
Raiven stand als einer der ersten Acts für den Eurovision Song Contest 2024 in Malmö fest: Schon Mitte Dezember wurde bekannt gegeben, dass die Sängerin Slowenien vertreten wird. Die ursprünglich geplante Vorentscheidung war damit passé. Raiven setzte sich in einem internen Auswahlprozess einer internationalen Jury unter etwa 100 Bewerberinnen und Bewerbern mit mehr als der Hälfte der Stimmen durch. Mitte Januar wurde in der Show Misija Malmö dann ihr Song „Veronika“ vorgestellt.
Obwohl Raiven, die bürgerlich Sara Briški Cirman heißt, erst 27 Jahre alt ist, hat sie schon drei ESC-Anläufe in ihrem Heimatland hinter sich: Das erste Mal trat sie 2016 bei der nationalen Vorentscheidung EMA an und erreichte mit dem Titel „Črno bel“ den zweiten Platz. Dieses Lied ist auch das einzige, mit dem sie sich bisher in den slowenischen Single-Charts platzieren konnte. Im Jahr darauf schaffte sie es mit ihren Titel „Zažarim“ auf den dritten Platz. Bei ihrem dritten EMA-Anlauf 2019 landete sie mit dem Song „KAOS“ wieder auf dem zweiten Platz.
Raiven begann ihre musikalische Laufbahn im zarten Alter von vier Jahren. Mit sechs Jahren lernte sie Harfe. Am Kunst-Gymnasium in Maribor blieb sie der Harfe treu, setzte aber auch auf Jazz und Sologesang. In Ljubljana studierte sie dann Operngesang und erreichte darin auch 2021 ihren Masterabschluss. Aufgrund ihrer umfangreichen Ausbildung und musikalischen Aktivitäten ist Raiven heute in vielen Genres von Klassik über Musical bis Electro-Pop zu Hause. Davon zeugen diverse Auszeichnungen und auch ihre Beiträge in der slowenischen Vorentscheidung. 2022 präsentierte sie ein Electro-Opera Projekt, in dem sie klassische Oper mit elektronischem Pop kombinierte.
Das Lied
Mit „Veronika“ setzt Raiven ihren Ansatz fort, die Geschichten berühmter Frauen aus verschiedenen historischen Epochen zu erforschen. In dem Lied, welches vollständig auf Slowenisch gesungen wird, geht es um die in Slowenien als Hexe berüchtigte Veronika Deseniška. Die Ehefrau eines Adeligen wurde im Mittelalter zu Unrecht der Hexerei angeklagt und später mutmaßlich im Auftrag ihres Schwiegervaters ertränkt. Über sie existieren in Slowenien mehrere literarische Werke, genauso wie eine Oper und ein Musical. Mit den Zeilen „Ich bin, du bist … Veronika!“ möchte die Sängerin verdeutlichen, dass es – wie bei Veronika – in uns allen einen Teil gibt, der verwundet ist.
Der Titel beginnt mit einem reduziert gehaltenen Intro, mit dem ersten Break in der ersten Strophe wird die Instrumentation und die Produktion insgesamt stärker. Im Refrain bricht die Melodie erneut, Raivens Gesang wird intensiver und ausdrucksstark. Es folgt eine Mischung aus elektronischen und Orchesterelementen. Zur letzten Strophe setzt Raiven auch ihre Kopfstimme ein und zeigt ihr volles Stimmvermögen.
Die Entstehung des Songs hat etwa ein halbes Jahr gedauert. Unterstützung erhielt Raiven dabei unter anderem von ihrem guten Freund Bojan Cvjetićanin, dem Frontsänger der Band Joker Out, der an Text und Musik mitgeschrieben hat. Am Text waren außerdem Klavdija Kopina und Raiven selbst beteiligt, für die Komposition zeichnen noch Danilo Kapel, Martin Bezjak, Peter Khoo und Raiven selbst verantwortlich.
Auf der Bühne in Malmö wird Raiven von Mitgliedern des Ballettensembles aus Ljubljana begleitet werden.
