ESC-Songcheck kompakt (21) – Moldau: „Prison“ von Natalia Gordienko

Natalia Gordienko Prison Moldau 2020 ESc Eurovision

Sehr spät, genauer gesagt erst Ende Dezember, hat sich der moldawische Sender TRM überhaupt dazu entschieden, eine öffentliche Auswahl für den ESC 2020 zu veranstalten. Ende Januar wurden dann die 36 Beiträge bekanntgegeben, die sich den öffentlichen Live-Auditions stellen durften. Danach befand die Experten-Jury 20 Vorträge für so gut, dass sie sich für die Durchführung des Vorentscheids entschied. 19 von ihnen traten dann letztendlich wirklich in der Vorentscheidung „Finala Naţională Eurovision“ an, die Natalia Gordienko mit „Prison“ sowohl beim Jury- als auch beim Publikumsvoting für sich entscheiden konnte.

Natalia Gordienko ist Sängerin, TV-Moderatorin, Model und Mutter eines kleinen Sohns. Zusammen mit Arsenium und Connect-R stand sie bereits 2006 mit dem Song „Loca“ auf der ESC-Bühne in Athen. Damals reichte das für einen 20. Platz. Natalia ist ukrainischer Abstammung und wurde 1987 in der moldawischen Hauptstadt Chișinău geboren. Sie begann früh zu singen und zu musizieren. Als 15-Jährige nahm sie das erste Mal an Gesangswettbewerben teil.

Der Song 

Bei „Prison“ handelt es sich um eine dramatische Midtempo-Ballade, die vor allem durch ihren Stil- und Rhythmus-Wechsel zwischen den Strophen und dem Refrain auffällt. Komponiert wurde der Song von den ESC-Wiederholungstätern Philipp Kirkorov und Dimitris Kontopoulos, die im vergangenen Jahr auch zusammen für „Scream“ von Sergey Lazarev verantwortlich waren. Getextet hat den Song die amerikanisch-schwedische Songwriterin Sharon Vaughn, die in diesem Jahr mit „SUPERG!RL“ für Griechenland und „What Love Is“ für Estland gleich zwei weitere Titel im ESC-Rennen hatte.

In dem Text, den sie für Natalia geschrieben hat, geht es darum, dass die Liebe wie ein Gefängnis sein kann. Natalia möchte sich aus einer Beziehung befreien, kann sich aber nicht lösen, weil die Liebe sie zurück- und bei ihrem Partner hält. Zwischen diesen Gefühlen hin und her gerissen, bringt die Protagonistin in „Prison“ nicht die Kraft auf, ein neues Leben zu beginnen.

Der Check

Song: 1/5 Punkte
Stimme: 2/5 Punkte
Instant-Appeal: 1/5 Punkte
Optik: 2/5 Punkte

Benny: Das schlimmste Machwerk des aktuellen ESC-Jahrgangs: Ein übler Soundbrei und statt Gesang gibt’s nur Geschrei. Was ist los mit Dir Moldau? Dafür ist das herrliche Ethno-Billig-Pop-Stück „Moldovița“ auf der Strecke geblieben? 1 Punkt.

Berenike: „Prison“ ist eine Frauenballade, wie man sie beim ESC schon so oft erlebt hat. Durch die dunkle Instrumentierung versucht es interessanter zu wirken, aber auch die hat man gefühlt schon x-mal gehört. An sich muss das ja nichts Schlechtes sein, es muss ja auch nicht jeder das Rad neu erfinden, und meist funktioniert es mit entsprechender Inszenierung doch so gut, dass es gerade für das Finale reicht, für mich ist es trotzdem zu langweilig. 3 Punkte.

Douze Points: Da durchleidet man gefühlte zehn Stunden den moldawischen Vorentscheid – und dann kommt tatsächlich das dabei raus. Das Positive: Natalia Gordienko kann singen, auch diesen Müll. Und die Strophen sind durchaus erträglich. Aber dieser Refrain lässt wirklich alles absterben. Ich fordere lebenslanges Musik-„Prison“ für die Liedschreiber. 2 Punkte.

