ESC-Songcheck kompakt (34) – Deutschland: „I Don’t Feel Hate“ von Jendrik

Anfang Februar gab der NDR bekannt, dass Jendrik Sigwart Deutschland beim diesjährigen Eurovision Song Contest in Rotterdam vertreten wird. Dabei durchlief Jendrik wie bereits Ben Dolic im Vorjahr ein mehrstufiges internes Auswahlverfahren, in dem er sich am Ende mit seiner Live-Performance im Palladium in Köln unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte und somit mit seinem Song „I Don’t Feel Hate“ nach Rotterdam fährt. Dieser wurde Ende Februar veröffentlicht.

Jendrik heißt vollständig Jendrik Sigwart und ist als Zweitältester mit vier Geschwistern in Hamburg aufgewachsen. Als Jugendlicher begann er Klavier und Geige zu spielen. Nach der Schule hat er Musical am renommierten lnstitut für Musik der Hochschule Osnabrück studiert. Abseits der Musicalbühne, auf der er schon in zahlreichen Musicals stand, schreibt Jendrik aber auch eigene Songs auf seiner Ukulele mit mal lustigen, mal nachdenklichen Texten auf Deutsch oder Englisch und mit erfrischenden Ohrwurm-Melodien. In einem ausführlichen Porträt haben wir Jendrik genauer vorgestellt.

Der Song

„I Don’t Feel Hate“ ist eine fröhliche Popnummer, bei der Jendrik nicht nur singt, sondern auch seine Ukulele spielt. Der Song beginnt direkt mit dem Refrain, es folgt ein Instrumentalpart mit vielen Blechbläsern, der zur ersten eigentlichen Strophe überleitet. Bei dieser wird Jendrik an einzelnen Stellen durch Backgroundgesang begleitet. Prägnant ist den ganzen Song über die gepfiffene Melodie. Ab dem zweite Refrain sind die Blasinstrumente dann auch regelmäßig zu hören und sorgen so für einen volleren Klang.

„I don’t feel hate, that’s the whole point of the song“ singt Jendrik darauffolgend, was zugleich die Botschaft seines Songs zusammenfasst. Vor dem finalen Refrain gibt es nochmal einen Tempowechsel, ehe Jendrik die Zuhörerschaft mit besten Wünschen  – auf Deutsch – verabschiedet.

Der Check

Song: 4/5 Punkte
Stimme: 3/5 Punkte
Instant-Appeal: 4/5 Punkte
Optik: 3/5 Punkte

Benny: Bei wenigen Songs fällt mir die Bewertung so schwer wie bei „I Don’t Feel Hate“ (wobei die Bewertung des deutschen Beitrags generell immer schwierig ist, weil ich dazu einfach eine spezielle Bindung habe). Im Gegensatz zu vielen anderen finde ich das Lied nicht nervig, kann es gut hören, es hat Ohrwurmpotenzial und macht gute Laune. Ich höre es aber nicht gezielt und finde es schade, dass der deutsche Beitrag auch in diesem Jahr wieder keine Rolle außerhalb der ESC-Bubble spielt. Im Gegenteil, durch die fehlende Vorentscheidung wird der ESC in Deutschland immer nischiger und „I Don’t Feel Hate“ trägt in seiner ganzen Art leider dazu bei. Aber: Der Song ist zumindest kein 08/15-Pop und mir persönlich gefällt er. Jetzt hoffe ich inständig, dass die Inszenierung etwas für den deutschen Beitrag tut und wir am Ende alle überrascht werden. 8 Punkte.

Berenike: Alles in allem mag ich unseren Beitrag. Mich sprechen schlichte gute Laune und Ukulelen aber in der Regel an. So genieße ich einfach, wie ich beim Anhören gute Laune bekomme und mitwippe. Einige konkrete Stellen im Song finde ich persönlich nicht ganz gelungen, wie den Bruch durch die plötzlich einsetzenden Bläser oder die „Moderatorenansage“, insgesamt gefällt mir aber, wie „I don’t feel hate“ auf simple Art und Weise einfach nur positiv ist. Ich befürchte jedoch, dass hier mein Nischengeschmack zuschlägt und die breite Masse der Zuschauer nicht viel mit einfach gestrickter Fröhlichkeit anfangen kann, genauso wie ich Bedenken habe, dass das Lied in dem ungewöhnlichen Überschwall an positiven Upbeatsongs in diesem Jahr untergeht. 7 Punkte.