Der Check
Song: 3/5 Punkten
Stimme: 4/5 Punkten
Darbietung: 4/5 Punkten
Instant Appeal: 3/5 Punkten
Benny: Schwierig. Ich mag alle Einzelteile an diesem Song: Raiven als Künstlerin, den modernen Sound, die Kantigkeit – und trotzdem schafft es der Song nicht ganz, mich für sich zu gewinnen. Fast habe ich das Gefühl, dass Melodie und Struktur bei der Experimentierfreudigkeit etwas unter die Räder gekommen sind. Ich gebe mir aber weiter Mühe, denn ich will das Lied mögen. 7 Punkte
Berenike: Das gefällt mir nicht so gut, wie es sollte. Eigentlich bin ich für so etwas Hymnisch-Mystisch-Künstlerisches zu haben. Außerdem besingt Raiven quasi mich 😉 („Veronika“ ist eine lateinische Variante von „Berenike“). Dass ich mit dem Lied nur teilweise warm werde, liegt wohl vor allem daran, dass ich Raivens Stimme in den Teilen, in denen sie so hoch und leicht kreischig singt, nicht so mag. Trotzdem hat der Song etwas Faszinierendes und ich vergebe 7 Punkte.
Douze Points: Das Beste an diesem Beitrag ist das offizielle Video, das trotz weniger Sixpacks „We Will Rave“ optisch problemlos outperformt. Nur leider geht es darum nicht beim ESC, sondern ums Lied. Und das kriegt mich nicht wirklich. Dieser „Toy“-Zungenzwirbler nervt mich zunehmend, und das Finale des Songs ist ziemlich redundant. Da muss in Malmö schon eine knackige Inszenierung her! 4 Punkte
Flo: Was doch sehr spannend anfängt, verläuft sich irgendwo im Laufe des Songs, der zwar eine gewisse Dramatik bietet, aber nicht so leicht zugänglich ist. Als Gesamtkunstwerk ist das sicher eine gute Leistung, die auf der Bühne besser zur Geltung kommen dürfte als der Song für sich genommen. So fällt es mir aber schwer, „einzusteigen“, dafür sind mir auch zu viele musikalische Brüche enthalten, die schon fast stakkatoartig aufeinander folgen. 6 Punkte
Manu: Raiven kommt nun also auch endlich durch die interne Auswahl zum ESC. Dass sie fantastisch singen kann, steht sicher außer Frage. Dazu hören wir Trommeln, mystische Rhythmen und Sounds, einen kreativen Spannungsbogen und eine Menge Drama. Das sollte mich eigentlich begeistern, doch gerade was den Klangteppich angeht, bleibt für mich das Gefühl, dass hier mehr drin gewesen wäre. Am Ende verbleiben trotzdem noch wohlwollende 7 Punkte.
Max: Interessanter Song allemal aus Slowenien, schon im zweiten Jahr infolge für mich. „Veronika“ ist nicht das Lied, das man im Auto laut aufdreht um mitzusingen. Klar. Aber es ist der epische Beitrag in Landessprache, der auf der Bühne in Malmö einiges hergeben wird – falls gut gestaged wird. Ich bin jedenfalls sehr gespannt. 7 Punkte
Peter: Was für ein Rückschritt nach Joker Out im letzten Jahr. Weniger Discofun, mehr Kammerspiel mit Performance-Art-Anspruch. Weniger Ausgelassenheit, dafür eine starke Stimme gepaart mit Mystik. Das hat sicher Freunde, ich gehöre eher nicht dazu. Das ist ein dramaturgisch ausgefeiltes Powerstück mit krawalligen Elektro- und Orchesterbrüchen, aber frei von Instant Appeal. Raiven war nach mehreren Anläufen wohl einfach mal dran, und ein Song in Landessprache hat auch immer eine signifikante Eigenständigkeit. 4 Punkte
Rick: Leider finde ich, dass „Veronika“ beim ersten Hören zu sperrig ist, da die Struktur so ungewöhnlich ist. Allerdings hab ich die Hoffnung, dass man den Song etwas zugänglicher gemacht hat mit dem Revamp. An sich mag ich die Story und Raiven als Charakter nämlich sehr! Das KANN live eine positive Überraschung werden. Ich bin echt hin- und hergerissen. Mit Luft nach oben vergebe ich aber erst mal 5 Punkte.
