ESC-Songcheck kompakt (35) – Russland: „Scream“ von Sergey Lazarev

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Nachdem Russland dem ESC 2017 in der Ukraine ferngeblieben und beim Wettbewerb im letzten Jahr mit dem Beitrag von Julia Samoylova zum ersten Mal im Halbfinale hängengeblieben war, war abzusehen, dass man einen erfolgversprechenden Act nach Tel Aviv schicken werden würde. Frühzeitig galt dabei Sergey Lazarev als einer der wahrscheinlichsten Kandidaten.

Die Bestätigung folgte am 7. Februar. Dabei wurde auch bekannt, dass das Lied eine starke Ballade sein würde, die von einem klassischen Orchester eingespielt worden sei. Der Titel „Scream“ selbst wurde dann am 9. März im Rahmen einer Videopremiere veröffentlicht.

Der 36-jährige Sergey ist ein Ausnahmetalent und Superstar vor allem in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Mit zehn Jahren begann er seine Karriere, sang in einer Boyband, wurde Solokünstler, landete diverse Nummer-1-Hits. Als Figaro ist er auf der Opernbühne genauso selbstverständlich zu Hause wie in modernen Tanznummern mit ausufernder Choreographie. 2008 wurde er beim russischen Vorentscheid zum ESC mit „Flyer“ Vierter. Beim ESC 2016 in Stockholm wurde er Dritter, erhielt vom Publikum aber die meisten Stimmen für seinen Beitrag „You Are The Only One“.

Der Song 

Bei „Scream“ handelt sich um eine etwas düstere, bisweilen musicalhafte Ballade, die nur teilweise dem klassischen Aufbau folgt. Das macht sie einerseits etwas schwerer zugänglich, aber auch interessanter. Sie folgt außerdem dem allgemeinen Trend, im Refrain nur ein oder zwei Wörter mehrfach zu wiederholen, den man sonst vor allem von Uptempo-Songs kennt.

Das Lied wurde vom „Dream-Team“ Philipp Kirkorov und Dimitris Kontopoulos komponiert. Der Text stammt von Letzterem und Sharon Vaughn. Inhaltlich geht es bei „Scream“ um den Kampf mit den dunkleren Seiten des Lebens, den jeder mindestens einmal kämpfen muss.

Der Check

Song: 2,5/5 Punkte
Stimme: 5/5 Punkte
Instant-Appeal: 3/5 Punkte
Optik: 5/5 Punkte

Benny: Ich hatte von Sergey einen richtigen Kracher erwartet und bin dann doch ziemlich enttäuscht gewesen von diesem Lied. Allerdings habe ich es mir mittlerweile schon wieder etwas schön gehört. Ich hoffe wirklich, dass das hier nicht „Believe 2“ wird, aber von einer guten Platzierung gehe ich aus. 6 Punkte

Douze Points: Mittelmäßiges Musical-Füllmaterial, das nur vom Künstler und seiner Stimme sowie vermutlich einem grandiosen Auftritt gerettet wird. Sergey hätte einen Siegertitel mit wirklichen Hitqualitäten verdient. Vertane Chance, die dennoch ganz oben mitspielen wird. 5 Punkte

Peter: Ach Sergey. So groß. Mit meiner Lieblings-Servicekraft aus dem Blockhouse an der Dorotheenstraße in Hamburg, Olga (die aus Russland kommt), bin ich mir einig: Das könnte den ESC gewinnen. Ich hätte nichts dagegen. Klar, es ist politisch nicht gerade geboten, für Russland zu schwärmen, aber ich verbringe Nächte damit, russische Powerclips auf YouTube zu gucken – von Polina über Spatz Alex bis Vera Brezhneva. Und Sergey ist ganz vorne dabei. Diese Powerballade singt er so eindringlich, ausgefeilt und überzeugend, und der Song selbst ist so dramatisch ergreifend getragen. Toll. 12 Punkte

Gesamtpunktzahl: 23/36 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „Scream“ auf Platz 20 von 41.

Wie schneidet der russische Beitrag "Scream" von Sergey Lazarev ab?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis
(1) Finnland: „Look Away“ von Darude feat. Sebastian Rejman
(2) Montenegro: „Heaven“ von D Mol
(3) Polen:„Pali Się (Fire Of Love)“ von Tulia
(4) Serbien: „Kruna“ von Nevena Božović
(5) Slowenien: „Sebi“ von Zala Kralj & Gašper Šantl
(6) Tschechien: „Friend Of A Friend“ von Lake Malawi
(7) Ungarn: „Az én apám“ von Joci Pápai
(8) Weißrussland: „Like It“ von Zena
(9) Zypern: „Replay“ von Tamta

Zweite Hälfte des ersten Semis
(10) Australien: „Zero Gravity“ von Kate Miller-Heidke
(11) Belgien: „Wake Up“ von Eliot
(12) Estland: „Storm“ von Victor Crone
(13) Georgien: „Sul tsin iare“ von Oto Nemsadze
(14) Griechenland: „Better Love“ von Katerine Duska
(15) Island: „Hatrið mun sigra“ von Hatari
(16) Portugal: „Telemóveis“ von Conan Osíris
(17) San Marino: „Say Na Na Na“ von Serhat

Erste Hälfte des zweiten Semis
(18) Armenien: „Walking Out“ von Srbuk
(19) Dänemark: „Love Is Forever“ von Leonora
(20) Irland: „22“ von Sarah McTernan
(21) Lettland: „That Night“ von Carousel
(22) Moldau: „Stay“ von Anna Odobescu
(23) Österreich: „Limits“ von Paenda
(24) Rumänien: „On A Sunday“ von Ester Peony
(25) Schweden: „Too Late For Love“ von John Lundvik
(26) Schweiz: „She Got Me“ von Luca Hänni

Zweite Hälfte des zweiten Semis
(27) Albanien: „Ktheju tokës“ von Jonida Maliqi
(28) Aserbaidschan: „Truth“ von Chingiz
(29) Kroatien: „The Dream“ von Roko
(30) Litauen: „Run With The Lions“ von Jurij Veklenko
(31) Malta: „Chameleon“ von Michela
(32) Niederlande: „Arcade“ von Duncan Laurence
(33) Nordmazedonien: „Proud“ von Tamara Todevska
(34) Norwegen: „Spirit In The Sky“ von KEiiNO



104 Kommentare

  1. Sagt mal, gab es denn nicht 2015 Gerücht, dass Sergej mit einem Titel namens „Scream“ antreten sollte? Was für ein Zufall. 😀

  2. Ich mochte Lazarev 2016 schon nicht, aber dieses Mal bin ich noch weniger begeistert. Ich hoffe seine hohe Platzierung bei den Wettanbietern kann man auch mit dem Rybak-Effekt erklären, denn eigentlich will ich den Song gerne weit weg vom Podium haben!

  3. Viel zu sagen gibt es nicht. Um ehrlich zu sein, habe ich den Song -wie auch den schwedischen- noch nicht oft gehört. Aber im Recap klingt er ja ganz gut. Könnte gewinnen, würde mich jetzt persönlich nicht groß tangieren.

    Semi 11/18
    Qualifikation 2/18 (90%)
    Gesamt 22/41

  4. Als moderner Diktator spielt Putin offenbar auch schon mal mit einer Puppe, die schreien, bluten und sich übergeben kann, warum auch nicht?

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