ESC-Songcheck kompakt (38) – Israel: „Home“ von Kobi Marimi

Kobi Marimi Eurovision ESC 2019 Israel Home

Kobi Marimi ist gelernter Schauspieler und auch in Israel ein musikalischer Newcomer. Er nahm dort an der letzten Staffel von „The Next Star“ teil, schied zunächst als Neunplatzierter aus und konnte dann aber nachrücken, als die Shalva Band aus religiösen Gründen aus der Show ausschied. Das Finale gewann er dann relativ klar und sicherte sich so auch die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2019.

Kobi haben wir bereits an anderer Stelle näher vorgestellt und außerdem hier ein Interview mit ihm veröffentlicht.

Der Song

„Home“ wurde Kobi Marimi von Inbar Wizman und Ohad Shragai nach seinem Sieg bei „The Next Star“ auf den Leib geschrieben. Das Lied ist eine pathetische Ballade, in der der Sänger von seiner eigenen Vergangenheit singt, wie er uns im Interview verraten hat: „Als übergewichtiges Kind habe ich 50 Kilo abgenommen. Ich wurde viel gemobbt und habe mich manchmal verloren gefühlt. […] Wenn Du Dich irgendwann unsicher oder verloren gefühlt hast, sollst Du wissen, dass Du jemand bist und es verdient hast, Dich in Deiner Haut wohlzufühlen.“

Der Check

Song: 3/5 Punkte
Stimme: 4/5 Punkte
Instant-Appeal: 3/5 Punkte
Optik: 4/5 Punkte

Benny: „Home“ ist mein Guilty Pleasure in diesem Jahr. Beim ersten Hören hat mich der „Ohohoh“-Teil am Anfang abgeschreckt und ich habe gedanklich sofort abgeschaltet. Beim zweiten Mal kam der Song aber zufällig im Shuffle-Modus und plötzlich hat er mich wirklich berührt. Vor allem das „And now I’m done, I’m coming home“ im Refrain mag ich sehr gerne. Kobi muss aber wirklich aufpassen, den Song nicht zu dramatisch zu präsentieren, das Video gefällt mir zum Beispiel gar nicht. 8 Punkte

Douze Points: Ich freue mich schon, wenn im Mai alle durch Tel Aviv laufen, sich über die Sonne freuen und singen: „I feel the sun upon my skin and I am someone, I am someone“! Schlimm verstaubte Superkitschballade, die aber doch berührt – wenn man sich drauf einlässt. 6 Punkte

Peter: Israel hat in den letzten Jahren viele gute Titel ins Rennen geschickt (von den legendären 70er- und frühen 80er-Jahren mal gar nicht zu reden, da könnte ich stundenlang schwärmen), aber „Home“ gehört nicht dazu. Kobi hat eine fantastische Stimme und strahlt viel Klasse, Charakter, Souveränität aus, aber der Titel selbst ist leider total langweilig. Wunderschön klassisch instrumentiert, ergreifend vorgetragen und im Ergebnis dennoch irgendwo zwischen unaufregend und einschläfernd. Schade. 5 Punkte

Gesamtpunktzahl: 19/36 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „Home“ auf Platz 34 von 41.

Wie schneidet der israelische Beitrag "Home" von Kobi Marimi ab?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis
(1) Finnland: „Look Away“ von Darude feat. Sebastian Rejman
(2) Montenegro: „Heaven“ von D Mol
(3) Polen:„Pali Się (Fire Of Love)“ von Tulia
(4) Serbien: „Kruna“ von Nevena Božović
(5) Slowenien: „Sebi“ von Zala Kralj & Gašper Šantl
(6) Tschechien: „Friend Of A Friend“ von Lake Malawi
(7) Ungarn: „Az én apám“ von Joci Pápai
(8) Weißrussland: „Like It“ von Zena
(9) Zypern: „Replay“ von Tamta

Zweite Hälfte des ersten Semis
(10) Australien: „Zero Gravity“ von Kate Miller-Heidke
(11) Belgien: „Wake Up“ von Eliot
(12) Estland: „Storm“ von Victor Crone
(13) Georgien: „Sul tsin iare“ von Oto Nemsadze
(14) Griechenland: „Better Love“ von Katerine Duska
(15) Island: „Hatrið mun sigra“ von Hatari
(16) Portugal: „Telemóveis“ von Conan Osíris
(17) San Marino: „Say Na Na Na“ von Serhat