Gesamtpunktzahl: 47/96 Punkten
Beim ESC-kompakt-Index landet „Veronika“ auf Platz 11 von 37.
Wie schneidet der slowenische Beitrag "Veronika" von Raiven ab?
- Platz 15-20 (34%, 203 Votes)
- Bleibt im Halbfinale hängen (22%, 134 Votes)
- Platz 21-26 (18%, 108 Votes)
- Platz 11-15 (15%, 92 Votes)
- Platz 6-10 (7%, 44 Votes)
- Top 5 (3%, 17 Votes)
Total Voters: 598
Bisher erschienene Songchecks:
Erstes Halbfinale
(1) Kroatien: „Rim Tim Tagi Dim“ von Baby Lasagna
(2) Zypern: „Liar“ von Silia Kapsis
(3) Irland: „Doomsday Blue“ von Bambie Thug
(4) Litauen: „Luktelk“ von Silvester Belt
(5) Polen: „The Tower“ von LUNA
(6) Serbien: „Ramonda“ von Teya Dora
(7) Ukraine: „Teresa & Maria“ von alyona alyona & Jerry Heil
(8) Australien: „One Milkali (One Blood)“ von Electric Fields
(9) Aserbaidschan: „Özünlə Apar“ von FAHREE feat. Ilkin Dovlatov
(10) Finnland: „No Rules!“ von Windows95man
(11) Island: „Scared of Heights“ von Hera Björk
(12) Luxemburg: „Fighter“ von TALI
(13) Moldau: „In The Middle“ von Natalia Barbu
(14) Portugal: „Grito“ von iolanda
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Mystisch, mystisch und ein bißchen spooky zu Beginn.
Ich warte, dass es losgeht – dieses Netta-Ding mich dann hoffen,
aber statt „Toy-Party“ geht es mit der mir zu hohen Kopfstimme weiter,
so dass ich gar keinen Zugang zu diesem Beitrag bekomme.
Fein, dass es in slowenisch gesungen wird – aber diese Mischung aus
verhexter Opernarie und krausem Beat ist nichts für mich.
Möglicherweise kein Auftritt für Raiven beim Grand Finale.
Mit Abschluss des letzten Songchecks aus Semi 1 hier nun meine Semi-Rangliste, für die ihr mich gleich zerreißen werdet:
1. Litauen
2. Zypern
3. Serbien
4. Slowenien
5. Kroatien
6. Aserbaidschan
7. Ukraine
8. Irland
9. Australien
10. Moldawien
11. Luxemburg
12. Portugal
13. Island
14. Polen
15. Finnland
Als Veronika veröffentlicht wurde, war der Hype ziemlich groß und mir schien unverständlich, wie gut der Song ankam. Klar, wieder viel nackte Haut im Wasser, mich hat das alles mehr verwundert als begeistert. Und klar würde sich das ändern, wenn erst mal mehr Songs veröffentlicht werden. Ergo: ich fand es nicht so dolle.
Jetzt sind alle Songs da, ich hab gedacht, meine Entscheidungen sind für mich gefallen und schwupps: kommt dieser Songcheck und alles purzelt in sich zusammen.
Dieses Lied ist nicht „gefällig“ und bedarf nicht nur einer guten Stimme, sondern auch einer ausgefeilten Performance. Aber wenn beides vorhanden ist, kann das richtig richtig gut werden. Dann purzeln die schnellen Nummern, die lustigen Nummern, die poppigen Nummern hinten ab…
Ich weiß, es wird nicht gewinnen, aber es könnte in die Top 10 kommen… und das finde ich für ein Jahr, in dem 50 Jahre Waterloo gefeiert werden, einfach grandios, weil ganz anders. (Liebe Grüße an Peter: ich mag dich sehr, aber deine Abbamanie in diesem Jahr ist wirklich etwas nervtötend und ich bin froh, wenn es ins 51ste Jahr geht). Nichts für ungut bitte, ist ja nur meine Meinung.