Douze Points: „I Don’t Feel Hate“ ist für mich eine wahre Achterbahnfahrt – sowohl bei der Komposition, als auch bei meiner Wahrnehmung und Einschätzung des Liedes. Mal feiere ich die Unbeschwertheit und die heftigen musikalischen Wechsel, mal nerven sie mich und ich frage mich, ob wir uns am Ende damit in Rotterdam sogar blamieren könnten, weil niemand das Lied versteht. Ich freue mich in jedem Fall über den Mut, das auszuprobieren, und bin gespannt auf das Ergebnis. 7 Punkte.

Florian: Nach dem ersten Hören war ich ein wenig überfordert von all dem, was in diesen drei Minuten passiert. Inzwischen wirkt das ganze natürlich schon viel gewohnter und man weiß, was passieren wird. Doch genau diese Überraschung werden auch die Zuschauer im Mai haben und ich weiß wirklich nicht, was das im Endergebnis für Deutschland ergeben wird. Eines ist klar, der Song steht und fällt mit der Performance, die muss einfach auf den Punkt den Song verkörpern. Und genauso verstehe ich den Song als ein Bühnenwerk und nicht eine Radionummer, die sich auf sämtlichen Playlisten platziert. 6 Punkte.

Manu: Ich freu mich für Jendrik, der sich mit viel Energie zum Contest gekämpft hat. Traurig, dass er als interessierter Musiker lauthals über Social Media „Hier“ schreien musste und im Grunde nur mit viel Glück in die Auswahl gelangte. „I Don’t Feel Hate“ bringt sogar gute Ansätze mit, ist positiv, über allem thront eine sehr eingängige Melodie. Die Idee den Happy-Sound mit einem lauten Chaosteil zu unterbrechen ist gut. Leider wurde aber versäumt, das Lied von seinem „Heimcomputer“-Charme zu befreien und es für die Bühne durch eine professionellere und sattere Produktion zu veredeln. Nun kommt es also auf seinen Auftritt an – und alles was ich bisher dazu entdecken konnte, stimmt mich nicht besonders positiv. Es wirkt einfach nicht echt, jede Bewegung und jede Drehung von Jendrik ist bis ins letzte musicalartig durch-choreographiert (und ich rede da bewusst jetzt nicht vom Schlagerchampions-Auftritt). Bei einem solch positiven Song der Todesstoß. Aber keine Sorge, wenn die S!sters schon nicht mit 0 Punkten heim geschickt wurden, wird Jendrik das auch nicht passieren. Ich bewerte an dieser Stelle aber ja nur das Lied und das ist in dieser Version einfach nicht meins – so sehr ich mich für Jendrik freue und ihm natürlich die Daumen drücke. 2 Punkte.

Max: „I don’t feel hate“ ist ein netter Gute-Laune-Song mit einer wichtigen Message. Jendrik ist ein Charmbolzen der einfach vor der Kamera strahlt. Das zum Positiven. Auf der anderen Seite ist das Lied keine großartige Produktion, das muss es auch nicht immer sein, aber hier fällt es tatsächlich auf. Zudem klingen die Big-Band-Einlagen forciert und brechen mit dem sonstigen Ukulele-Happy-Sound. Auch sowas kann funktionieren, tut es aber für mich bei „I don’t feel hate“ nicht. Ich denke, es ist einfach kein wettbewerbsfähiger Song beziehungsweise die Kandidatur als solche ist es nicht. Ich glaube, es droht eine erneute Schlappe, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. 4 Punkte.

