
Haben die Ereignisse des Eurovision Song Contest 2024 Auswirkungen auf die Teilnehmerliste im kommenden Jahr? Zumindest war der Wettbewerb in Malmö ein ganz Besonderer. Zahlreiche Geschehnisse auf und neben der Bühne sorgten für viele Diskussionen, die möglicherweise auch einige Rundfunkanstalten für 2025 abschrecken. Andererseits bietet der ESC so viel Aufmerksamkeit für ein Land, wie kaum ein anderes TV-Event.
Heute beschäftigen wir uns aber nicht mit den Dramen aus Malmö, sondern viel mehr mit den Chancen, die das Endergebnis des diesjährigen ESC eventuell mit sich bringt. Im ersten Teil berichteten wir bereits über die potenzielle Comebacks von Rumänien und Monaco und thematisierten darüber hinaus auch zwei Nationen bzw. deren Rundfunkanstalten, von denen es inzwischen schon wieder Neuigkeiten gibt…
Neuigkeiten aus Bulgarien und Andorra
Starten wir mit der negativen Meldung: Der andorranische Fernsehsender RTVA hat inzwischen bestätigt, NICHT zum ESC zurückzukehren. Einmal mehr haben Susanne Georgis Anstrengungen also nicht geholfen, den Rundfunk aus Andorra zu motivieren, wieder Teil der ESC-Familie zu werden. Dafür gibt es aber (überraschende) Hoffnung aus Bulgarien: Der zuständige TV-Sender BNT verkündete via X, dass noch keine Entscheidung über eine ESC-Rückkehr gefallen sei. Laut einem Post des Senders soll erst im Herbst entschieden werden, ob Bulgarien weiterhin aussetzt oder nicht.
A decision about the Bulgarian participation will be taken in September.
— BNT Eurovision 🇧🇬 (@bg_eurovision) June 23, 2024
Nordmazedonien
Immerhin kleine Hoffnungs-Schimmer auf eine ESC-Rückkehr gibt es auch aus Nordmazedonien. Bereits bei der letzten Entscheidung, in der es darum ging, ob das Land nach einjähriger Pause zurückkommt, sah es zunächst so aus, als würde sich der Sender MRT für ein Comeback entscheiden. Mit Veröffentlichung der Malmö-Teilnehmerliste war dann aber klar: Nordmazedonien setzt ein zweites Mal aus.
Das Positive: Geld, um am ESC teilzunehmen, wäre in einem normalen Jahr wieder da gewesen, doch intern wurde beschlossen, das Geld lieber für Feierlichkeiten zum 80-jährigen Bestehen des Rundfunks auszugeben. Kommendes Jahr wird es solche Festlichkeiten demnach nicht mehr geben und vermutlich ist somit genug Budget da, um zum ESC 2025 zurückzukehren. Weiteres positives Zeichen: Nordmazedonien nimmt am diesjährigen Junior ESC in Madrid Teil und hat bereits Ana Vanchevska & Aleksej Ivanovski ausgesucht, um das Land zu verteten.
Nordmazedonien hat den Eurovision Song Contest aus Malmö, inklusive der beiden Halbfinals, übrigens übertragen und sich schon im letzten Jahr positiv bezüglich eines möglichen Comebacks 2025 geäußert. Offiziell scheint dies aber noch nicht entschieden worden zu sein, da es noch keine offizielle Bestätigung einer Rückkehr gibt. Tamara Todevska (Aufmacherbild) bescherte Nordmazedonien 2019 noch das beste ESC-Ergebnis ever und landete mit „Proud“ auf Platz 7.
Montenegro
Wir bleiben im ehemaligen Jugoslawien. Aus Montenegro gibt es allerdings wenig Neues: Die Rundfunkanstalt RTCG hat noch nicht durchblicken lassen, ob es ein ESC-Comeback in der Schweiz geben könnte. Doch auch hier gibt es zumindest hoffnungsvolle Anzeichen: Das Interesse im Land scheint weiterhin vorhanden zu sein und der montenegrinische Sender strahlte den ESC aus Malmö immerhin aus – im TV und sogar im Radio.
Nicht zu unterschätzen ist auch die Tatsache, dass mit Baby Lasagna ein Act aus dem benachbarten Kroatien das Televoting beim diesjährigen ESC gewinnen konnte. Zudem haben es erneut alle Nationen aus dem ehemaligen Jugoslawien, die 2024 teilnahmen, erfolgreich ins Finale geschafft. Dieser Fall ist nach dem ESC in Liverpool nun sogar das zweite Mal in Folge eingetreten. Eine Entscheidung aus Montenegro sollten wir spätestens im Herbst bekommen.