Erste Hälfte des zweiten Semis
(18) Armenien: „Walking Out“ von Srbuk
(19) Dänemark: „Love Is Forever“ von Leonora
(20) Irland: „22“ von Sarah McTernan
(21) Lettland: „That Night“ von Carousel
(22) Moldau: „Stay“ von Anna Odobescu
(23) Österreich: „Limits“ von Paenda
(24) Rumänien: „On A Sunday“ von Ester Peony
(25) Schweden: „Too Late For Love“ von John Lundvik
(26) Schweiz: „She Got Me“ von Luca Hänni

Zweite Hälfte des zweiten Semis
(27) Albanien: „Ktheju tokës“ von Jonida Maliqi
(28) Aserbaidschan: „Truth“ von Chingiz
(29) Kroatien: „The Dream“ von Roko
(30) Litauen: „Run With The Lions“ von Jurij Veklenko
(31) Malta: „Chameleon“ von Michela
(32) Niederlande: „Arcade“ von Duncan Laurence
(33) Nordmazedonien: „Proud“ von Tamara Todevska
(34) Norwegen: „Spirit In The Sky“ von KEiiNO
(35) Russland: „Scream“ von Sergey Lazarev

Gesetzt fürs Finale
(36) Deutschland: „Sister“ von S!sters
(37) Frankreich: „Roi“ von Bilal Hassani



34 Kommentare

  1. Komposition: Solide
    Gesang: Etwas zuviel Pathos für meinem Geschmack
    Text: mehrdeutig zu interpretieren und somit gut
    Gewinner: nein

    Wie Österreich, Nord-Mazedonien u.a. braucht er keine große Bühne. Nur ein Licht sollte bereits reichen um manche Zuschauer zu berühren. Anderen werden sich etwas zu trinken holen während er singt.

    Sohnemann: Ich bin auch jemand. Glückwunsch.

  2. Der Song wird m.E. unterschätzt. Ich finde ihn eigentlich ganz gut. Naja vielleicht etwas überdramatisch. Schön aber, dass man hier gar keine große Inszenierung benötigt. Ich denke, dass er doch einige Jury-Punkte abstauben wird.

    AQ:

    Deutschland: 6/10
    Israel 6/10
    Frankreich 5/10

  3. Kein Platz in meiner Komplett-Top 10, mein Tipp: Platz 23+-3
    Ein Anwärter für die ganz hinteren Plätze. Klingt für mich verstaubt, altmodisch und einfach. Auch stimmlich wirkt es überhaupt nicht gut auf mich. Der schlechteste Beitrag der bereits feststehenden Qualifizierten. Wäre auch nicht überrascht, wenn Israel das gleiche Schicksal wie Österreich 2015 oder auch Portugal letztes Jahr ereilt. Man merkt ganz klar, dass sie auf keinen Fall 2 mal hintereinander gewinnen möchten. Mein Platz 36.

  4. Mir gefallen die erste Strophe und der erste Refrain ganz gut.
    Der leise Beginn und der Einstieg der Backings ist berührend.
    Danach wird mir das ganze zu repetitiv und zu dick aufgetragen.
    Genau darauf wird aber bestimmt der Fokus in Tel Aviv liegen- diesen Pathos zu betonen, deshalb wird mir das im Finale vermutlich nicht gefallen.
    Es wird wohl generell wenig Anrufer finden, da die direkte Konkurrenz an Balladen doch sehr stark ist.
    Und Duncan (leiser Beginn, gefühlvoll, modernere Komposition) und Sergej (dick aufgetragen mit vermutlich prägnanterer Bühne) lassen Kobi in jeder einzelnen Kategorie hinter sich.
    In anderen Jahrgängen wäre er im soliden Mittelfeld, 2019 aber vermutlich nur auf Platz 20+

  5. Mein Grower dieses Jahrgangs. Ich fand es anfangs schrecklich, was aber in erster Linie an dem extremen Geknödel und Gejammer seiner Stimme lag. Wenn er das Gewimmere drei Gänge zurückschaltet wäre es echt besser für das Lied, dass zwar durchaus kitschig, aber dennoch ganz schön ist.