Peter: Durch die persönlichen Begegnungen habe ich Jendrik sehr ins Herz geschlossen und ich bewundere und mich begeistert die Leidenschaft, mit der er sich reingehängt hat in die (seine) deutsche Teilnahme am ESC. Sein „I don´t feel hate“ ist jetzt jenseits der Message nicht so recht „my cup of tea“ und das Video ist mir zu klamaukig. Aber die Kraft, Liebe und das Augenzwinkern, mit der Jendrik die Songbotschaften (auch an konkreten Beispielen) illustriert und inszeniert, ist mir sympathisch und macht das Gesamtangebot überzeugend. Ich frage mich allerdings, ob es dafür dieser megateuren Digame-Riesenlogistik mit zwei Jurys bedurft hätte, das Ergebnis hätte es bekanntlich nachweislich auch unaufwändiger geben können. 7 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 41/84 Punkten

Beim ESC-kompakt-Index landet „I Don’t Feel Hate“ auf Platz 8 von 39.

Wie schneidet der deutsche Beitrag "I Don't Feel Hate" von Jendrik ab?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis

(1) Australien: „Technicolour“ von Montaigne
(2) Irland: „Maps“ von Lesley Roy
(3) Litauen: „Discoteque“ von THE ROOP
(4) Nordmazedonien: „Here I Stand“ von Vasil
(5) Russland: „Russian Woman“ von Manizha
(6) Schweden: „Voices“ von Tusse
(7) Slowenien: „Amen“ von Ana Soklič

Zweite Hälfte des ersten Semis

(8) Aserbaidschan: „Mata Hari“ von Efendi
(9) Belgien: „The Wrong Place“ von Hooverphonic
(10) Israel: „Set Me Free“ von Eden Alene
(11) Kroatien: „Tick-Tock“ von Albina
(12) Malta: „Je Me Casse“ von Destiny
(13) Norwegen: „Fallen Angel“ von TIX
(14) Rumänien: „Amnesia“ von Roxen
(15) Ukraine: „SHUM“ von Go_A
(16) Zypern: „El Diablo“ von Elena Tsagrinou

Zwischenstand nach dem ersten Halbfinale

Erste Hälfte des zweiten Semis

(17) Estland: „The Lucky One“ von Uku Suviste
(18) Griechenland: „Last Dance“ von Stefania
(19) Island: „10 Years“ von Daði og Gagnamagnið
(20) Moldau: „Sugar“ von Natalia Gordienko
(21) Österreich: „Amen“ von Vincent Bueno
(22) Polen: „The Ride“ von RAFAŁ
(23) San Marino: „Adrenalina“ von Senhit
(24) Serbien: „Loco Loco“ von Hurricane
(25) Tschechien: „Omaga“ von Benny Cristo

Zweite Hälfte des zweiten Semis

(26) Albanien: „Karma“ von Anxhela Peristeri
(27) Bulgarien: „growing up is getting old“ von VICTORIA
(28) Dänemark: „Øve os på hinanden“ von Fyr & Flamme
(29) Finnland: „Dark Side“ von Blind Channel
(30) Georgien: „You“ von Tornike Kipiani
(31) Lettland: „The Moon Is Rising“ von Samanta Tīna
(32) Portugal: „Love Is On My Side“ von The Black Mamba
(33) Schweiz: „Tout l’univers“ von Gjon’s Tears

Zwischenstand nach dem zweiten Halbfinale


192 Kommentare

  1. Jendrik ist ein toller Typ ,mag seine Art 🙂 und so drüber finde ich Ihn jetzt nicht .
    Ich freu mich auf den Auftritt am Finalabend , denn IDFH ist halt kein typischer Radiosong was ich auch mal ganz ok finde .Der Song ist halt nur für die ESC Bühne gemacht worden , was für mich vollkommen ok ist .
    Auf die Bühnenshow freu ich mich , das scheint wohl mal gut zu werden .
    Bei der Platzierung kommt es auf den Abend an , kann alles passieren sag ich mal von Platz 5-20 ist alles drin .
    Hoffe diesesmal auf ein Los in der zweiten hälte :).

