ESC-Songcheck kompakt (30) – Dänemark: „YES“ von Ben & Tan

Dänemark richtete den traditionellen Vorentscheid Dansk Melodi Grand Prix in diesem Jahr unter besonderen Umständen aus. Unmittelbar vor dem Finale der Vorentscheidung wurden sämtliche Großveranstaltungen mit Publikum aufgrund des Coronavirus untersagt. Daher mussten die Organisatoren kurzfristig umplanen, das Finale fand ohne Zuschauer statt. Ben & Tan schafften es trotz dieser bizarren Atmosphäre in Kopenhagen die Zuschauer von ihrem Song „YES“ zu überzeugen und setzten sich im Superfinale gegen die Konkurrenz durch.

Hinter Ben & Tan verbergen sich Benjamin Rosenbohm und Tanne Balcells. Erstmals trafen die beiden in der letzten Staffel von X Factor Dänemark im Jahr 2019 aufeinander. Während es Tanne nicht in die Liveshows schaffte, musste Benjamin sich mit Platz zwei im Finale nur dem ebenfalls an Dansk Melodi Grand Prix 2020 teilnehmenden Kristian Kjærlund geschlagen geben. Seit der Castingshow sind die beiden nun als Duo unterwegs.

Der Song 

Geschrieben wurde „YES“ von Emil Rosendal Lei, Jimmy Jansson und Linnea Deb. Das Lied ist ein schwungvoller Pop-Song mit einer eingängigen Melodie und einer ebenso klaren Botschaft. In der ersten Strophe liegt der Fokus auf den Soloparts von Tanne Balcells und Benjamin Rosenbohm, die musikalisch vor allem durch die von Benjamin gespielte Gitarre begleitet wird. Im Refrain harmonieren die beiden dann schließlich auch stimmlich zusammen. Die Instrumentation ist an die Botschaft angelehnt und im  Refrain durch eine Basslinie untermalt, die einer Art Herzschlag ähnelt. Dadurch gewinnt der Song an Natürlichkeit und strahlt die Leichtigkeit aus, die das Duo auch auf der Bühne herüberbringt.

„YES“ hat eine bestimmte Message: Ben & Tan singen darüber, dass sie an einem Moment im Leben sind, an dem sie sich verloren und allein fühlen. Sie glauben nicht daran, das Ruder herumreißen zu können. Und dann kommt alles ganz anders: Der Refrain beschreibt das Gefühl, wieder verliebt zu sein und so singt Tanne, dass sie bereit ist, dem Leben eine weitere Chance zu geben und „YES“ zu all den bevorstehenden Erlebnissen zu sagen, die sie gemeinsam teilen werden.

Der Song stieg nach dem Auftritt beim Vorentscheid in die dänischen Spotify-Charts ein und konnte sich letztlich auf Platz 30 der Single-Charts Tracklisten platzieren. Ein Musikvideo gibt es für „YES“ bisher jedoch leider nicht.

Der Check

Song: 4/5 Punkte
Stimme: 3/5 Punkte
Instant-Appeal: 4/5 Punkte
Optik: 3/5 Punkte

Benny: Der Dansk Melodi Grand Prix ist mit seinem unterdurchschnittlichen Pop für mich wirklich Jahr für Jahr ein richtiges Schreckgespenst. Da war „Yes“ noch der Einäugige unter den Blinden und mein Favorit für Dänemark. Mittlerweile hat sich der Song allerdings schon etwas totgedudelt, das kann beim ESC ja zum Glück nicht passieren. 6 Punkte.

Berenike: Ich trauere immer noch Emils „Ville ønske jeg havde kendt dig“ hinterher. Dann hätte ich in diesem Jahr doch einen richtigen Favoriten gehabt. Aber das sollte nicht in die Wertung einfließen… An sich finde ich „Yes“ sogar gut – positive, eingängige, handgemachte Musik ist eigentlich genau mein Ding. Wenn es nicht so extrem wie eine Variation von „Little Talks“ von Of Monsters and Men klingen würde… Natürlich findet man sicherlich zu jedem Beitrag einen Song, der ähnlich klingt, aber „Little Talks“ gehört für mich in die Kategorie „unantastbar“. 6 Punkte.