Florian: An dieser Stelle muss ich sagen, dass „Prison“ sogar mein Favorit der moldawischen Vorentscheidung war – und zwar bevor ich den Liveauftritt gesehen habe. Selten habe ich ein so schlecht inszeniert und performtes Stück gesehen, das ist selbst für moldawische Verhältnisse, die mit einem kleinen Budget ihren Vorentscheid stemmen müssen, unterirdisch. Und dazu kommt, dass je öfter ich den Song höre, sich ihre „Prison“-Rufe im Refrain bei mir einbrennen. Nein, dafür kann ich leider wirklich nur zur niedrigsten Wertung des Jahrgangs greifen. 1 Punkt.

Manu: Natalia kann, glaub ich, ganz froh sein, dass ihr nach 2006 ein erneuter Auftritt beim ESC in diesem Jahr verwehrt bleibt. Was ansatzweise wie eine typische osteuropäische Leidensballade beginnt, skipt plötzlich nach einer Minute in einen treibenden mystischen 80er-Jahre-Elektrobeat. Danach springt „Prison“ allerdings strukturlos zwischen diesen beiden Genres hin und her und verliert dabei jegliche aufgenommene Stimmung. Da hilft auch nicht mehr die Beschleunigung zum Ende hin: 2 Punkte.

Max: Ein Song, der absolut an mir vorbeigeht. Ich verstehe den Aufbau nicht wirklich, beziehungsweise finde ich ihn nicht gut. Mich lässt die Nummer ziemlich kalt, verstehe auch absolut wieso Moldawien in den Wetten so weit unten war, es wäre ein echtes Wunder gewesen, wenn Natalia damit ins Finale gekommen wäre. Von mir gibt es 2 Punkte, weil es auch schlimmere Sachen in diesem Jahrgang gab…

Peter: Vor dem Clip gab’s bei YouTube einen Spot für Giesswein Schuhe und der Spot war mit deutlich schönerer Musik unterlegt als das megabeliebige „Prison“. „I don’t wanna be with you“ singt Natalia immer wieder und das beruht auf Gegenseitigkeit. „Prison“ ist kein Titel, den ich auf „heavy rotation“ programmieren würde. Natalia hat eine starke, leicht rauchige Stimme und bewegt sich lasziv, damit sind die positiven Dinge, die für den Beitrag sprechen, aber auch schon vollständig niedergeschrieben. 2 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 13/84 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „Prison“ auf Platz 36 von 41.

Wie hätte der moldawische Beitrag "Prison" von Natalia Gordienko abgeschnitten?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis

(1) Australien: „Don’t Break Me“ von Montaigne
(2) Irland: „Story Of My Life“ von Lesley Roy
(3) Litauen: „On Fire“ von THE ROOP
(4) Nordmazedonien: „You“ von Vasil
(5) Russland: „UNO“ von Little Big
(6) Schweden: „Move“ von The Mamas
(7) Slowenien: „Voda“ von Ana Soklič
(8) Weißrussland: „Da Vidna“ von VAL

Zweite Hälfte des ersten Semis

(9) Aserbaidschan: „Cleopatra“ von Efendi
(10) Belgien: „Release Me“ von Hooverphonic
(11) Israel: „Feker Libi“ von Eden Alene
(12) Kroatien: „Divlji Vjetre“ von Damir Kedžo
(13) Malta: „All Of My Love“ von Destiny
(14) Norwegen: „Attention“ von Ulrikke
(15) Rumänien: „Alcohol You“ von Roxen
(16) Ukraine: „Solovey“ von Go_A
(17) Zypern: „Running“ von Sandro

Erste Hälfte des zweiten Semis

(18) Estland: „What Love Is“ von Uku Suviste
(19) Griechenland: „SUPERG!RL“ von Stefania
(20) Island: „Think About Things“ von Daði Freyr


42 Kommentare

    • Wenn ich schon der Namen Philipp Kirkorov lese, bekomme ich einen dicken Hals, der kurz vorm platzen ist. Ich war mal meinem Freund, geborener Russe, bei einem Kirkorow-Konzert in Köln. Es war das grauenhafteste Konzert was ich neben Dana International je erlebt habe. Ein Rätsel wie man mit 5-6 Lieder ein Zwei-Stunden-Konzert füllen kann, und dann auch noch fast auf Vollplayback. Ähnlich wie bei Dana International.

