ESC-Songcheck kompakt (23) – Polen: „Empires“ von Alicja

Polen hat in diesem Jahr auf die national bereits erfolgreiche Show Szansa na Sukces als Vorentscheidung zurückgegriffen. Nachdem mit Viki Gabor bereits eine JESC-Gewinnerin über dieses Format gefunden wurde, sollte das Land so nun auch beim ESC in Rotterdam wieder zurück in die Spur finden. Die Wahl fiel im Finale der Vorentscheidung auf die 17-jährige Alicja Szemplińska mit ihrem Song „Empires“. Sie setzte sich unter anderem gegen Lake-Malawi-Sänger Albert Černý durch.

Alicja kommt gebürtig aus Ciechanów im Nordosten Polens. In Polen hat sie bereits zwei Castingshows gewonnen, nämlich 2016 „Hit, Hit, Hurra“ und 2019 „The Voice of Poland“. Veröffentlicht hat sie vor „Empires“ ihren The-Voice-Siegersong „Prawie my“.

Der Song 

Geschrieben wurde „Empires“ von Patryk Kumór, Dominic Buczkowski-Wojtaszek, Laurell Barker sowie Frazer Mac. Mit dem Song macht Alicja darauf aufmerksam, dass unser Planet durch von Menschen verursachte Veränderungen bedroht wird. Aber es gibt dennoch Hoffnung, da wir fallen und wieder aufstehen werden – das ist der Kreislauf des Lebens. Alicja stellt aber auch die Frage, warum es immer wieder so kommt. Wir bauen auf, und zerstören erneut. Die Geschichte wiederholt sich.

Das Musikvideo zu „Empires“ wurde von Dawid Ziemba gedreht.

Der Check

Song: 2/5 Punkte
Stimme: 3/5 Punkte
Instant-Appeal: 2/5 Punkte
Optik: 4/5 Punkte

Benny: Da hat Frau Barker es also kurz vor knapp doch noch zum ESC 2020 geschafft und es würde mich sehr wundern, wenn „Empires“ nicht auch in diversen anderen Auswahlprozessen europaweit feilgeboten wurde. Der Song ist so durchschnittlich und nichtssagend, wie eine Ballade nur sein kann, wobei ich zugeben muss, dass ich ihn mir mittlerweile etwas schöngehört habe. 4 Punkte.

Berenike: Eine Bond-Ballade von der Stange, die auf mich zu übertrieben bedeutungsschwanger wirkt. Alicja drückt stimmlich sowie von der Mimik und Gestik her dramatisch auf die Tube, aber ihr fehlt die Rockröhren-Power-Ausstrahlung, die der Performance das nötige überzeugende Drama verleiht. Es ist wie so vieles in diesem Jahr jetzt nicht wirklich schlecht, aber auch nicht überzeugend. 3 Punkte.

Douze Points: Der 87. James-Bond-Aufguss. Schön gesungen, aber auch unendlich konstruiert. Eine Bühnenballade ohne Wärme oder emotionalen Touch. Zumindest spüre ich den nicht. 4 Punkte.

Florian: Bis zur Veröffentlichung des Musikvideos konnte ich dem Song nicht wirklich viel abgewinnen. Die doch sehr emotionalen Bilder haben mir dann nochmal die Botschaft vor Augen geführt. Alicja singt „Empires“ wirklich toll, das hätte mit der richtigen Inszenierung für eine Überraschung in Rotterdam sorgen können. Da die Bewertung aber nur auf Basis der Studioversion erfolgt, muss ich das ganze doch etwas weiter unten ansiedeln – denn beim ersten Hören ist der Song bei mir nicht hängen geblieben. 5 Punkte.

Manu: Ich bin mir unsicher ob Szansa na Sukces für Polen wirklich eine so gute Wahl als Vorentscheidungsformat ist, auch wenn es beim JESC nun zweimal funktioniert hat. Für meinen Geschmack ist das Format zu sehr Karaoke und es gibt einen zu großen Beigeschmack, dass am Ende der gewinnt, der von den Veranstaltern gewünscht ist. Alicja singt mit ihrem Gewinnerbeitrag eine kraftvolle und stimmgewaltige Ballade, wie sie bondhafter nicht sein könnte – kommt am Ende allerdings unschön ins Kreischen. Erreicht hat sie mich damit aber nicht so richtig: 3 Punkte.

