finale ++ Gut ++ Gehört ins Finale
    Optik: Bitte nicht die Schulmädchen auf die Bühne bringen ++ Das Mädchen von Nebenan ++ ‘Blende hier ihre Firmennamen ein’ ++ Ich bewerte keine Frauen

  14. Stephania entführt für gut drei Minuten in ihre kindliche Traumwelt.
    Ich lasse mich gerne auf den Zauber ein und erinnere mich für einen Augenblick an die Helden und Heldinnen meiner Kindheit. Obwohl ich versuche, die musikalischen Schwächen zu überhören, muß ich letztendlich zugeben, dass „Supergirl“ (Ich verweigere das „ ! “) überhaupt nicht meine Musik ist. Bestimmt hätten viele junge und ganz junge Zuschauerinnen für Stephania ihr Taschengeld geopfert und für sie angerufen. Die Bravo hätte inzwischen schon mal den Starschnitt vorbereitet. Ach, es hätte vielleicht so schön werden können.

  15. Eingängiger bis leicht repetitiver Bubblegum-Pop, der eigentlich niemanden stört. Mir gefällt’s ganz gut, wenn ich das Ausrufezeichen mal ignoriere. Wäre in dem Semi vermutlich weiter gekommen, aber dann wieder ein Platz um die zwanzig geworden, wie die letzten Jahre immer. Große Hoffnungen auf die Inszenierung würde ich mir insbesondere nach Katerine letztes Jahr nicht machen (so ein toller Song).

    Platz 18 von 41

  16. Ein paar Passagen in dem Lied find ich ganz gut, für den Rest bin ich wohl eher nicht die richtige Zielgruppe. Das Lied stört mich zwar nicht, liegt aber auf einem Level wo es stellenweise doch recht nervig wird. Deshalb von mir auch nur 4 Punkte.

  17. Anfangs habe ich das Lied gar nicht wahrgenommen, inzwischen habe ich es mir schön- (oder bewusst-?)gehört und finde es eigentlich ganz okay. Leicht langweilig, aber nicht unangenehm. Leider kein großer Wurf für Griechenland, aber mir persönlich gefällt’s besser als die Nummer vom letzten Jahr. 😉 Mit der konnte ich so überhaupt gar nichts anfangen …

  18. Supergirl Stefania als Katzenretterin in einem Netflix-Promotion-Musikvideo, wobei das Unheil beginnt, als ihre dämliche Mitschülerin auf einer Fyffes©-Bananenschale ausrutscht. Ja, man errät es schnell, wir sind im griechisch(sprachig)en Raum gelandet!
    Auch schön, wie hervorragend sich dieser Beitrag als Indikator des Durchschnittsalters der Leserschaft anbietet. Er kommt wohl deutlich besser bei jüngeren Fans an. Und, zugegeben, es ist auch ein Mini-Guilty-Pleasure für mich. Ich will es eigentlich nicht mögen, weil es so klischeeüberladen und kitschig wirkt, und trotzdem sind der „Drop“ und der Chor gegen Ende des Liedes zugegebenermaßen gut gemacht. Hätte es sehr souverän ins Finale geschafft und hätte dort recht knapp die Top 10 geschafft – bei einer einigermaßen gelungenen Performance (ist ja bei den Griechen auch nicht mehr selbstverständlich). Ich denke, hier schlagen es viele unter den eigentlichen Wert, weil sie das Lied schlicht nicht mögen. Wie gesagt, höherer Altersdurchschnitt (worüber ich aber auch froh bin!). 😉

    Prognose: Halbfinale 6/18 (70%), Finale 10-15
    Meinung: Platz 24/41 (6 Punkte)

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