  1. das sind aber harte Wertungen. Prison war mal irgendwo auf Platz 20 in meinem Ranking bis es besseres gab. Aber okay, würde das Halbfinale voraussichtlich nicht überstehen.

  2. Als würde Philipp Kirkorov jemals im Halbfinale bleiben. Moldawien würde wie gewohnt mit zahlreichen Fanfavoriten den Boden wischen.

  3. Also ich kann die schlechten Bewertungen durchaus verstehen, aber das wäre niemals Im Semi ausgeschieden. Warum ?
    1. In den Jahren 2017/2018 war Moldau auch sehr unterschätzt und hat am Ende die Top 10 erreicht.
    2. Ihr macht euch zu sehr von dem schlechten VE Auftritt abhängig. Da ist doch nur mit low-budget inszeniert. Der ESC Auftritt wäre ganz anders gewesen.
    3. Guckt mal, selbst die Beiträge von 2015 (I want your Love) und 2019 (Stay) von Moldau haben im Vorfeld schlechte Kritiken bekommen. Selbst diese Beiträge haben gute Performances bekommen, sodass sie nur ganz knapp am Finale vorbei waren.
    4. Kirkorow wird das Lied schon zu inszenieren wissen.

    • Moldau kümmert sich halt immer nur um die ein, zwei Auftritte beim ESC.
      Der VE Auftritt ist denen egal. In den letzten Jahren waren Moldaus Esc Auftritte immer ,,on point“ , sodass selbst letztes Jahr viele gesagt haben, das wird letzter im Semi. Letztendlich hat Anna fast das Finale erreicht.

      • Na ja, bitte bei der Wahrheit bleiben. Dass das Machwerk vom letzten Jahr überhaupt Platz 12 erreicht hat verdankt sie einzig und allein den merkwürdigen Geschmack der Jurys, und der 13. Platz im Televoting kam auch nur dank den üblichen 12 Punkten vom großen rumänischen Bruder und etwas Diaspora in Italien, ansonsten ist der Song auch im Televoting ziemlich durchgefallen.

  4. Ui, Moldau kommt ja extrem schlecht bei Euch weg. Sicher nicht der große Wurf, aber sooo schlimm finde ich den Beitrag gar nicht. Und das muss man ihnen lassen: Sie haben schon ein Talent, ihre Beiträge beim ESC ansprechend und interessant zu präsentieren.

    Nichts destro trotz, glaube ich auch nicht, dass sie damit das Semi überstanden hätten. Dafür ist der Song zu austauschbar, meiner Meinung nach.

  5. Ich versteh Euch schon wieder nicht. Kein absolutes Meisterwerk, auch nicht mein Lieblingstitel bei der moldawischen Vorentscheidung, aber ich höre es wirklich gerne.

    Viel besser als der isländische Titel gestern, wie überhaupt die moldawischen VE-Titel im Schnitt deutlich besser waren als die isländischen (das musste jetzt noch unbedingt gesagt werden, ab jetzt bin ich wieder friedlich 😉 ).

    Ich gebe 7,5 Punkte (von 12).

    • Bei mir läuft gerade ESCape-Radio nebenher, und ich freute ich mich an den besonders angenehmen ersten Klängen eines neuen Liedes. Weil ich gerade in etwas anderes vertieft gewesen war, dauerte es ein bisschen, bis ich realisierte, dass es sich um „Prison“ handelte!