Max: „Empires“ zündet nicht bei mir, auch wenn das Lied nicht wirklich schlecht ist. Die Nummer profitierte sicherlich vom „Revamp“ und wurde dadurch dramatischer, symphonischer. Aber dennoch wird hier das Lied nicht neu erfunden. Etwas Bond, aber nicht zu Bond. Etwas Drama, aber nicht zu sehr Drama. Nicht kalt, nicht warm. 5 Punkte.

Peter: Alicja ist eine der optisch schönsten Sängerinnen der letzten ESC-Jahre, „geschlagen“ nur von Mega-Edurne und zwei, drei anderen vielleicht. „Empires“ hat einen starken, kraftvoll vorgetragenen Text, aber das Video dazu übertreibt’s total. Alle Umwelt- und Gesellschafts-Desaster der letzten zwanzig Jahre in drei Minuten hektischer Bilderfolge. Dazu Pyrotechnik und weiße Tauben (müde). Kann man machen, muss man aber nicht. Hier wäre ich sehr auf die Inszenierung auf der Bühne gespannt gewesen. In der diesjährigen Balladenflut ist der Song irgendwo im Mittelfeld. 6 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 30/84 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „Empires“ auf Platz 37 von 41.

Wie hätte der polnische Beitrag "Empires" von Alicja abgeschnitten?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis

(1) Australien: „Don’t Break Me“ von Montaigne
(2) Irland: „Story Of My Life“ von Lesley Roy
(3) Litauen: „On Fire“ von THE ROOP
(4) Nordmazedonien: „You“ von Vasil
(5) Russland: „UNO“ von Little Big
(6) Schweden: „Move“ von The Mamas
(7) Slowenien: „Voda“ von Ana Soklič
(8) Weißrussland: „Da Vidna“ von VAL

Zweite Hälfte des ersten Semis

(9) Aserbaidschan: „Cleopatra“ von Efendi
(10) Belgien: „Release Me“ von Hooverphonic
(11) Israel: „Feker Libi“ von Eden Alene
(12) Kroatien: „Divlji Vjetre“ von Damir Kedžo
(13) Malta: „All Of My Love“ von Destiny
(14) Norwegen: „Attention“ von Ulrikke
(15) Rumänien: „Alcohol You“ von Roxen
(16) Ukraine: „Solovey“ von Go_A
(17) Zypern: „Running“ von Sandro

Erste Hälfte des zweiten Semis

(18) Estland: „What Love Is“ von Uku Suviste
(19) Griechenland: „SUPERG!RL“ von Stefania
(20) Island: „Think About Things“ von Daði Freyr
(21) Moldau: „Prison“ von Natalia Gordienko
(22) Österreich: „Alive“ von Vincent Bueno


45 Kommentare

  1. Bei der wohl kleinste Vorentscheidung 2020 gewann die falsche Sängerin mit ihrem blöden Lied.
    Polen hatte weitaus bessere ESC-Songs!

  2. Noch so ein Song, an den ich mich 5 Minuten nach dem ersten Hören überhaupt nicht erinnere – wenig verwunderlich, dass es ein Barker-Produkt war.

  3. Für mich leider die „Absteigerin“ der Saison. Fand ich den Song anfangs gut, nervt er mich inzwischen.
    Ich denke, sie wäre im Halbfinale ausgeschieden, obwohl Alicija schon Ausstrahlung hat, muss man ihr lassen.

    P. S.: Allen trotz der schwierigen Situation ein schönes Osterfest. Versuchen wir, das Beste draus zu machen.
    In meiner Nachbarschaft hat jemand in die Hofeinfahrt mit Kreide geschrieben: „Alles wird gut“.
    Das fand ich eine schöne Geste, und möchte ich gerne weitergeben.