  6. Mir geht es wohl hier so wie den meisten. Da ist einfach zu viel Pathos drin. Und trotzdem fehlt der letzte Höhepunkt. Schwupps ist „Home“ vorbei. Klavier geht bei mir dafür immer. Das macht es insgesamt zu einem Durchschnittslied, das sich vermutlich übers Halbfinale knapp qualifiziert hätte, aber ganz bestimmt in der unteren Hälfte landen wird.

  7. Natürlich kann Kobi singen, aber mir ist das alles zu pathetisch und zu dick aufgetragen. Ich weiß, dass „Home“ manche Menschen berührt, aber für mich klingt es unfreiwillig komisch oder wie eine Parodie. Viel Glück!

  8. Auch, wenn ich Kobi sehr sympathisch finde, musikalisch überzeugt mich sein Song leider gar nicht. Fürchte, der Song wird um die Rote Laterne kämpfen.

  9. Unser schärfster Konkurrent um den letzten Platz; so altbacken, dass es auch vor 40 Jahren hätte geschickt werden können. Der Gastgeber-Fluch wird sich wohl dieses Jahr fortsetzen.

  10. Wie in der Seamstrasse, wenn Buchstaben vorgestellt wurden „Hey, hey du, psssst! Willst du ein „O“ kaufen?“ „Was kann man denn mit einem „O“ machen?“ Reimen!? Die Autoren waren jedenfalls ganz wild darauf, denn in Strophen & Refrain finden sich ganz viele kurzsilbige „O“ ohne Flow im Wortreim. Da wollte jemand ne Abkürzung nehmen. So hören sich für mich Lyrics an, die auf Krampf passend gemacht werden.

    Ein Lied ohne Twist: Am Anfang des Songs ist klar, dass die Klavierballade über die Streicherbridge im Orchesterbad endet. Sein Begleitchor singt das gleiche Thema. *schnarch* Muss ich dankbar sein, dass man auf Bläserpomp verzichtet hat? Passiert dazwischen etwas? Nein. Das ist eine konventionelle Ballade über Zurückweisungen und Selbstzweifel in gebrauchtem Zustand mit einigen Dellen. Ohne Sammlerwert, also nur was für Liebhaber.

    Praktisch: Statt Postkarte können sie vorher einen kurzen Werbespot schalten: Bund Rosen für 2,95 im Supermarkt.

    • Ich wünschte ich könnte so viel über das Lied sagen. Habe es mir aber nur einmal angehört und da war mein Fremdschämen zu groß, als dass ich mir dieses Gefühl noch mal geben will.
      Übrigens sieht er nicht nur Freddy ähnlich sondern auch Howard J. Wolowitz aus The Big Bang Theory, und wer die Serie kennt, weiß dass der auch gerne mal schwülstige Lieder singt, von denen auch nur er meint, dass sie toll sind.
      Also lieber gleich zum nächsten Lied.

  11. Songcheck: 3/12, Finale 21-26, hätte Kobi einen besseren Titel gewünscht, aber vielleicht sollte ein Doppelsieg verhindert werden.

  12. Ich war schon verwundert, dass bei den letzten drei Umfragen die Option „scheidet im Halbfinale aus“ fehlt(e), aber achsoooooo sind ja die Big 5 + Gastgeber, sorry…
    Kobi ist ein sympathischer, passabler Sänger, der Song sehr pathetisch, dennoch finde ich es ganz okay. Israel muss nun wirklich nicht (wieder) 2x hintereinander gewinnen, von daher keine Blamage und auch kein Sieg, alle sind happy…

  13. Uff, nein. Das ist mir zu dick aufgetragen – da höre ich lieber albanische Damen um ihr Leben schreien.

    Finale 5/6
    Prognose 22+
    Gesamt 35/41

    Einen Vorteil hat ja die Startnummer #14: Man kann dahinter gleich einen der Topfavoriten der zweiten Hälfte bringen.

