ESC-Songcheck kompakt (21) – Österreich: „Amen“ von Vincent Bueno

Österreich entschied sich bereits im März letzten Jahres dafür, den 35-jährigen Vincent Bueno erneut zum ESC nach Rotterdam zu schicken. Dafür wurde per internem Auswahlprozessprozess der Song „Amen“ gefunden, mit dem der österreichische Sänger im zweiten Halbfinale antreten wird.

Vincent wurde am 10. Dezember 1985 in Wien geboren, wo er auch die Schule besuchte. Musik hatte für ihn immer eine große Bedeutung. Bereits im Alter von sechs Jahren begann er zu musizieren und begleitete seinen Vater, der selbst Musiker ist, schon als Kind zu dessen Auftritten. 2003 beschloss er, aus seiner Leidenschaft einen Beruf zu machen und begann mit der Ausbildung „Musikalisches Unterhaltungstheater – Musical“ am Konservatorium in Wien, die er 2007 abschloss.

Einem größeren Publikum wurde Vincent durch seine Teilnahme an den ORF-Shows „Musical! Die Show“ und „Dancing Stars“. Er nahm außerdem mit „All We Need Is That Love“ an der österreichischen ESC-Vorentscheidung 2016 teil und unterstützte 2017 Nathan Trent als Backgroundsänger in Kiew. Mit “Wieder Leben“, „INVINCEBLE“ und dem Ende 2020 erschienenen „On the Run“ hat der Sänger außerdem schon drei Studioalben veröffentlicht.

Der Song

Geschrieben und getextet wurde Vincent Buenos „Amen“ von Ashley Hicklin, der auch unter seinem Pseudonym Bright Sparks bekannt ist und zum Beispiel als Co-Songwriter von „Me and My Guitar“ von Tom Dice (Belgien 2010) oder „Universo“ von Blas Cantó (Spanien 2020) bereits ESC-Erfahrung vorweisen kann. Er hat außerdem mit Go_A aus der Ukraine an potenziellen Songs für den ESC 2021 gearbeitet. Produziert wurde der österreichische ESC-Beitrag 2021 von Jonas Thander, die Backing-Vocals kommen von Tobias Carshey. Für die Inszenierung in Rotterdam ist Marvin Dietmann verantwortlich.

Zum Song sagte Vincent Bueno selbst: „Auf den ersten Blick geht es um eine dramatische Beziehungsgeschichte, aber für mich geht es vor allem um diesen inneren Kampf, den jeder kennt, mit den eigenen Stärken und Schwächen, der in eine helle Zukunft führt.“ 

Der Check

Song: 3/5 Punkte
Stimme: 4/5 Punkte
Instant-Appeal: 2/5 Punkte
Optik: 3/5 Punkte

Benny: „Amen“ ist im Vergleich zu „Alive“ ein riesengroßer Schritt nach vorne. Mir gefällt Vincents Stimmfarbe und ich mag den Aufbau des Songs. Aber: Das Lied hätte einen Refrain verdient gehabt, der aus mehr Text besteht als nur aus einer Zeile, die gefühlt 50 Mal wiederholt wird. Dadurch wird’s leider schnell langweilig und ich finde, dass der Song zu sehr auf den großen ESC-Effekt setzt statt auf die Authentizität von Vincent, die er in den Strophen zeigen kann. 4 Punkte.

Berenike: Objektiv gesehen schicken die Österreicher einen gut gemachten, professionellen Beitrag nach Rotterdam. Subjektiv kann ich mit „Amen“ aber nicht viel anfangen. Es wirkt absolut glatt und in seiner Professionalität unnahbar auf mich. Es lässt mich beim Anhören kalt, ich kann keine emotionale Verbindung aufbauen. Da es mir beim Jury-Sieger 2018 Cesár Sampson ähnlich ging, sagt das aber nichts über die generelle Qualität des Songs aus. 3 Punkte.

Douze Points: Nachdem ich mit „Alive“ im letzten Jahr nie richtig warm geworden bin, holt mich Vincent Bueno mit „Amen“ deutlich besser ab. Ich mag seine Stimme in diesem Lied sehr. Insgesamt baut sich das Lied aber schön auf und hat durch den Refrain kräftige Akzente. Natürlich ist dessen Text ein bisschen simpel, das reicht aber dennoch für 8 Punkte.