  2. wie Flo geschrieben hat: der Song steht und fällt mit der Performance, die muss einfach auf den Punkt den Song verkörpern. Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.
    Auch wenn es der deutsche Beitrag ist, ist dieser leider nicht mein Geschmack. Es macht mich fast schon traurig vermutlich wieder hinten zu landen… Ich wünsche aber Jendrik JEDEN PUNKT in Rotterdam & hoffe auf den Live-Moment.

    • Da es von den meisten Liedern keine Liveperformance gibt, sondern nur Videos, ist eine Vorhersage wie es am Ende ausgehen wird, sowieso schwierig. Bei wenigen Kandidaten wie Litauen, Schweiz und Malta weiß man was sie live können. Aber halt bei vielen nicht. Die Kritik am Deutschen Beitrag basiert ja nur auf dem Musikvideo. Was ich zwar auch nicht verstehen kann, weil ich es lustig finde und dafür das Jendrik es selbst gemacht hat, sieht es verdammt gut aus. Aber am Ende kommt es auf den Liveauftritt an.

  3. Abgesehen davon, dass ich den Song persönlich eher mittelmäßig finde, muss ich leider Manu und Max voll und ganz zustimmen. Das Ganze wirkt schon sehr un­pro­fes­si­o­nell, was bei der Entstehungsgeschichte ja kein Wunder ist, aber man hätte da schon mehr machen können. Das was man von der Performance sehen konnte stimmt mich auch nicht besonders positiv, ich befürchte dass die den Beitrag endgültig ins Lächerliche zieht.

    Das ist natürlich alles sehr schade, weil Jendrik so super sympathisch ist, aber ich sehe auch „die Kandidatur als nicht wettbewerbsfähig“ und rechne mit Platz 20+. Trotzdem wünsche ich Jendrik natürlich alles Gute und, dass ich am Ende falsch liege.

  4. Heute gab OGAE Zypern seine Wertung bekannt und erstaunlicherweise erhielt Malta und nicht wie gewohnt Griechenland die Höchstpunktzahl:

    https://eurovoix.com/2021/04/23/ogae-cyprus-ogae-poll-2021/

    Überraschend gab es keine Punkte gab es für Litauen, Island und San Marino.

    Auch OGAE Israel veröffentlichte heute seine Wertung:

    https://eurovoix.com/2021/04/23/ogae-israel-ogae-poll-2021/

    Beide haben eins gemeinsam: Deutschland ist weiterhin auf der Null-Punkte-Schiene! Somit haben nach aktuellem Stand jetzt 12 Klubs ihre Ergebnisse veröffentlicht und 31 stehen noch aus.

  5. Wieso wird denn hier immer der Pharrell Williams’s „Happy“-Vergleich bemüht? Ich mag das Lied total. Das Paradebeispiel ist doch ein ganz anderes: „Don’t Worry, Be Happy“ von Bobby McFerrin. Mein Nerv-Lied par excellence. Für die Ewigkeit. 🤡

  6. Ein Blick zurück in die Vergangenheit, als Germany noch erfolgreich war. Deutschland schickte so viele schöne Lieder zum ESC. Nahezu fast die gesamten 1980er Jahre waren für mich Top. Hier nun meine ultimative Top 10 Liste (mit Namen- ich versuche mich zu bessern @Thomas M):

    1. 1986 Ingrid Peters
    2. 2006 Texas L.
    3. 1983 Hoffmann und Hoffmann
    4. 1984 Mary Roos
    5. 1975 Joy Flening
    6. 1966 Margot Eskens
    7. 1981 Lena Valatis
    8. 1979 Dschingis Kgan
    9. 1978 Ireen Sher
    10. 1994 Mekado

    Und viele weitere schöne Lieder waren dabei.

      • Ich finde es einen perfekten Stimmungsschlager. Und war damals davon überzeugt, dass Deutschland gewinnt. Aufgrund der vielen Balladen in 1994.

      • Ich finde halt den pseudo-jugendlich-coolen Text von „Wir geben ne Party“ ganz schlimm: Ich brauch ’nen Kick, So rock me, Baby, Hip Hop-Feeling. So haben Anfang der 90er ja nicht mal meine Cousins und Cousinen von der Schwäbischen Alb gesprochen.