Douze Points: Der alljährliche klassische, wiewohl effektive Midtempo-Pop von unseren nördlichen Nachbarn. Dieses Mal garniert mit einem ebenso simplen wie eingängigen Refrain. Das tut niemandem weh und hätte den Dänen sicher eine weitere Midtempo-Mittelfeld-Platzierung im ESC-Finale gesichert. 7 Punkte.

Florian: „YES“ ist eine fast schon zu optimistische und frohe Nummer aus Dänemark. Wer es vor leerer Halles schafft, so aufzutreten, hat den Erfolg allerdings wirklich verdient. Auch als einziges Duo des Jahrgangs hätten die beiden gut herausstechen können. Die Stimmfarben passen gut zueinander, bei mir kommt die gute Stimmung an und ich höre den Song auch gerne wieder. 7 Punkte.

Manu: Süßlicher und doch recht schwungvoller Countrypop aus Dänemark. Das mag radiotauglich sein und einen immerhin nicht in eine Depression reißen. Auch stört es mich nicht, wenn ich es zu hören bekomme. Freiwillig drücke ich hier aber nicht auf den Startknopf und es erreicht mich nicht. Ich sag demnach „NO“ und gebe nur mickrige 3 Punkte.

Max: Die Dänen liefern immer gerne diese radiotauglichen Songs, die manchmal untergehen, manchmal im Mittelfeld landen und manchmal sogar gewinnen. Ich denke mit „YES“ wäre es wieder eine Mittelfeld-Platzierung im Finale geworden. Nettes Lied, aber wir wissen ja eigentlich, von wem „nett“ die kleine Schwester ist. Meinen Geschmack trifft es nicht, aber die Nummer tut nicht weh – 4 Punkte.

Peter: Mit dem Dansk Melodi Grand Prix verbinde ich in meiner Erinnerung immer die ersten „Corona“-Einschläge, wurde der Wettbewerb doch ohne Publikum ausgetragen, während sich im Nachbarland Schweden 40.000 Leute in der Friends Arena versammelten und den falschen Song ausgesucht haben – der aber immer noch um Klassen besser ist als „Yes“! Mir gefallen Duos beim ESC grundsätzlich gut, aber „Yes“ fehlt das Besondere. Eingängiger Adult Contemporary Pop halt. Ben und Tan harmonieren wunderbar, wären Sieg-Anwärter auf die Paar des Abends Wahl bei einer High School Prom. Man hätte sich einen weniger durchschnittlichen Popsong für die beiden gewünscht. 7 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 40/84 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „YES“ auf Platz 19 von 41.

Wie hätte der dänische Beitrag "YES" von Ben & Tan abgeschnitten?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis

(1) Australien: „Don’t Break Me“ von Montaigne
(2) Irland: „Story Of My Life“ von Lesley Roy
(3) Litauen: „On Fire“ von THE ROOP
(4) Nordmazedonien: „You“ von Vasil
(5) Russland: „UNO“ von Little Big
(6) Schweden: „Move“ von The Mamas
(7) Slowenien: „Voda“ von Ana Soklič
(8) Weißrussland: „Da Vidna“ von VAL

Zweite Hälfte des ersten Semis

(9) Aserbaidschan: „Cleopatra“ von Efendi
(10) Belgien: „Release Me“ von Hooverphonic
(11) Israel: „Feker Libi“ von Eden Alene
(12) Kroatien: „Divlji Vjetre“ von Damir Kedžo
(13) Malta: „All Of My Love“ von Destiny
(14) Norwegen: „Attention“ von Ulrikke
(15) Rumänien: „Alcohol You“ von Roxen
(16) Ukraine: „Solovey“ von Go_A
(17) Zypern: „Running“ von Sandro

