ESC-Songcheck kompakt 2024 (20) – Dänemark: „Sand“ von SABA

Bild: Wiliam Green

In diesem Jahr soll es endlich wieder mit dem ESC-Finaleinzug klappen: Dafür schickt Dänemark SABA mit ihrem Song „Sand“ über die Öresundbrücke nach Malmö. Sie setzte sich damit beim Dansk Melodi Grand Prix 2024 gegen den ehemaligen ESC-Teilnehmer Basim und die Mitfavoritin der Buchmacher, Aura Dione, durch.

Im Finale des Dansk Melodi Grand Prix standen acht Beiträge zur Wahl. Eine internationale Jury und das dänische Publikum wählten daraus drei Superfinalisten: Saba, Basim und Janus Wiberg. Dort lag Saba mit 37 Punkten (22 von der Jury und 15 vom Publikum) vorn und entschied damit den Dansk Melodi Grand Prix 2024 für sich. Basim wurde knapp dahinter Zweiter (er bekam die meisten Punkte vom Publikum (19) und 15 von der Jury), Janus Wiberg wurde Dritter (mit 16 Punkten vom Publikum und 13 von der Jury).

Saba Lykke Oehlenschlæger (als Künstlername verwendet sich nur ihren Vornamen SABA) legt mit ihrem Sieg beim Dansk Melodi Grand Prix 2024 einen Senkrechtstart hin: Sie hat den Titel Newcomerin absolut verdient, war es doch ihr erster TV-Auftritt überhaupt. Im letzten Jahr durfte sie bereits eine Hauptrolle im Musical „Hair“ spielen. Nun will sie beim ESC ihre Karriere als Sängerin in Fahrt bringen. Mit nur acht Monaten wurde sie aus Äthiopien adoptiert und wuchs in der Hafenstadt Ringkøbing in West Jutland auf.

Das Lied

Der Song „Sand“ wurde von Jonas Thander, Melanie Wehbe und Pil Jeppesen geschrieben. Die Pop-Nummer hat eine eingängige Melodie, die sich zum Refrain hin aufbaut und dort von einem prägnanten Bass untermalt wird. Mit „Sand“ will Saba die Botschaft verbreiten, das Leben in die Hand zu nehmen und den eigenen Träumen zu folgen. Dazu müssen auch Grenzen überschritten und unbekannte Dinge angenommen werden, um die sich eröffnenden Möglichkeiten voll auszuschöpfen.

Der Check

Song: 3/5 Punkten
Stimme: 4/5 Punkten
Darbietung: 3/5 Punkten
Instant Appeal: 3/5 Punkten

Benny: „Sand“ ist 08/15-Radiopop und kommt relativ uninspiriert daher. Dazu finde ich, dass SABA eher etwas unnahbar wirkt, und die Auftritte in der Vorentscheidung und vor allem bei den PrePartys haben mich nicht überzeugt. Wird beim ESC eher im grauen Mittelfeld landen. Das vorausgeschickt: Ich weiß nicht warum, aber „privat“ höre ich den Song in der Audio-only-Version mittlerweile wirklich gern. Da hier ja die persönliche Meinung gefragt ist und keine Prognose: 8 Punkte. PS: Bitte, bitte keine Sandmalerin!

Berenike: Ich finde „Sand“ leider ziemlich öde. Da fehlt die Melodie. Durch Geschrei und ein paar Trommeln wird dann versucht den Song aufzuwerten, dadurch wird es aber noch schlimmer als besser. Löst bei mir immer den Drang aus, zum nächsten Song zu spulen. 1 Punkt.

Douze Points: Wenn alle sagen, dass der deutsche Beitrag Radiopop par excellence ist, dann steht „Sand“ dem in nichts nach – nur dass der Sound eher wie 2024 klingt. Ein Song über Sand – das gibt’s auch nicht so oft, funktioniert hier aber. Ich befürchte, ich muss das als Guilty Pleasure sehen. 7 Punkte. 

Flo: Der Dansk Melodi Grand Prix brachte auch 2024 nicht die große musikalische Sensation hervor, aber war durchaus kurzweilig. Dazu hat auch Saba beigetragen, die mit ihrer sympathischen Ausstrahlung und trotz ihres Status als Newcomerin extrem souverän wirkte, zurecht gewonnen hat. „Sand“ hat einen guten Drive, der Beat nimmt einen direkt mit. Eine runde Nummer, die wohl nicht für den großen Sprung nach vorne reicht, aber zumindest der durchaus ersehnte Finaleinzug dürfte mal wieder drin sein. 7 Punkte.