      Also schreibe ich nun doch, was ich mir vorher verkniffen hatte:
      „Prison“ ist für mich Platz 2 in diesem (schwächeren) zweiten Semifinale!

  6. Da muss ich Gaby in allen Punkten Recht geben, so schlecht ist das nun auch wieder nicht, und die Performance hätte sicher einiges wieder wett gemacht, davon bin ich überzeugt. Der Nervfaktor liegt bei mir hier nicht bei weitem so hoch wie bei Aserbaidschan oder Russland.

  7. Da haben wir endlich mein absolutes Highlight der Saison. Ach, was sag ich: es ist das schönste, beste, wunderbarste Lied der Welt. Die Schreidrossel aus Moldau, äh, pardon, die engelsgleich tönende Natalia präsentiert uns hier ein Meisterwerk von eleganter Schlicht- und betörender Schönheit.
    Mit ihrem stetig wiederholten Klageton „BRISÄÄÄÄÄÄÄÄÄN“ macht sie uns deutlich, welchen Schmerz sie durchleidet. Holen wir sie aus ihrer Isolation. Sie hat es verdient!

    Okay. Das ist wirklich das Schlimmste, was ich jemals gehört habe. Ich habe keine Ahnung, wer sich diesen Mist ausgedacht hat oder wer dem Brüllferkel aus Chisinau erzählt hat, sie sei eine gute Sängerin mit internationalen Siegchancen: werft ihn/sie/es in ein BRISÄÄÄÄÄÄÄÄN!
    Jeder, der auch nur eine weitere Minute seines von Gott gesc#henkte Lebens damit verbringt, dieses Lied auch nur zum Hören in Erwägung zu ziehen, sollten mit BRISÄÄÄÄÄN nicht unter 200 Jahren bestraft werden. Oder er muss sich sämtliche Moldau-VEs in Dauerschleife angucken. Keine Ahnung, was die schlimmere Strafe ist.

    Fest steht: dieses Machwerk ist eine Strafe.

    BRISÄÄÄÄÄÄÄN!

  8. Gesang: Fast schreien ++ Oh, du kannst singen ++ Muss schreien um sich durch zu setzen ++ Englisch mit Dialekt
    Melodie: Klassische Ballade ++ Zu wenig Klavier ++ Geigen fehlen mir ++ Klar, Ost-Europa, Heimat
    Gesamt: Wirkt schwächer als der Song ist ++ Werk für einen Orchester ++ Anfällig für Fehler beim Auftritt ++ Akustik in Rotterdam ist besser
    Chancen: Finale, Top 5 ++ Finale ++ Gut ++ Gehört ins Finale
    Optik: Verkäuferin ++ Hexe-Ausbildung ++ Blond steht dir nicht ++ Ich bewerte keine Frauen

  9. Es geht hier nicht um Liebe!

    Liebe kann niemals ein Gefängnis sein! Auch nicht das einer Närrin.
    In diesem unsäglichen Beitrag singt Natalia über eine (ihre) toxische Beziehung, und ein guter Psychologe könnte helfen herauszufinden, ob eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung vorliegt, wenn es sich bei „Prison“ nicht um einen billigen Schlager handeln würde.

    Die unentschiedene Musik, die versucht, das Drama zu verstärken, macht es für mich
    nicht besser. Ja, beim ESC haben auch die ernsten Themen einen Platz, aber dieses kalkulierte manipulative Gejammer über die eigene Hilflosigkeit kann ich bestenfalls durchwinken. Vielleicht fehlt mir auch einfach der Humor für solche Beiträge.

  10. Offiziell wird Moldawien, auch Republik Moldau genannt. Die Verwendung nur Moldau ist falsch. Die Moldau ist ein Fluss, kein Land.
    Beim ESC ist für mich Moldawien das wohl überflüssigste Land überhaupt. Noch nie hat mir jemals ein Beitrag gefallen. Moldawien dient nur dazu, den Rumänen alljährlich 12 Punkte zu schenken. Zudem die Russen-Staaten die anderen Punkte zu vergönnen.