Florian: Das zweite „Amen“ in diesem Jahr ist insgesamt eingängiger als das slowenische Gegenstück und gleichzeitig ein krasser Gegensatz zu Vincent Buenos Song im letzten Jahr. Mir gefällt der ruhige und zurückgenommene Beginn, der Refrain wirkt leider ziemlich plump und einfach produziert. Die Kurve kriegt der Song erst wieder nach dem zweiten Refrain, die Überleitung in die Bridge und diese selbst sind durchaus gut gemacht. 5 Punkte.

Manu: Entschuldigt bitte – aber man hat ein ganzes Jahr Zeit um einen Nachfolgebeitrag für Vincent Bueno zu schreiben und zu produzieren und dann kommt dieses musikalisch höchst belanglose „Amen“ dabei heraus? Um Vincent, der doch eigentlich ein guter Musiker ist, tut es mir leid: 2 Punkte.

Max: Schade, aber ist nicht die Art Musik, die mir gefällt. Deswegen kann ich auch nicht so viel mit Mamas und Co. anfangen. Dümpelt in meinem persönlichen Ranking sehr weit hinten herum. Ist definitiv kein schlechtes Lied, aber ich skippe es jedes Mal in meiner Playlist. Wird sehr schwer für Österreich, damit ins Finale zu kommen. Aber vielleicht werde ich ja eines besseren belehrt. Von mir gibt es trotzdem 3 Punkte. 

Peter: „Amen“ ist superweit weg von „Nobody but you“, auf dessen Erfolg die Macher und der ORF wohl ein bisschen schielen. „Amen“ ist sehr professionell produziert und Vincent präsentiert den Song mit viel Drive, aber „Amen“ hat nicht die Tiefe und Kraft von „Nobody but you“, sondern wirkt kalkulierter und bringt weniger Empathie rüber. Das Beste an „Amen“ sind die elegante Optik und die starke Stimme von Vincent, dem man seine Musicalerfahrung anmerkt, die ihm auch in Rotterdam bei der Performance nutzen wird. 7 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 32/84 Punkten

Beim ESC-kompakt-Index landet „Amen“ auf Platz 25 von 39.

Wie schneidet der österreichische Beitrag "Amen" von Vincent Bueno ab?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis

(1) Australien: „Technicolour“ von Montaigne
(2) Irland: „Maps“ von Lesley Roy
(3) Litauen: „Discoteque“ von THE ROOP
(4) Nordmazedonien: „Here I Stand“ von Vasil
(5) Russland: „Russian Woman“ von Manizha
(6) Schweden: „Voices“ von Tusse
(7) Slowenien: „Amen“ von Ana Soklič

Zweite Hälfte des ersten Semis

(8) Aserbaidschan: „Mata Hari“ von Efendi
(9) Belgien: „The Wrong Place“ von Hooverphonic
(10) Israel: „Set Me Free“ von Eden Alene
(11) Kroatien: „Tick-Tock“ von Albina
(12) Malta: „Je Me Casse“ von Destiny
(13) Norwegen: „Fallen Angel“ von TIX
(14) Rumänien: „Amnesia“ von Roxen
(15) Ukraine: „SHUM“ von Go_A
(16) Zypern: „El Diablo“ von Elena Tsagrinou

Zwischenstand nach dem ersten Halbfinale

Erste Hälfte des zweiten Semis

(17) Estland: „The Lucky One“ von Uku Suviste
(18) Griechenland: „Last Dance“ von Stefania
(19) Island: „10 Years“ von Daði og Gagnamagnið
(20) Moldau: „Sugar“ von Natalia Gordienko


95 Kommentare

  1. Was man bei diesem Songcheck von Vincent doch feststellen muss, das es doch viele gibt die den Song gut bis sehr gut finden. Das freut mich und bestärkt mich in meiner Meinung das es der Song mit ein bisschen Glück ins Finale schafft. Verdient hätte er es auf jeden Fall. Und an seiner Bühnenpräsenz habe ich sowieso keine Zweifel, da wird er abliefern in Rotterdam.

  2. Österreich. Wo man vergessen hat wie man Gäste freundlich empfängt, aber das wollen wir dieses Kerlchen nicht vorwerfen.

    Song: Hey Man oder Amen ?
    Stimme: was für einen Unterschied ein bissl Gesangsunterricht doch macht.
    Instant-Appeal: Erst mal sehen wie du in einer Halle singst.
    Optik: Nicht unser Typ.

  3. Ich finds gut und glaube schon, dass er damit das Finale packen kann. Hängt halt sehr von der Inszenierung und vom Gesang ab. Wenn man sich dabei keinen Fehler erlaubt, müsste er eigentlich durchkommen.

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