Manu: „Sand“ war für mich die beste Wahl des dänischen Vorentscheides, dementsprechend habe ich mich für SABA gefreut. Im Vergleich zu den restlichen Beiträgen dieses Jahr fällt das Lied aber für mich sehr ab. Herzloser generischer Pop, den man nebenbei mal hören kann – aber sorry, mehr als 3 Punkte sind hier nicht für mich drin.

Max: Viel Durchschnitt im Halbfinale und sehr durchschnittlich, was Dänemark wieder präsentiert. Das Land läuft immer den schmalen Grad zwischen gutem Mainstream-Pop und Einfallslosigkeit. „Sand“ ist absolut kein schlechter Beitrag, aber es fehlt für mich das gewisse Etwas. Als hätte es für das Mello nicht gereicht – aber eben für Dänemark. Schade. 5 Punkte

Peter: Noch ein Grower und der beste Song aus Dänemark seit mehreren Jahren. Stark ist die musical-geschulte Stimme von Saba, speziell in den hymnischen Passagen dieses eingängigen Pophits. Mir gefällt auch, dass der Text viele persönliche Elemente beinhaltet, die SABA überzeugend transportieren kann, wenn das Staging passt. Der Wettbewerb ist stark, aber ein Finalplatz könnte knapp klappen. 6 Punkte

Rick: Tatsächlich gefällt mir „Sand“ jedes Mal total gut, wenn ich es höre – allerdings vergesse ich sonst oft mal, dass der Song überhaupt dabei ist. Dänemark sendet also wieder einmal einen guten Mainstream-Song, der hochwertig und eingängig klingt, aber nicht wirklich in Erinnerung bleibt UND dazu eben auch ziemlich farblos daherkommt. Die Ecken und Kanten fehlen, um dafür abzustimmen, und es wird sicher schwierig für SABA, damit das ESC-Finale zu erreichen. Dennoch höre ich den Song echt gerne, wenn er dann läuft. 6 Punkte

Gesamtpunktzahl: 43/96 Punkten.

Beim ESC-kompakt-Index landet „Sand“ auf Platz 25 von 37.

Wie schneidet der dänische Beitrag "Sand" von SABA ab?

  • Bleibt im Halbfinale hängen (51%, 315 Stimmen)
  • Platz 21-26 (22%, 133 Stimmen)
  • Platz 16-20 (17%, 107 Stimmen)
  • Platz 11-15 (7%, 41 Stimmen)
  • Platz 6-10 (2%, 14 Stimmen)
  • Top 5 (1%, 7 Stimmen)

Total Voters: 617

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Bisher erschienene Songchecks:

Erstes Halbfinale

(1) Kroatien: „Rim Tim Tagi Dim“ von Baby Lasagna
(2) Zypern: „Liar“ von Silia Kapsis
(3) Irland: „Doomsday Blue“ von Bambie Thug
(4) Litauen: „Luktelk“ von Silvester Belt
(5) Polen: „The Tower“ von LUNA
(6) Serbien: „Ramonda“ von Teya Dora
(7) Ukraine: „Teresa & Maria“ von alyona alyona & Jerry Heil
(8) Australien: „One Milkali (One Blood)“ von Electric Fields
(9) Aserbaidschan: „Özünlə Apar“ von FAHREE feat. Ilkin Dovlatov
(10) Finnland: „No Rules!“ von Windows95man
(11) Island: „Scared of Heights“ von Hera Björk
(12) Luxemburg: „Fighter“ von TALI
(13) Moldau: „In The Middle“ von Natalia Barbu
(14) Portugal: „Grito“ von iolanda
(15) Slowenien: „Veronika“ von Raiven

Zweites Halbfinale

(16) Albanien: „TiTAN“ von Besa
(17) Armenien: „Jako“ von LADANIVA
(18) Österreich: „We Will Rave“ von Kaleen
(19) Tschechien: „Pedestal“ von Aiko



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103 Comments
Anna01
Anna01
2 Jahre zuvor

Off topic:

Kommt noch was zu London? Ich will irgendwie meinen Frust von der Seele schreiben. Was die gerade mit Olly abziehen, so unfassbar ätzend.

Kein*e Künstler*in hat es so verdient behandelt zu werden, nur weil man am ESC teilnimmt, statt sich zurückzieht.