        Ne ne, 1994. Das ist für mich Zypern, Irland, UK, Ungarn und Frankreich. 🙂

      • Ach und damals fand ich Wileke Alberti mit ihrem Lied sooo altmodisch. Und jetzt gefällt mir Holland 1994 sooo gut. Bin ich inzwischen so alt?

      • Bist Du wahrscheinlich. 😉 🙂 Ich mag „Waar is de zon?“ auch sehr gerne. 1994 hatte eben vor allem starke Balladen. Das finde ich aber auch gar nicht schlimm. In anderen Jahren gefallen mir dann wieder die flotten Lieder besser.

      • 1994 gefällt mir auch sehr gut. Nun könnte man meinen, mir gefällt jeder Jahrgang (1988, 1991). Aber so ist es nicht. Zb 1978 finde ich schwach. Auch 1992, 1999 und 2002 finde ich schlecht. Zurück zu 1994. Unangefochten seit damals ist Rumänien meine Nummer 1. Sehr schön finde ich auch Schweden, Irland, Zypern, Malta, Holland, Deutschland, Norwegen, Polen und Frankreich.

      • Da haben wir ja doch eine große Schnittmenge. Norwegen ist allerdings mein letzter Satz. Das war für mich mit viel Pathos vorgetragene Buchstabensuppe …

      • Das sollte natürlich „Platz“ heißen, nicht „Satz“. Ich höre gerade Verdis Trovatore und bin deshalb nicht ganz bei der Sache …

      • Norwegen 1994 geht so bisschen in die Richtung Schweiz 1968 und 1974. Ich liebe diese Schmacht- Balladen.
        Übrigens finde ich Rock’n Roll Kids einen fantastischen Sieger. Ich glaube das würde mit dem Lied heute auch noch super klappen.

      • Nochmal zu Mekado. Nach den ganzen Hymnen der Vorjahre fand ich Wir geben ne Party sehr modern. Ein Arbeitskollege war DJ. Ich habe ihm die CD gegeben und gefragt ob er Mekado in der Disco spielen würde. Er hat sich die CD angehört und seine Reaktion darauf…..nun ich wäre am liebsten im Boden versunken 😅

      • Ja ja, der ESC ist ein ganz eigenes Universum. Da gilt als modern, was anderso bereits 5 Jahre zuvor auf dem Auslaufmodellramschtisch lag …

      • Besonders in den 1980er und 1990er Jahren waren praktisch keine modernen bzw zeitgemäßen Lieder dabei. Auf der einen Seite gut, aber mal New Wave wäre schön gewesen.

      • @togravus ceterum

        Da stimme ich Dir zu. „Wir geben ’ne Party“ finde ich auch ganz furchtbar. Da ändert auch der 3. Platz nicht. Schlimm, ganz furchtbar konstruierte Grütze. Puh!

    • Oh man, über die Geschichte Deutschlands beim ESC könnte man wohl Romane schreiben. Darauf wollte ich in diesem Beitrag eigentlich nicht eingehen. Ich beschränke es auf: Ingrid Peters ist ein geschmackvoller erster Platz, und Mekado hat den dritten Platz damals nicht verdient, weil 1994 ein großartiges Jahr war. 😉

    • 2006 und 1984 war Deutschland beim ESC nicht erfolgreich. Texas Lightning erreichte nur Platz 15, Mary Roos nur Platz 13. Also erfolgreich ist was anderes. Und der achte Platz von Ingrid Peters 1986 wurde damals auch nicht als Erfolg gewertet.

      • Ach ja; 1975 erreichte Joy Fleming auch nur Platz 17. Wenn man schon so einen Artikel Marke „Früher war alles besser“ schreibt, dann sollte man auch wirklich nur erfolgreiche ESC-Teilnahmen holen und nicht wo die Lieder unter ferner liefen gelandet sind.

      • @escfan05

        Wie ich Andi verstanden habe, gibt er seine persönlichen deutschen Lieblingsacts bekannt, unabängig von der späteren Platzierung. Ganz ehrlich, wenn man einen Song mag, steht man auch zu ihm, auch wenn er beim ESC nicht so gut abschneidet. Es sei denn, man schielt nur auf den Erfolg. Fände ich bedauerlich, denn dann wäre man ja wie der NDR, der seine Acts, die nicht „connectet“ haben, fallen läßt.