  14. GB wird dann wohl unter Vereinigtes Königreich aufgeführt, also heute Israel.

    Für mich das Grauen schechthin, noch schlimmer als Kroatien.

    Irgendwie erinnert mich Kobi an Cetin Alp, klingt fast wie eine Parodie…..

    Es würde mich nicht wundern, wenn es auch diesmal die rote Laterne für den Gastgeber gibt.

    Für mein Schlußlicht werte ich ganz klar 0 von 10 Punkten.

  15. Deutschland 2/10
    Frankreich 1/10
    Israel 0/10

    Bislang ein Finale zum Fremdschämen….. Alle drei bisher feststehenden Kandidaten bestätigen leider genau die Klischees, die generell immer „da draußen“ im Umlauf sind, wenn es um den ESC geht: Es wird dort nur fürchterliche Musik geboten.

    Nun gut, morgen geht die Kurve steil nach oben.

  16. Israel will nicht noch einmal gewinnen, Israel wird nicht noch einmal gewinnen. Wenn ich in der richtigen Stimmung bin, finde ich den Song zwar annehmbar, aber ansonsten: Platz 40.

    • Das ist der einzige Song, bei dem ich es noch kein einiziges Mal geschafft habe die drei Minuten komplett durchzuhalten. Ich werde ihn nur noch im Finale hören müssen und dann verschwindet er bei mir im Nirvana….

  17. Ja, der Song überzeugt mich auch nicht so. Aber Kobi live zu hören, erzeugt doch schon eine erhebliche Gänsehaut. Also letzter wird er m.E. nicht.

  18. Mein Platz 3!
    Unglaublich berührend!
    Unglaublich gute Stimme!, natürlich ist es sehr dramatisch! Und natürlich ist es keine moderne Ballade!
    Aber mich hat es sofort gekriegt,
    Ich hatte gänsehaut, und kauf ihm alles ab!

    Ich muss dazu sagen, dass nur 2 der 10 letzten Siegertitel, in meinen gesamt Top 10 war!

  19. Ich liebe es sehr und finde es keine Spur kitschig. Es ergreift mich, weil es die andere Seite der Tel Aviver Strandparties ist. Israel mein queeres safes Home, während auf der anderen Seite der Demarkationslinie LGBTIQ+-Jugendliche Gefahr laufen, von ihren Familien oder anderenfalls von Hamas und Hizbollah umgebracht zu werden.

    Kann man das aus dem Lied heraushören? Ich kann, ich höre das tiefe Angekommensein, das „we belong“…. mitten in einem Meer von Folter, Hass und Gewalt.

    • huch während ich das schreibe, bin ich gerade 5 Meter Luftlinie von der Evakuierungszone der Entschärfung einer WK-II-Fliegerbombe entfernt und ein gewaltiger Tornado zieht an meinem Wohnzimmerfenster vorbei. Liest Hamas hier mit und rächt sich? 😉

      Oh weia !!

      • Oh, hast dich im Tag geirrt, das war nicht die Analyse beim koscheren Eierlikörchen, sondern nach dem spitzkegeligen Kahlkopf Pilzeintopf.

  20. Der Sänger hat eine schöne Stimme, ich finde ihn sehr sympathisch (gut sieht er auch noch aus) und freue mich auf seinen Auftritt. Das Lied an sich zählt nicht zu meinen Favoriten, beim ersten Hören war ich sogar richtig enttäuscht (Israel ist eines meiner ESC-Lieblingsländer) und fand es einfach nur langweilig. Inzwischen, nachdem ich mich darauf eingelassen habe, weiß ich es durchaus zu schätzen. Da aber bei einigen anderen Liedern ähnliche Schönhörprozesse stattgefunden haben, wird es wohl nicht zu einem Platz in meiner oberen Hälfte reichen.

    Ich könnte mir vorstellen, dass viele Fernsehzuschauer einen ähnlichen ersten Eindruck von diesem Lied haben könnten, sodass ein Platz ganz hinten nicht unrealistisch ist, zumindest im Televoting. Aber wer weiß, vielleicht gelingt es Kobi ja, alle mit einem tollen Auftritt zu verzaubern und er landet einen Überraschungserfolg?

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