Erste Hälfte des zweiten Semis

(18) Estland: „What Love Is“ von Uku Suviste
(19) Griechenland: „SUPERG!RL“ von Stefania
(20) Island: „Think About Things“ von Daði Freyr
(21) Moldau: „Prison“ von Natalia Gordienko
(22) Österreich: „Alive“ von Vincent Bueno
(23) Polen: „Empires“ von Alicja
(24) San Marino: „FREAKY!“ von Senhit
(25) Serbien: „Hasta La Vista“ von Hurricane
(26) Tschechien: „Kemama“ von Benny Cristo

Zweite Hälfte des zweiten Semis

(27) Albanien: „Fall From The Sky“ von Arilena Ara
(28) Armenien: „Chains On You“ von Athena Manoukian
(29) Bulgarien: „Tears Getting Sober“ von VICTORIA


24 Kommentare

  1. Wenn Jasager dermaßen fordernd einmarschieren, wäre ich vorsichtig.
    Vielleicht spucken sie dir beim Herumgrölen zunächst nur beiläufig ins Ohr. Doch schon bald wirst du von der Rotte drangsaliert, geschubst. Letzte Chance zum Mitklatschen, sonst holen Ben & Tan die Schlagringe raus.
    Sinne betäubender Stadionpop – „beating me to death“, um einen Originaltextschnipsel zu bemühen. Scheußlich. Letzter Platz.

  2. Die beiden sind sympathisch, das Lied ist schon irgendwie nett, der Refrain hat in der Tat was. Aber aus irgendwelchen Gründen kann ich mich für „Yes“ nicht so voll begeistern. Ich habe gerade den Begriff „Country“ gelesen, vielleicht liegt es ja daran. Wenn dies eine Acoustic-Version von etwas orchestraler Instrumentiertem wäre, dann würde ich Letzteres wahrscheinlich toll finden; ich bin aber kein Fan von Acoustic-Versions und die Gitarre als Hauptinstrument mag ich in der Regel auch nicht besonders gerne.

    Irgendwie erinnert mich das an die Navi-Band (BLR 2017), wobei ich deren Beitrag noch etwas origineller fand, außerdem bekam es von mir den Landessprachen-Bonus.

    5,5 Punkte (von 12)

  3. „Yes“ trifft schon meinen Geschmack. Eingängige, leicht verdauliche Kost. „Human“ hat mir allerdings besser gefallen.
    Dänemark wäre wahrscheinlich ins Finale gekommen, aber für einen TOP 10 Platz hätte es wohl nicht gelangt,
    dafür ist der Song insgesamt zu wenig originell und etwas banal. Trotzdem: Mir gefällt’s.

  4. wenn der unfassbar gute Song von Greta Salome es nicht ins Finale geschafft hat warum sollte dieser langweilige es schaffen … ich bin nicht begeistert .. trotzdem immerhin 28./41…tut nicht weh aber auch nicht gut 5/10p

  5. Schmierige Konfektionspopnummer mit peinlichem Text, die von zwei mäßigen Sängern ohne Charisma vorgetragen wird. Ich sage nicht ‚Yes‘ sondern ‚Würg‘, denke aber, dass Platz 15 bis 20 (leider) drin gewesen wäre.

  6. Das Lied ist ok , kein Meisterwerk normaler Radiopop halt aus Dänemark.
    Der Refrain ist ganz nice , ins Finale wären Sie vielleicht gekommen .
    Irgendwas um den 20. Platz wäre es wohl geworden

  7. Normalerweise laufe ich beim Namen Dänemark immer schreiend davon. Diesmal bin ich aber mal begeistert von unserem nördlichen Nachbarn. Der Song und besonders die Titellinie gehen sofort ins Ohr und versprühen ein wenig Lebensfreude im doch etwas depressiven Teilnehmerfeld. Es mag kein lyrisches Meisterwerk sein, aber verglichen mit den übelerregenden Werken aus 2005, 2010 und 2015 ist das eine wahre Wohltat. Wäre ein möglicher Publikumssieger gewesen. Einziges Problem dabei wäre nur besonders Tans etwas kalte Bühnenausstrahlung gewesen. Aber wer weiß das jetzt schon? 😉 Ich sage hellauf begeistert SAY YES und gebe die volle Punktzahl.