Unwahrscheinliche Comebacks
Alle neuesten Entwicklungen aus der Slowakei haben wir bereits hier zusammen getragen. Durch die politische Umstrukturierung im Land und auch des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erscheint ein ESC-Comeback höchst unwahrscheinlich. Ähnlich sieht es mit einem Comeback des, finanziell stark mitgenommenen, Senders aus Bosnien und Herzegowina aus. Eine Teilnahme in der Schweiz 2025 wäre eine große Überraschung. Zuletzt nahm die Nation vor acht Jahren am ESC teil (siehe unten). Noch eindeutiger ist die Situation in Russland und Belarus.
Während Russland weiterhin über keinen EBU-Mitgliedsender verfügt und dies, durch die politische Lage und die abhängige Berichterstattung der (halb-)staatlichen Sender, auch so bleiben wird, gab es kurzzeitig die Vermutung, Belarus‚ Suspendierung könnte im Juli 2024 aufgehoben werden. Nun steht allerdings fest: Dem ist nicht so. Die EBU verkündete, dass der Sender BTRC auch weiterhin ausgeschlossen bleibt und die Sperre kein Ablaufdatum habe. Grund für die Suspendierung im Jahr 2021 waren verfälschte Interviews, die BTRC übertragen hatte. Diese sind laut EBU „unter Druck“ entstanden.
Mögliche Debüts
Die Entwicklungen aus dem Kosovo thematisierten wir bereits hier. Aktuell erscheint ein Debüt des, nur teilweise anerkannten, Landes eher unwahrscheinlich. Die Entscheidung der EBU, ob sie Liechtenstein in Form des Radiosenders Radio Liechtenstein in die Gemeinschaft aufnehmen wird, steht immer noch aus. Durch die Austragung in der benachbarten Schweiz erscheint ein Debüt realistischer als sonst. Sobald es hierzu handfeste News gibt, erfahrt ihr sie natürlich bei uns.
Ein großes Fragezeichen für das kommende Jahr bleibt weiterhin Kasachstan. Der Sender KhabarTV ist assoziiertes EBU-Mitglied und kündigte bereits vor Monaten an, erneut am Junior ESC teilnehmen zu wollen. Bislang wurde aber kein Wort über ein ESC-Debüt in der Schweiz verloren. Australiens Sender SBS nimmt bereits seit 2015 als assoziiertes Mitglied am ESC teil.
Welche Länder willst Du wieder beim ESC sehen? Welche Comebacks oder Debüts hältst Du für wahrscheinlich? Lass uns Deine Gedanken gerne da.
In der Reihe „Malmö Memories“ bereits erschienen:
- Mein erster ESC – Ein Gastbeitrag von Johannes Floehr
- Im selben Hotel wie Eden Golan und die israelische Delegation
- Neue Podcast-Folge von „ESC BITE“: Ein sehr persönlicher Rückblick auf den ESC 2024
- Das waren die Fan Favourite Fails und Dark Horses des ESC 2024
- Effizient, praktisch, gut – der ESC 2024 profitierte von der erfahrenen Gastgeberstadt Malmö
- Die Eröffnungs-, Pausen- und Closing-Acts des ESC 2024
- So war das ESC-kompakt-Treffen beim Eurovision Song Contest 2024
- Wie hätte Joost Klein mit „Europapa“ für die Niederlande im Jury-Voting beim ESC 2024 abgeschnitten?
- Auswirkungen des ESC 2024: Diese Länder könnten 2025 zurückkehren – Teil 1
- Jury- und Televoting beim Eurovision Song Contest 2024: So hat Österreich abgestimmt
- Erneut keine Jurys: Welche Auswirkungen hatte das reine Televoting in den Halbfinalen des ESC 2024?
- Das waren die Unterschiede im Jury-Voting und Televoting beim ESC 2024
- Geht die Ära der Dancebreaks beim Eurovision Song Contest langsam zu Ende?
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Ist denn schon Weihnachten? So viel Spekulatius auf einmal…
Trotzdem ist es immer wieder spannend was so alles passiert und noch passieren könnte. Bin mal gespannt wer am Ende alles dabei ist
Weitere Neuigkeiten aus Bosnien-Herzegowina:
https://eurovoix.com/2024/07/08/court-order-sales-bhrt-real-estate-repay-ebu-debt/
Jährlich grüßt das Spekulations-Murmeltier im Sommerloch. 🦛 Aber es macht ja auch immer wieder Spaß.