        P. S. Ingrid Peters 8. Platz war sehr wohl ein Erfolg, „Über die Brücke geh’n“ war schließlich in den TOP 10.😉

    • @Andi
      Ingrid Peters, Texas L., Hoffmann und Hoffmann, Joy Fleming und Mary Roos gehören auch zu meinen deutschen ESC-Lieblingskünstlern.

      Ergänze noch 1985 Wind (Für alle), 1971 Katja Ebstein (Diese Welt) und Roger Cicero 🙂

      „Jonny Blue“ hat sich bei mir ziemlich abgenutzt. Lena Valaitis VE-Song 1992 gefällt mir viel besser. Den Song hätten wir besser mal nach Malmö geschickt.

      • @ Gaby. Absolut richtig, ich habe von meinen Lieblingsliedern geschrieben. Ich hätte auch eine Top 20 erstellen können, so viele schöne Lieder hat Deutschland zum ESC geschickt. Wind 1985 und auch 1987 mag ich sehr. Und Elaiza und Roman Lob. Auch beide Lena Songs.

        @ ESC Fan 05.

        Ich mache es nicht davon abhängig, ob mir nur erfolgreiche Lieder gefallen. Entweder mag ich ein Lied oder nicht. Egal wo es dann gelandet ist.

  7. Tja – und jetzt sind es andere Zeiten 😉 ich kann nur sagen – wenn schon – denn schon …. Hauptsache kein Bla Bla Song wie in einigen Jahren vorher – besser auffallen und Letzter als anbiedern und Vorletzter …. ich sag mal Top 10 für Jendrik und Team ist drin 😉 😉 😉

      • Gerade weil Leon es 1996 nicht geschafft hat, ist das für mich der stärkste Jahrgang in der ESC-Geschichte. Kein einziges Lied steht auf meiner Liste unter 6/12. Das ist einmalig. 🙂
        Leon habe ich (VE-Auftritt) nur bei 4/12.

      • Dass Du 1996 als stärksten Jahrgang ever empfindest, überrascht mich immer noch sehr. Das mit dem nicht niedriger als 6/12 habe ich vermutlich nur in 1977. 🙂 Kannst ja mal Deine Liste aus dem Jahr in Deine Bio hineinstellen!

    • Hey, ich schaue den ESC seit 2010 und als Fan verfolge ich ihn seit 2014 und musste schon genug leiden. Stichwort: 2015 war der erste deutsche Vorentscheid, den ich gesehen habe. 😉

      • 1996

        12/12 – PRT, POL, SWE
        10/12 – TUR, IRL
        9/12 – AUT, GRC, CYP, FRA, NOR, HRV
        8/12 – FIN, UKD
        7/12 – BEL, MLT, ISL, ESP, EST, NLD
        6/12 – CHE, SVN, SVK, BIH, (MKD)

        1977 mag ich nur FRA, NLD, ISR und LUX …

      • 1996 finde ich auch klasse. Schweden und Polen sind meine Sieger. Sehr unterschiedliche Lieder und beide stark.

      • Polen bei 12/12? Oh weia…

        Immerhin findest Du Luxemburg in dem Jahr großartig, das rechne ich Dir hoch an! 🙂

  8. Oh je, mit dem deutschen Beitrag steh ich dieses Jahr auf Kriegsfuss – ich muss gestehen, ich hab einfach ne Aversion gegen Lieder die nach Raab klingen und dazu noch diese Ukulele, sorry, dann diese ständigen Big Band Abbrüche😖
    Jendrik ist mir zwar sympathisch, er transportiert ne wichtige Message und er hat sich da wirklich viel Mühe mit der Umsetzung und dem Video gegeben – aber musikalisch ist das ein Beitrag, der für mich einen recht hohen Nervfaktor hat.
    Aber was soll‘s, es kann einem nicht alles gefallen. ich wünsche Jendrik das Beste – vermute aber leider auch, dass er damit weit hinten landen wird.