ESCFrank
ESCFrank
2 Jahre zuvor
Reply to  Anna01

Gerne mehr Infos….ich checke weiterhin nicht diese PreShows.
UK und Olly ist einer meiner Favoriten.
Was ist das Problem?

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor
Reply to  ESCFrank

Im UK gibt es von vielen selbstgerechten Dödeln die Forderung, dass Olly sich wegen der Teilnahme Israels vom ESC 2024 zurückzieht.

ESCFrank
ESCFrank
2 Jahre zuvor

Ahhh, diese pro Palästina-Aktivisten aka Schreihälse, die sich überall einschleichen und jeden niedermachen. Sind ja gerne, grade im kulturellen Bereich extrem aktiv und meinen, sich alles erlauben zu können.
Ich hoffe Olly bleibt stark.
Ich befürchte aber, aus der Ecke wird noch einiges kommen.

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor
Reply to  Anna01

Olly scheint mir ein junger Mann mit Rückgrat zu sein. Hoffen wir mal, dass er dem Druck standhält.

Andi
Andi
2 Jahre zuvor

Was ist passiert? Sind Teile der britischen Bubble gegenüber Olly auch so respektlos, wie das leider hierzulande ist???

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor
Reply to  Andi

Das (s. o. meine Antwort an ESCFrank) kommt im UK leider nicht nur aus der Bubble. Dort gibt es ja seit Monaten propalästinensische Demos mit über 100.000 Teilnehmern. Diese Demos haben z. T. eine sehr eineitige Sicht der Dinge.

Last edited 2 Jahre zuvor by togravus ceterum
Andi
Andi
2 Jahre zuvor

Verstehe! Es ist einfach nur furchtbar, wenn Leute meinen, ihre Meinung anderen aufzwingen zu müssen. Und wenn jene das dann nicht machen (deren Meinung zu vertreten bzw eine andere Sichtweise haben), unter Druck zu setzen.

Last edited 2 Jahre zuvor by Andi
ESC1994
ESC1994
2 Jahre zuvor

Vor allem marschieren dort Leute mit die in Palästina gar nichts zu lachen hätten.

ESCFrank
ESCFrank
2 Jahre zuvor
Reply to  ESC1994

Hier in Berlin ist das auch ein recht interessantes Biotop…linksqueerfeministische Aktionsfront pro Palästina. Das muss einem erstmal einfallen 🙄😂

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor
Reply to  ESCFrank

Die Abgründe werden immer tiefer…..

Anna01
Anna01
2 Jahre zuvor
Reply to  Andi

Naja vor der PreParty gab es Proteste von einer palästinensische Gruppe mit den Aufruf zum Boykott. Sie haben auf Flyern Ollys Gesicht benutzt und fordern explizit ihn auf, zurückzutreten. Zwar gilt ihre Kritik auch den anderen Teilnehmer*innen, aber insbesondere war Olly im Mittelpunkt. Angesehen davon, dass das schon harassment ohne gleichen ist, was sollen individuelle Künstler*innen tun? Sie können ja gerne protestieren, aber dann sollte man die EBU bzw. die BBC im Blick nehmen. Ollys Knstagaram ist voll von Hassnachrichten jnd ich finde das einfach nur krass, wie toxisch diese Bubble ist.

Und diesen Hass gibt es nicht bei den anderen Künstler*innen, die dieses Statement auch unterzeichnet haben. Olly hat nochmal ein persönliches Statement abgegeben und gab es nur noch Hass.

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
2 Jahre zuvor

So klingt gute Popmusik 🙂 Der „Uhuhuhuuu“-Teil des Refrains hätte jetzt nicht unbedingt sein müssen, alles andere mag ich aber sehr. Mein Highlight ist die wunderschöne Strophe, von wegen „generisch!

ESCforETERNITY
ESCforETERNITY
2 Jahre zuvor

Hätte mich auch gewundert wenn es dir anders ginge als mir😉 Ich mag solche Popsongs und sie gehören für mich einfach dazu – die vielfach beschworenen fehlenden Ecken und Kanten kann ich teilweise echt nicht mehr hören. Es gibt auch Leute die solche Lieder mögen und wir (und noch ein paar andere😂) gehören da definitiv dazu. Hoffentlich schafft SABA es ins Finale – die Daumen sind auf jeden Fall gedrückt☺️

undeuxtrois
undeuxtrois
2 Jahre zuvor

Mitwippen ist möglich, die Königin von Saba steht auf ihrem Podest, breitet wie damals Severine die Arme aus. Alenka’s Handleuchte unters Kleid geschoben, viele OOOhs
und sehr großes Stimmvolumen.
Das klingt gut und schaut auch aus – allerdings mit hohem Wiedererkennungswert.