    Prognose: Halbfinale 2/18 (90%), Finale 5-10 (die Jurys hätten einen Sieg womöglich verhindert)
    Meinung: Platz 4/41 (12 Punkte)

  8. Nett anzuhören. Typisch esc, typisch dänisch. Funktioniert in der esc-blase ganz gut ansonsten nicht der rede wert, dargeboten von zwei mittelmässig talentierten protagonisten. Finale, dort irgendwo platz 8-15

  9. Da wir in diesem Jahr keinen deutlichen Siegfavoriten hatten, hätte ich analog zum Jahrgang 2011 einen schwungvollen Pop- Song über Liebe als realistischen Kompromiss- Sieger gesehen.
    Klar, El & Nikki haben das Verliebtsein super auf die Bühne gebracht, da hätten sich Ben und Tan noch etwas steigern müssen.
    Aber da sich die düsteren Balladen aus Bulgarien und sowie die sehr ähnlichen Ironie- Dance Songs Litauen, Island und Russland gegenseitig die Punkte weggenommen hätten, wäre der Sieg für „Yes“ möglich gewesen.

  10. Ich schmeiße mich weg 😀 Bei Dänemark haben wir grundsätzlich immer 2 Konstanten: Bennys Trauma von unzähligen Liveblogs aus durchschnittlichem Teilnahmefeld und meine stark kritisierte Meinung, dass 2013 der beste Siegersong der letzten Dekade ist 😀 Das Murmeltier grüßt…
    Zu Ben und Tan sage ich „Yes“. Die Melodie macht Spaß und an der Bühnenshow kann man ja noch arbeiten. Platz 18 mit 7.5/10.

  11. Ich trauere auch noch ein bisschen „human“ nach, obwohl mich der Live Auftritt dort nicht überzeugen konnte. So ist es dann auch „SAY YES“ geworden, ist ganz nett, aber auch kein Lied, das mich richtig mitreisst. 5 Punkte

  12. Einer meiner absoluten Lieblingsbeiträge des Jahres. Macht Spaß und geht ins Ohr. Wenn die beiden ihr Ausstrahlungsproblem in den Griff bekommen hätten (u. a. auch durch Hallenpublikum), wäre ein Top-10-Platz absolut machbar gewesen.

    Platz 4 von 41

  13. Auf typisch dänische Art ganz schrecklich nett. Wobei bei mir persönlich die Betonung leider mehr auf „schrecklich“ liegt – zu gewollt gut gelaunt, geht mir tierisch auf die Nerven.

  14. Das Leben ist manchmal wirklich ungerecht. Da gefällt mir nach ner Ewigkeit mal wieder ein Beitrag aus Dänemark und dann wird der ESC abgesagt!!

    Ist jetzt kein Meisterwerk, aber der Song macht bei mir einfach nur gute Laune und wäre denke ich auch ins Finale gekommen, dort dann so ähnlich platziert wie in Tel Aviv.

  15. Gesang: Ihre Stimme ist schlecht, seine Stimme … naja ++ Ohrstöpsel! ++ Schlimmer geht immer ++ Gesangsunterricht ist wirklich was schönes
    Melodie: Heiter ++ Geht in alle Richtungen ++ Wie viele Komponisten dürften wie viele Noten liefern? ++ Nicht durchgehend
    Gesamt: Schwach ++ Keinen vollständigen Text ++ Lagerfeuer fehlt noch ++ Es sind sechs Demos aneinander geklebt
    Chancen: Netter Versuch ++ Null ++ Keine Vorhersage ++ Tschüß
    Optik: Sie wirken so jung, dass ich mich frage, ob sie schon arbeiten dürfen ++ Design macht Schaufensterpuppen ++ Fehlende Interaktion zwischen den Beiden ++ Nett ist keine Erfolgsgarantie

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