Bleibt weiterhin in meinen Top 3. Finde spannend, dass sich meine Meinung und die der Blogger dieses Jahr ziemlich unterscheiden. Allein schon im Hinblick ob man dieses Jahr insgesamt stark oder, wie ich, ziemlich schwach finde
Aber auch das ist der ESC!
Ich mochte den Song von Anfang an. Auch heute mag ich ihn. Ich glaube dieses mystische mit Trommel begleitende mag ich. Auch der Gesang ist gut. Bin gespannt was beim Revamp verändert wird.
Im Ranking ist Slowenien auf Platz 16/37
Ich denke das Slowenien in diesem Jahr Platz 16 – 20 erreicht.
Für mich wird Raiven mit ,,Veronika ‚ die große Überraschung beim ESC. Das liegt an der atemberaubenden Bühnenpresenz von Raiven.Was für eine überragende Sängerin,dazu megaattraktiv …der Song ist mystisch und spannend. Neben Angelina Mango und dem Kroaten für mich im Finale eine der Favoriten.Werde im Halbfinale für Raiven anrufen.Das habe ich bisher erst zweimal gemacht,für Maneskin und Barbara Pravi.Die wurden ja bekanntlich 1 und 2 im Finale….12 Point to Slovenia 10 Points to Italia 8 Points Croatia 6 Points to Israel 5 Points Greece 4 Points Austria 3 Points Serbia 2 Points Ukraine 1 Point Luxemburg
Slowenien gehört ja wie Serbien mit zu den Nationen, die in den letzten Jahren fast durchweg auf Landessprache setzen. Im Gegensatz zum ins Englische übersetze albanische Beitrag konnte so, die eigene slawische Eigenart beibehalten werden und diese macht den großen Reiz von „Veronika“ aus. Zum zweiten Mal in Folge ist zudem der slowenische Song mein Lieblings-Ex-Jugoslawien-Beitrag, wenn auch dieses Jahr mit ein paar Abstrichen. Die Struktur der Komposition ist mir an ein paar Stellen zu gewollt. Dennoch gefällt mir der dramatische Aufbau und ich hoffe, dass Raiven vor allem im Songfinale dies auch stimmlich so rüberbringen kann. So vergebe ich zunächst einmal eine 8/10.
Somit habe ich folgende Endstand im ersten Halbfinale:
1.Litauen 9/10
2. Ukraine 8,5/10
3. Luxemburg 8,5/10
4. Portugal 8/10
5. Slowenien 8/10
6. Irland 7,5/10
7. Polen 7/10
8. Kroatien 7/10
9. Serbien 7/10
10. Aserbaidschan 6,5/10
11. Australien 6/10
12. Zypern 5,5/10
13. Moldau 4,5/10
14. Island 3,5/10
15. Finnland 1/10
Gesamt:
4. Litauen 9/10
6. Ukraine 8,5/10
7. Luxemburg 8,5/10
9. Portugal 8/10
10. Slowenien
12. Irland 7,5/10
15. Polen 7/10
16. Kroatien 7/10
18. Serbien 7/10
20. Aserbaidschan 6,5/10
25. Australien 6/10
28. Zypern 5,5/10
32. Moldau 4,5/10
35. Island 3,5/10
37. Finnland 1/10
Meine Einschätzung für Malmö: von den drei jugoslawischen Beiträgen möglicherweise derjenige, der am meisten Zittern muss. Dennoch sind die Aussichten ganz gut und daher glaube ich, dass Raiven es ins Finale schafft und dort dann recht weit hinten landen wird (18-24).
Nun ist das erste Halbfinale komplett und oben seht ihr, wen ich gerne im Finale sehen würde. Meine Einschätzung weicht dann aber etwas ab.
Sicher im Finale: Kroatien, Ukraine
Wahrscheinlich im Finale: Litauen, Serbien, Finnland
Eher im Finale: Luxemburg, Slowenien, Irland, Zypern, Aserbaidschan
Eher nicht im Finale: Polen, Portugal
Sicher nicht im Finale: Island, Moldau, Australien