    • Da sieht man mal wieder, wie unterschiedlich Geschmäcker sein können. Was sind eigentlich „Russen-Staaten“?

    • Interessant, wie unterschiedlich die Ansichten mitunter sind. Ich finde ja, dass kein Land wirklich überflüssig beim ESC ist, auch Moldawien nicht.
      Zugegeben: Sie hatten in der Vergangenheit auch schon stärkere Beiträge, wobei es auch wesentlich schwächere Songs gibt als „Prison“. Aber na ja, Geschmackssache.
      Ich finde es trotzdem bewundernswert, wie so ein kleines Land erstens eine so umfangreiche VE zustande bringen kann und zweitens es versteht, ihre Beiträge beim ESC recht kreativ zu „pimpen“.
      Da könnte sich manches Land mal paar Scheibchen von abschneiden, nicht zuletzt Deutschland.
      Nichts für ungut, aber musste mal raus.

  11. Oooops… die arme Natalia.
    Hätte ich gewusst, dass sie bei uns allen so schlecht wegkommt – vielleicht hätte ich dann noch 2 Punkte für den netten 80er-Jahre-Beat dazugegeben … 😉

  12. Ich halte mal schnell meinen Kopf in den Wind. Obwohl ich nicht weiß, wie lange ich das durchhalte – ein Fan von „Prison“ bin ich nämlich auch nicht.
    Man muss aber schon sagen, dass die bedrohlich auf- und abwogende Elektroklanglandschaft – für sich betrachtet – richtig gut gemacht ist. Das gibt ein Sternchen fürs Sound Engineering, Dimitros Kantopoulos ist eben doch ein Fuchs.
    In Kombination mit dem gesungenen Wort geht hier aber etwas nicht zusammen, und das liegt nicht an Natalia, es liegt wirklich am Lied. Und, bei mir persönlich, auch an „Brisän“ – once you hear it, you can never unhear it 😀

  13. Bei den ersten Durchgängen habe ich mich immer wieder gefragt, welches Land denn ein Lied namens „Reason“ am Start hat. Fiel mir nicht ein, nachgucken … aaaach, „Prison“! Ich finde den Beitrag in erster Linie altbacken und belanglos, aber nun auch wieder nicht unhörbar. Wie man das aber so hätte inszenieren wollen, dass es mehr als altbacken und belanglos gewirkt hätte, ist mir schleierhaft. Standard-ESC-Balladen wie diese kann man ja nicht direkt mit „My Lucky Day“ vergleichen …

  14. Hab brisääään im radio und gehört und sooooo übel ist es gar nicht, wenn mans unbelastet hört. Moldova hat bisher auf der esc-bühne immer ziemlich überzeugend performt, wahrscheinlich wäre prison sehr knapp drin gewesen

  15. Nachdem man bei Dadi ein paar Punkte für Sympathie übrig hatte, wird man heute wieder strenger, hm? 🙂
    Kurzum: Ganz großartiges Werk. Total überfrachtetes Werk mit viel zu viel Drama und Geschrei, dazu noch total altbacken, dass es schon wieder herrlich reizend um die Ecke kommt. Glaube zwar auch nach dem VE-Auftritt nicht an einen Finaleinzug, aber gehofft hätte ich es zumindest. Das erste Mal habe ich „Prison“ im Radio gehört und somit komplett ohne Vorurteile, und ich fand es auf Anhieb wunderbar. Tja, Roxen, so geht Ballade!

    Prognose: Halbfinale 15/18 (30%)
    Meinung: Platz 6/41 (10 Punkte)

    • Danke, was für ein wohltuender Kommentar (bei dem ich den Ausrufezeichensatz zum Schluss großzügig übersehe, schließlich war er ja nur an Roxen gerichtet 😉 )!