    • Fakt ist das die „Raab-Songs“ beim ESC gut abgeschnitten haben. Platz 5 und 7 sind ja nun wirklich nicht schlecht. Ich würde mich freuen wenn Jendrik in die Top 10 kommen würde.

  9. ganz schön viel hardkernwissen bzw. erinnerung um die alten ESC-zeiten. 🙂

    ich tippe auf platz 20+. für unseren beitrag und habe auch so abgestimmt.
    die verquickung von gute laune song mit aktivistischer textbotschaft empfinde ich aber als seltsam bzw. überflüssig,zumal teile der gesellschaft (vornehmlich aktivisten) sofort! das böse h-wort bei normaler abneigung,nicht gut finden,etwas nicht mögen,ironisch ablehnen usw. in’s spiel bringen.
    besonders verstörend für mich ist,wie schnell man heutzutage auch in bestimmten zusammenhängen vom bösen h-wort zum bösen n-wort (jeweils mit 4 buchstaben) kommt.
    warum wird ablehnung oder auch kritische einschätzungen aller art heutezutage auf ein einziges wort mit 4 buchstaben(dito in englisch) konzentriert?
    wem nützt das und warum?
    da ich mich schon immer primär für die jeweilige musik aller länder interessiert habe und bei gefallen dann auch dafür stark mache,ist mir das abschneiden des deutschen songs ziemlich egal – das war eigentlich schon immer so – zuletzt habe ich diesbezüglich 2014 richtig mitgefiebert und davor 2011 und auch 2010 und davor… ich glaube,da verläßt mich die erinnerung – muß noch in den 70igern gewesen sein. 😀

    • Habe glaube ich noch nie für einen deutschen Beitrag mitgefiebert. Satellite, Ein Lied kann eine Brücke sein und Lied für einen Freund finde ich ganz okay, und ich kann absolut nicht verstehen, warum Für alle nicht gewonnen hat, war aber live auch wirklich grottenschlecht gesungen.
      Ansonsten sind mir die deutschen Beiträge ganz schön wurscht.
      .
      Eine grosse Ausnahme wäre Violent Thing gewesen, heul noch nimmer.🤢

      • Mir gefällt „I don’t feel hate“ viel besser als „Violent Thing“. Ich habe immer noch Probleme mit Bens Stimme, die empfinde ich als unangenehm.
        Mir imponiert es einfach, dass Jendrik alles selbst geschrieben hat, und „I don’t feel hate“ nicht aus irgendeiner „Songfabrik“ kommt. Da ist mir die Platzierung schon (fast) egal. Natürlich, Jendrik würde ich ein respektables Ergebnis schon wünschen, fürchte aber auch, dass es sehr schwer werden wird.

    • Bei den Gärtnerinnen bin ich voll und ganz bei Dir. Das war schon mehr als miserabel, das grenzt an Körperverletzung. Für mich tatsächlich noch mehr als die ebenso grausame Schweizer Gewinnerin, Fräulein Dijon.

      • Ich fand sie fast so gut wie die schweizer Gewinnerin. Ihr Vorjahrestitel „Frieden für die Teddybären“ war allerdings noch besser; schade, dass sie damit unverständlicherweise hinter „Lass die Sonne in dein Herz“ gelandet sind.

      • Na, woosh, Matty. Aber im Gegensatz zu der Sängerin ist der Senf wenigstens genießbar…

        @Thomas M.
        Warum überrascht das mich jetzt nicht bei Dir? 😉 Die Gardens passen einfach perfekt zu Dir. „Frieden für die Teddybären“ war so unterirdisch, dass es wieder Comedy Gold war, weswegen ist den Song auch besser finde als 1988. Aber komm, Wind hat absolut verdient gewonnen, und der zweite Platz beim Contest sowie der Evergreen-Status heutzutage unterstreicht das ja nur.

      • Ich muss mich outen. Mir gefallen beide Lieder der Garden Girls. Fand das Ergebnis von 1988 ungerecht. Aber so ist das nun mal. Noch ungerechter war die Niederlage von Nino de Angelo. Bohlen kann ESC. Die Gruppe Wind hat 1987 verdient gewonnen. Siegel war noch stark mit seinen Kompositionen.