Hach, wie schön wäre nur ein Contest mit 40+ Teilnehmern…🤤
Es gibt auch Neuigkeiten aus Spanien:
https://eurovoix.com/2024/07/08/spain-benidorm-fest-2025-first-details-revealed/
Klasse Änderungen, Televoting wird kostenlos und man gibt keine Ergebnisse mehr in den Semis bekannt, sondern verrät lediglich die Namen der Acts die weiterkommen, somit kommt dann auch die Jury nicht mehr so unter Druck. Klingt sinnvoll, mal schauen was bei rumkommt. 😀
So wirklich an Rückkehrer mag ich nicht glauben. Gerade weil dei Schweiz ein so teurer Pflaster ist, werden sich das die nicht so begüterten Rundfunkanstalten gut überlegen. Und ob wirklich alle diesjährigen Teilnehmer zurückkehren ist ja auch noch nicht so sicher.
Vielleicht erleben wir ein paar Überraschungsteilnehmer, mit denen ein allzu dünnes Teilnehmerfeld kaschiert werden kann. Ich denke da an Neuseeland, evtl. auch Mexiko oder Chile als einmalige Gaststarter, so wie es damals mit Australien begann.
Mexiko und Chile würden wohl nur teilnehmen, wenn auch Spanisch offizielle Amtsprache der EBU werden würde (sind bislang lediglich Englisch und Französisch). Oder sie nähmem am besten konsequenterweise bei einem Wettbewerb der lateinamerikanischen Länder teil, war sogar mal im Gespräch.
Sorry, für mich persönlich sind 37 Teilnehmer beim ESC vollkommen ausreichend.
Bislang steht bislang fest, daß Andorra und Slowakei nicht zurückkehren werden.
Angeblich wird zudem in Kürze der Rückzug von Tschechien bekanntgegeben (für mich leider nicht unrealistisch).
Alles andere verweise ich ins Reich der Spekulationen, einiges wird wohl nur gepostet, um uns Fans „Stoff“ für die posteurovisionäre Zeit zu geben….
Mittelfristig halte ich es noch am ehesten für wahrscheinlich, dass Ungarn zum ESC zurückkehrt.
Allerdings müsste zuvor bei der nächsten Parlamentswahl in Ungarn Viktor Orbán abgewählt und sein derzeit größter politischer Konkurrent Petér Magyar zum Ministerpräsident gewählt werden.
Unrealistisch ist das nicht, aber Anlass für 100 % Optimismus gibt es eben auch nicht.
Ein ESC-Beitrag aus Ungarn – wie beim ESC 2013 in Malmö – im Stile eines Bye Alex und seinem Song „Kedvesem“ fände ich traumhaft schön. 😀
Vor 2027 wird das nix mehr mit Ungarn beim ESC.
Will Putin nicht die Intervision neu auflegen. Wäre doch eher was für Orban.
Da sind wir einer Meinung.
Nur du hast dich getraut ein konkretes Jahr zu nennen, ab wann eine Rückkehr möglich wäre, während ich mich sehr blumig mit der Beschreibung „mittelfristig“ aus der Affäre gezogen habe.
Ganz einfach, 2026 wären die nächsten Wahlen, und da die in der Regel immer so im Frühjahr stattfinden könnte man erst danach den Rundfunk wieder ideologisch entrümpeln wodurch erst 2027 ne Teilnahme möglich wäre.
Denke aber nicht dass eine ESC-Teilnahme nach so vielen Jahren Fidesz-Herrschaft die oberste Priorität hätte.
Prio hätte natürlich die JESC-Teilnahme!
Je weniger Länder an diesem komischen Wettbewerb teilnehmen desto besser.
Geht es dir soweit gut?? Morgen wird wieder ein etwas schwieriger Tag für mich, mein Vater wäre da 65 geworden. 😔
Hugs, viel Stärke, kenne das. Die beiden sind relativ nahe beieinander, 4. August.
Oh je, wünsche Dir ganz viel Kraft.
Danke, war so semigut heute. Hätte mich am liebsten verkrochen.
Es ist gut, dass Du es nicht gemacht hast. Man muss sich echt überwinden, vor Die Tür zugehen, aber es ist das beste, das man machen kann. Heute Abend ist Ja Fußball zur Ablenkung.
Das verstehe ich. Es gibt auch keinen Rat oder Trost dafür, jeder Mensch geht anders mit Trauer um…😘
Bei Ungarn denk ich vor allem an AWS, die 2018 beim ESC dabei waren. Sänger Örs ist ja 2021 an Leukämie verstorben. 🙁
Leukämie scheint Leute oft relativ früh treffen. Weiß jetzt spontan nicht, was die Risikofaktoren sind.,
Hab mal gegoogelt und an sich isses ähnlich wie bei allen Krebsarten: genetisch, Röntgenstrahlung, Viren, Rauchen,… Wirklich bewusst verhindern kann man es leider eh nicht.
Ich würde mich sehr über die Rückkehr einiger Balkan-Länder freuen: Montenegro, Bulgarien und Nordmazedonien, das klingt doch schon recht positiv. Allerdings würde mich ein Comeback von BiH am meisten freuen, aber das wird wohl eher nichts.