    • Ach Cali, deine Begeisterungsfähigkeit macht mir Freude 😀 Dein letzter Satz ist zwar eine Sünde, aber gut, ich verstehe deine letzten Plätze auch meistens nicht xD Aber: ich glaube, Estland 2016 hast du weit oben und dafür ist dann wieder alles vergessen, weil ich es vergöttere und Jüri komplett unter Wert geschlagen wurde. Auf diesem Bonus kannst du dich fairerweise gut ausruhen 😀

  16. Die ersten fünf Sekunden denkt man, es kommt was ansatzweise interessantes, aber dann… Eines der schlimmeren Machwerke der jüngeren ESC-Geschichte. Moldawien ist schon mit wesentlich besseren Beiträgen ausgeschieden. Es gibt auch keine Inszenierung, die hier irgendwas retten könnte. Chancenloser geht es fast gar nicht mehr.

    Platz 40 von 41

  17. Bei „Prison“ bin ich mittlerweile sehr gespalten. Man tut es sich vielleicht zu einfach, direkt alles furchtbar zu finden. Erstmal: die Haare, das Kleid, das ganze Styling, alles ist unpassend und macht sie älter. Was soll das? Im Musikvideo wurde sie viel natürlicher dargestellt. Und das Staging hat ein paar coole Elemente, aber es kam auch durch die technische Qualität sehr dated rüber. Ich erinnere mich mit Grauen an die DoReDos im VE. Stellen wir uns also vor, Staging und Styling wären in Rotterdam viel moderner und frischer gewesen.
    Dann haben wir den Song, der mit einem tollen Instrumentalteil beginnt. Die Strophe dümpelt doch ein wenig vor sich hin. Und dann kommt der Beat rein und das „Ich will nicht mit dir sein, ich will nicht ohne dich sein“ ist sehr dynamisch und als Gegensatzpaar cool getextet. Und dann kommt das dynamische Prisoooooon. Richtig schön vulnerable. Und dazu weiterhin das „dadadadada“ in dieser Melodie, die sich wirklich einprägt. Das ist schon ein ganz gutes Paket im Refrain. Die 2. Strophe ist okay, dann kommt leider wieder ein Pre-Chorus, den ich sehr unharmonisch zum Rest finde und dann kommt aber wieder mein toller Beat. Das Ende ist dann wieder etwas flach.
    Würde man also den Pre-Chorus abändern und den Fokus noch stärker auf den dynamischen Refrain richten und da ganz viel vulnerable drama auf die Bühne bringen, dann würde ich es mittlerweile echt ganz gut finden. Ich hatte es bis heute Morgen wirklich etwas underrated auf Platz 37, würde jetzt aber tatsächlich einen kleinen Schub nachlegen und das Ganze knappe 10 Plätze nach oben katapultieren. Momentan also Platz 28 mit 6.5 von 10.

    • 6,5 und Platz 28 ? Das wäre bei mir nur in wirklich ganz starken Ausnahmejahrgängen der Fall (umgerechnet bei 18 Teilnehmern wie 1977, wo ich wirklich nur Schweden ganz schwach finde), normalerweise gibt es in diesem Bereich dann eher allenfals 3/10.

  18. In Synthieflächen ertränkter Reimschleim aus der Lyrics-Slotmachine. Und nein, die ganze aufgeblähte Soundwelt passt weder zum Thema noch werden damit erfolgreich irgendwelche Tatspuren von Sample- und Melodiedieben verwischt. Bewährung gibt’s dafür nicht. Gehe in das Gefängnis, begib dich direkt dorthin, gehe nicht über Los …

  19. Moldawien hat wohl aus dem letzten Jahr nichts gelern und sendet wieder eine ziemlich ranzige, klischeehafte und schlecht gesungene Ballade. Vom miserablen Englisch rede ich mal lieber nicht.

    Ne, das wäre ziemlich sicher ausgeschieden.

  20. Ich mochte den Song anfangs gar nicht ..n aber jetzt klingt es wie der Soundtrack zu einem spannenden Horrorfilm ..und scheinbar bin ich der Einzige der dem Song etwas abgewinnen kann 7/10 Punkten und Platz 18/41

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