  4. Kann mich an diesen Song tatsächlich nicht mehr erinnern. Hab ich einmal gehört, fand ich bestimmt doof und hab es deswegen nie wieder gehört. Im Moment besteht aber auch kein Bedarf, meine Erinnerungslücken zu füllen.

  5. Ich denke in dem schwachen 2.Semi wäre Polen ins Finale gerutscht und dort zwischen 16-20 landen würde.
    Es ist aber das schwächste polnische Lied seit der Rückkehr 2014. Ansonsten ist Polen eins meiner Esc Lieblingsländer. Dieses Lied gehört jedoch nicht zu

  6. Ich war im Finale enttäuscht das so eine tolle und hübsche Sängerin so eine doofe Ballade singen musste. Für mich war sie mit ihrer Performance zu To ni ja sogar Mitfavoritin für den Gesamtsieg und dann so was. 3 Punkte

  7. Ich bin ein wenig entsetzt über die Bewertungen. Das ist mein 3. Platz 2020 (von oben! ^^) mit 10/10. Die Melodie ist sehr angenehm, dramatisch und gleichzeitig zart/vulnerable, tolle Streicher. Ihre Stimme ist ein Brett. Der Text ist sehr cool. Die Struktur nicht ganz 08/15, abe trotzdem klassisch balladesque. Ich stehe auf Bond-Balladen. Da kann man so viel mit der Bühnenshow machen. Das Feuer ist toll. Für mich hätte man auch gerne den goldenen Pyro-Regen wieder auspacken können. Und der lange Ton am Ende ist ein absoluter Traum. Es gibt nichts, was ich an diesem Beitrag nicht mag und für mich ist es das Beste seit langer Zeit aus Polen. Laurell Barker hin oder her, mir egal. „Empires“ ist ein absolutes Meisterwerk!

  8. Gesang: Nasal ++ Schöne Stimme ++ Du meinst geeignet für Durchsagen im Bahnhof? ++ Kraftvoll
    Melodie: Klassische Ost-Ballade ++ Manchmal ist weniger mehr ++ Wo geht es hin? ++ Schwankend
    Gesamt: Text, Stimme und Melodie wollen nicht zu einander finden. ++ Was fehlt hier? ++ Ich vermisse Überzeugung ++ Stimme ist eine Oktave zu niedrig für diese Melodie
    Chancen: Netter Versuch ++ Finale ist schon Top ++ Konkurrenz ist starker ++ Tschüß
    Optik: Ganz in Ordnung ++ Wie mindestens die Hälfte der Mädchen in meiner Klasse ++ ‘Blende hier ihre Firmennamen ein’ ++ Ich bewerte keine Frauen

  9. Ich finde den Song ganz ok; ich hab‘ das Gefühl, der Name „Barker“ lässt bei vielen schnell die Klappe runtergehen und ebenso die Bereitschaft, dem Song etwas Positives abzugewinnen.

    Für mich bei den besseren Liedern dieses zweiten Semis, insgesamt vorderes Mittelfeld.

    7 Punkte (von 12)

  10. Bei mir ist es nicht der Name Barker, ich kann allgemein mit diesen überdramatisierten „Schreisongs“ nichts anfangen, zum Teil machen sie mich auch regelrecht aggressiv.

    • solche „Schreisongs“ haben auch: Beyonce, Whitney Huston,Mariah Carey etc. Die sind also alles scheisse für dich. Deine blöde Kommentare kann man nicht mehr lesen.

      • Woah, bitte. In solchen Momenten wünsche ich mir wirklich eine Moderation. Wer hat das Sch-Wort gesagt, außer „Schrei-Songs“ ist für dich ein Sch-Wort. Wieso kann man nicht einfach etwas mögen oder nicht mögen, ohne dafür beschimpft zu werden?
        Auch wenn’s mich nix angeht: Bitte reiß dich z’samm, danke.

      • @Moni85: Ich finde es legitim, kein Fan von Beyonce, Whitney Houston, Maria Carey etc. zu sein (das sch… Wort stammt von Dir). Zumal das der Gesangsstil ist, dem in Casting-Shows ständig nachgeeifert wird, ich kann’s also sehr gut verstehen, wenn man dessen überdrüssig geworden ist. Trotzdem mag ich Alicjas Stimme und finde „Empire“ nicht schlecht.