      • Nein, „Lass die Sonne in Dein Herz“ habe ich damals überhaupt nicht gemocht, was für eine Enttäuschung nach „Für alle“! Wo war Rainer Höglmayer geblieben? Und warum mussten Siegel/Meinunger sich jetzt auch noch diese Gruppe schnappen, dazu noch unter solch blöden Pseudonymen? Ähnlich gut wie „Frieden für die Teddybären“ fand ich 1987 übrigens Cassy mit „Aus“.

      • @Thomas M

        Da kann ich Dir nur zustimmen. „Lass die Sonne in Dein Herz“ fand ich auch einfach nur schrecklich.

    • Wäre Violent Thing von Shawn Mendez oder Justin Biber oder so ähnlich gesungen worden, wär das voll durch die Decke gegangen, aber mit so einem viel zu jungen Smalltownboy wie Ben ist es schon schwierig.
      Der Song ist für mich aber das entscheide, nicht der Sänger, und ich finde Violent Thing nach wie vor klasse.

      • Ich habe Violent Thing auch gemocht. Allerdings so wie Ben aufgetreten ist, eher schüchtern, habe ich ihm den Ladykiller, so wie im Song getan wird, einfach nicht abgenommen. Und das war das Hauptproblem. Der Song hätte wohl eher zu Jendrik gepasst. Aber sei es drum. Man hat ja auch dann letztes Jahr gesehen, das die Livequalitäten von Ben nicht die allerbesten waren. Da habe ich bei Jendrik weniger sorgen. Denn er ist Musicaldarsteller, die müssen Live singen und tanzen. Da dürfte es daher kein Problem sein.

  10. Das ESC-Gebot Nr.1: Du sollst nicht langweilen. 🙂 Und wenn da nicht noch 0,5%-Restpatriotismus in mir schlummern würden, wären die deutschen Beiträge seit 2014 stets meine berühmt-berüchtigte Ich-muss-mal-für-kleine-Mädchen-Pause gewesen. Insofern fand ich letztes Jahr „Violent Thing“ schon ganz großartig und bin auch von „I don’t feel hate“ angetan. Da passiert wenigstens was. I like!

  11. @ Alle zusammen.

    Es gibt etwas zu feiern. Heute auf den Tag genau vor 39 Jahren siegte Deutschland beim ESC 1982 in Harrogate. Nicole machte ganz Deutschland stolz. Nebenbei, dass war mein erster ESC. Ein sehr guter Einstand 😀. Auch wenn die musikalischen Darbietungen sehr durchwachsen waren. Ob wir in 4 Wochen auch etwas zum Feiern haben?

    • Hm, kommt darauf an was Du erwartest würd ich sagen. Also ich feiere Jendrik auf jeden Fall – alleine schon wegen seines ESC-Enthusiasmus, das er an den Tag legt. Leider pennen NDR und ARD mal wieder weil sie ihm bis zum ESC keine Plattform bieten, bei welcher er auch hierzulande etwas Bekannter würde. Aber wie auch immer – wir haben einen super unterhaltsamen (und endlich auch mal einen fröhlichen) Act im Rennen – das allein ist schon Grund genug zum feiern. Jendrik & Co werden alles geben, da bin ich sicher!!

  12. Heute gab es die Resultate der INFE-Umfrage aus den Ländern Australien und Ungarn und es bleibt bei Null Punkten für Deutschland:

    https://eurovoix.com/2021/04/24/infe-poll-2021-australia-hungary/

    Der OGAE aus Slowenien veröffentlichte auch sein Votingergebnis und auch da Null Punkte für das „Lied“ aus Deutschland:

    https://eurovoix.com/2021/04/24/ogae-slovenia-ogae-poll-2021/

    Damit sind weiterhin 18 Nationen ohne Punkt, allerdings läuft es derzeit auf einen Dreikampf zwischen der Schweiz, Frankreich (leider) und Malta hinaus.

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