Ich mag das, aber ich glaube es wird nicht fürs Grand Finale reichen.

Sandmalerei… nein, passt eigentlich nicht wirklich.

Cali
Mitglied
Cali
2 Jahre zuvor

Dänemark hat seine Sparte beim ESC schon vor vielen Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten gefunden, und das war die Perfektion der Mittelmäßigkeit. Wie Max schon richtig anmerkte, der Grat zwischen guten Poptiteln und gähnender künstlerischer Leere war immer ziemlich schmal. Dieses Jahr, hm, ist es in der Mitte der Mitte. „Sand“, die künstlerische Abhandlung von verwittertem Gestein, meist aus Quarz bestehende, feinkörnige, lockere Substanz, die einen Teil des Erdbodens bildet, ist absolut nichts Originelles, aber es driftet nicht ins Peinliche ab wie Reiley im Vorjahr. Sie steht auf dem Podest umhüllt von einem erdrückenden Weiß und Grau, und das porträtiert das Ganze eigentlich ganz gut. Kann man hören, muss man aber nicht. Ob es mal fürs Finale reicht? Ehrlich, wer soll dafür anrufen? Ich zweifle daran.

Prognose: Halbfinale 12/16 (40%)
Meinung: Platz 28/37 (5 Punkte)

JoBi
JoBi
2 Jahre zuvor

Wie jeder Song vom Dansk Melodi Grand Prix 2024 finde ich ihn so lala. Aber die Lichtershow von der Performance hat mich beeindruckt bei dem, meiner Meinung nach, mittelmäßigen Song.

Ich denke das Dänemark, trotz einer (vielleicht) Lichtershow in Malmö, im Halbfinale hängen bleibt.
In meinem Ranking ist Dänemark auf Platz 25/37

Delta
Mitglied
Delta
2 Jahre zuvor

Saaaaand! Saaaaaaaaand!
Ja, ich hab bessere Beiträge gehört, ich habe schlimmere Beiträge gehört. Sonderlich viel gibt mir der Beitrag nicht. Aber das Instrumental ist gut.

6 von 12 Punkte, wird kein einfaches Halbfinale.

Johannes
Johannes
2 Jahre zuvor

Die Odds sehen aktuell Dänemark auf der 11 also knapp gescheitert.
Ich mag den Song und fände es sehr schade wenn man ihn im Finale nicht sehen könnte weiss aber allerdings auch nicht welchen der 10 besser platzierten ich dann weglassen sollte 🙁

Gerd Geomax
Gerd Geomax
2 Jahre zuvor

Seit vielen Jahren nun ist der dänische MGP ein Garant für recht gesichtslosen radiofreundlichen Skandinavien-Pop. Der MGP 2024 zeichnete sich darüberhinaus als erster ohne einen einzigen dänischsprachigen Song aus. Immerhin haben die Dänen den besten dieser Songs ausgewählt. Vor allem im Refrain entwickelt der Song eine gewisse Eigenständigkeit, die mir sehr gut gefällt. Der Rest ist genauso wie Sabas Stimme eher mittelmäßig und so gebe ich eine 6/10.

Neuer Zwischenstand:

2. Halbfinale
7. Armenien 6,5/10
10. Dänemark 6/10
11. Albanien 5,5/10
13. Tschechien 4,5/10
14. Österreich 4/10

Gesamt:
4. Litauen 9/10
6. Ukraine 8,5/10
7. Luxemburg 8,5/10
9. Portugal 8/10
10. Slowenien
12. Irland 7,5/10
15. Polen 7/10
16. Kroatien 7/10
18. Serbien 7/10
20. Aserbaidschan 6,5/10
21. Armenien 6,5/10
25. Australien 6/10 
26. Dänemark 6/10
27. Albanien 5,5/10
28. Zypern 5,5/10
31. Tschechien 4,5/10
32. Moldau 4,5/10
33. Österreich 4/10
35. Island 3,5/10
37. Finnland 1/10

Meine Einschätzung für Malmö: noch ein Borderliner für mich. Punkte gibt es sicher aus Norwegen und den beiden baltischen Staaten, wenn dann noch BeNe (ohne Lux) und ACh (ohne D) mitspielen, könnte es knapp fürs Finale reichen. Im Finale wiederum hinteres Mittelfeld (18-24).