      • Mariah Carey mochte ich in der Tat noch nie sonderlich. Beim ESC klingt es für mich aber besonders schlimm, weil meistens ziemlich nachgemacht und wenig authentisch.

  11. Wäre alles brillant, es wäre auch die Brillanz nur klägliches Mittelmaß. Insofern muss man diese Mittelklassekomposition, die bei Musikwettbewerben ganz typischerweise eingereicht wird, nicht weiter künstlich herunterschreiben. Immerhin hat sie auch einen Mittelklassetext, der phonetische Unsingbarkeiten („Prison“, „Attention“) aus handwerklicher Erfahrung meidet.
    Was hier wirklich leckt, das ist die Produktion. Aus Lieb- oder Talentlosigkeit, egal, es läuft aufs Gleiche hinaus. Streicher ohne Schneid, dafür mit ganz viel Hall – wir verwechseln Echo wieder mit Raumklang. Die Rhythmussektion bleibt lustlos, am Schlagzeug wurde nachträglich herumgeloopt. Nein, das funktioniert nicht für mich.
    Üblicherweise lasse ich Videos bei der Beurteilung außen vor. Doch wer den mann- und fraugemachten Weltuntergang beklagt, sollte von Kunstfaserkleidung, Silikonhaarpflege und Erdgas-Pyros die Finger lassen. Es wirkt sonst ähnlich glaubwürdig wie Alicjas laszive Verzweiflung.
    Da lieber gleich das polnische Butterfass von 2014. Nicht schön.

  12. Die ursprüngliche Live Version beim VE gefiel mir gar nicht, das war mir mehr geschrien als gesungen. Dagegen gefällt mir nun die Studioversion (außer den letzten paar Takten, wo sie dann wirklich auch hier in den Schreibereich übergeht) recht gut. Von mir gibt das 6 Punkte

  13. Ich bin durchaus für Bond-Balladen zu haben, aber das hier… ein schlimm zusammengestückeltes Nichts, dessen Melodie null Wiedererkennungswert hat. Dazu die völlige Überfrachtung mit einer überambitionierten Botschaft. Hätte wohl um den letzten Platz im Semi gekämpft.

    Platz 36 von 41

  14. Weil „Sama“ erwähnt wurde: Normalerweise entweder vergöttert oder abgrundtief gehaßt. Bei mir läuft es erstaunlicherweise unter „neutral/mir egal“.

  15. Ich bin mir sicher, daß wir solche eingekauften 08/15-Lieder beim „FESC“ auf ProSieben nicht hören werden, sondern richtig gute Musik. Mittlerweile habe ich im Gegensatz zur EBU/ARD-Veranstaltung große Erwartungen.

  16. Ein Beitrag, der mich ebenfalls sehr kalt lässt. So wirklich Drama springt da nicht rüber. Alicja ist jetzt auch stimmlich nicht meine erste Wahl. Schade, Polen. Erinnert mich entfernt auch an die Großmutter aller mitteleuropäischen Stimmakrobatinnen, Edyta Górniak (Polen 1994), deren Song ich schon immer nur furchtbar fand (wie konnte das nur Zweiter werden?!). Wann kommt ein Beitrag wieder an Ich Troje (x2) oder an Anna Maria Jopek ran? Vielleicht ja im nächsten Jahr?

    Prognose: Halbfinale 14/18 (40%) – Diaspora.
    Meinung: Platz 37/41 (3 Punkte)

  17. Tolle Stimme, der Song ist aber leider sehr reißbrettartig. Ins Finale hätte sie es denke ich geschafft, dort aber eher hinteres Mittelfeld.

  18. Mittelmäßig, aber nicht schlimm. Einfallslos, aber nicht unangenehm. Im Großen und Ganzen belanglos, mit ein wenig Schönhörpotenzial. Inzwischen erkenne ich ihn sogar, wenn er läuft. 😉

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