Aber Kroatiens toller Erfolg könnte doch zusätzlich ein Lockmittel sein?
Na ja, wie es mit Liechtenstein weitergeht: bleibt spannend. Schön, dass es ESCK gibt, da bleibt ihr dran. 🙂
Sehr schade, über die Rückkehr von Andorra hätte ich mich sehr gefreut. Auch Bosnien-Herzegowina vermisse ich sehr beim ESC.😥
Würde mich wirklich sehr über das Debüt von Liechtenstein freuen, wohingegen ich beim Kosovo eher skeptisch bin. Also ich könnte mir schon vorstellen, dass mir die Musik zusagt, aber auf die Diskussionen könnte ich sehr gut verzichten….
Am Wochenende wieder eine Diskussion zu Australien geführt, wieso sie beim ESC mitmachen dürfen 🙄😮💨. Ich verstehe es nicht wieso sich der Mainstream-Deutsche darüber so aufgeregt. Es wird doch niemanden was weggenommen und im Zweifel hat man einen weiteren guten Song/Act, den man sonst nicht kennengelernt hätte.
Übrigens Rick: wann gibt’s Mal wieder ein ESC Bite 🥲…
Wir müssen es positiv sehen: Immerhin scheint dieser „Mainstream-Deutsche“ mitten im Sommerloch überhaupt an den ESC gedacht zu haben. Das ist ja leider auch nicht selbstverständlich.
Naja, ich hab mit dem Thema ESC bei unserem Familientreffen angefangen 😅. Also als Vergleich zur EM… das war ein Fehler 🙈🥲
ich wurde auch nur müde belächelt, als ich die Tage gesagt habe, dass in meiner Welt ja die Schweiz amtierender Europameister ist… 😂😎
eine Kollegin im Büro kannte weder Aistè noch den SCC 😳 Nicht zu glauben… 😇🤓😉
Sachen gibt’s…
Aber du hast sie bestimmt mit deiner ansteckenden Euphorie zum Fan des SCCs/ESCs bekehrt, stimmt’s? 😆
😇 Bekehrt, bedrängt – das liegt ja immer im Auge des Betrachters 😂🕺🏻😎 Aber in der Tat gab es nach der Ergebnisverkündung auch im Büro Trost 💗
Ist auch kein Wunder, unser Song und der Siegertitel haben in den Medien kaum stattgefunden.
Du sagst es. Ich lese daraus vor allem immer so eine richtige Arschloch-Attitüde: „Ich will aber nicht, dass andere Länder auch Spaß haben …!!1!“
Leider beißt man da dann mit Argumenten meist auf Granit. Erwähnt man z. B., dass noch vor Nicoles Sieg bereits Marokko teilgenommen hat, wird nur doof geguckt oder gesagt, dass das ja angesichts des Namens „Eurovision“ auch schon ein Unding sei.
Erklärt man dann en detail, wie viel bzw. wenig die Eurovision mit Europa zu tun hat und welche Länder theoretisch alle teilnehmen dürften (bis hin zum Irak), heißt es oft dennoch „Dann sollen die das halt umbenennen“.
Hakt man da noch mal nach, heißt das dann aber doch wieder keiner gut. Und schon steht man wieder am Ausgangspunkt der Diskussion: „Das ist UNSER Spaß und soll es auch bleiben.“ 🤦♂️
Dann bin ich eben dieser „Mainstrem-Deutsche“. Ich verstehe es auch nicht…
Also am meisten würde mich tatsächlich Liechtenstein reizen. Zwar unwahrscheinlich, aber ein Debüt fände ich gerade wegen des ESC in der Schweiz passend.
Andorra hätte ich mir auch noch gefallen, aber was soll man machen…
Dieses Jahr waren es 37 teilnehmende Länder mit 15, bzw. 16 Ländern in den Halbfinals. Das ist nicht so wahnsinnig aufregend wenn nur insgesamt 11 Länder ausscheiden müssen – da lohnen sich die Semis ja kaum.
Sollten jetzt alle „missing contries“: Andorra, Monaco, Liechtenstein, Bulgarien, Rumänien, Türkei, Montenegro, Nordmazedonien, Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Slowakei, Ungarn, Belarus und Russland (habe ich wen vergessen?), also insgesamt 51! Länder teilnehmen, dann wäre mal wieder was los in der Bude!
Aber in unserer sich verändernden Welt ist das wohl kaum mehr erreichbar – und irgendeiner schmollt ja immer…
Russland will und braucht kein Mensch (ausgenommen ein emsiger Kommentator auf EK). Die Orks wollen selber auch nicht, dito die reaktionären Regierungen in TU, HU, BLR, SK.
Zustimmung