
Hier kommt der Sieger. Und zwar der Sieger in der Kategorie „Längster Titel eines ESC-Beitrags aller Zeiten“. Sage und schreiben 50 Anschläge hat „(nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi“, der Titel des estnischen Beitrags für den Eurovision Song Contest 2024. Vorgetragen wird der Song auf der Bühne in Malmö gleich von zwei Bands: 5MIINUST und Puuluup.
5MIINUST ist eine vierköpfige Hip-Hop-Band, die in der estnischen Musiklandschaft etabliert ist sowie zahlreiche kommerzielle Erfolge einfahren und auch schon einige Preise abräumen konnte. Die Bandmitglieder sind Kristjan Jakobson (Estoni Kohver), Mihkel Tamm (Päevakoer), Karl Kivastik (Põhja-Korea) und Priit Tomson (Lancelot). Sie stammen aus dem 500-Einwohner-Dorf Võsu.
Die Band Puuluup bilden die beiden Musiker Ramo Teder (Pastacas) und Marko Veisson. Bereits seit 2014 machen sie zusammen Nu-Folk, wobei vor allem die traditionelle Streichleier (Talharpa bzw. hiiu kannels) den Sound ihrer Musik bestimmt.
Für die estnische Vorentscheidung „Eesti Laul 2024“ haben sich die beiden Bands also als 5MIINUST x Puuluup zusammengeschlossen. Als Zweitplatzierte qualifizierten sie sich dank eines überragenden Ergebnisses im Zuschauervoting aus dem Halbfinale für das Finale. Auch dort schaffte die Kombo einen Erdrutschsieg beim Publikum – sowohl in der ersten Abstimmungsrunde als auch im Superfinale. Wenig überraschend wurde der Beitrag bereits während der Vorentscheidungsphase ein großer Hit in Estland.
Das Lied
Geschafft haben die sechs Musiker das mit dem Lied „(nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi“. Der Beitrag wurde von den beiden Bands gemeinsam geschrieben. Darüber hinaus war Kim Wennerström an der Komposition beteiligt.
Im Song werden HipHop-, Folklore- und Pop/Dance-Elemente verknüpft. Das Erkennungsmerkmal des Songs ist neben dem ungewöhnlichen Gesangsstil der einzelnen Mitglieder auch die oben bereits erwähnte Streichleier. Dabei handelt es sich um ein traditionelles Instrument, das seit Jahrhunderten im estnisch- und schwedischsprachigen Raum gespielt wird. Zusätzlich bietet die sechsköpfige Band eine sehr unterhaltsame Choreografie auf der Bühne, die sicher auch beim ESC 2024 mitreißen wird.
„(nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi“ wird komplett auf Estnisch auf die Bühne gebracht. Übersetzt bedeutet der Titel so viel wie „Wir wissen (wirklich) nichts über (diese) Drogen“, und die Idee dazu soll auf einer gemeinsamen Autofahrt von 5MIINUST-Mitglied Põhja-Korea und Puulupp-Mitglied Marko Veisson entstanden sein. Im Text versucht der Ich-Erzähler eine andere Person davon zu überzeugen, keine Drogen zu besitzen, weil er sich diese gar nicht leisten könne. Die erste Strophe lässt darauf schließen, dass die beschriebene Situation eine Polizeikontrolle darstellt. Text und Titel widersprechen sich hier, denn während im Text davon die Rede ist, dass sich keine Drogen in der Nähe befinden, weist der Titel darauf hin, dass zwar Drogen gefunden wurden, diese jedoch angeblich nicht dem Protagonisten gehören. Der Text bietet so letztendlich mehrere Interpretationsmöglichkeiten, die bis zum Schluss auch nicht aufgelöst werden. Er kann außerdem als Gesellschaftskritik gelesen werden, da vor allem der Gegensatz zwischen arm und reich immer wieder thematisiert wird.
Der Check:
Song: 2,5/5 Punkten
Stimme: 2,5/5 Punkten
Darbietung: 4/5 Punkten
Instant Appeal: 4,5/5 Punkten
Benny: Die Kombi finde ich immer noch super, aber der Beitrag nervt mich mittlerweile eher. Ich denke, dass Estland die Halle in Malmö abreißen wird, aber wohl eher nur ein einziges Mal. Trotzdem: Gute Farbe im Wettbewerb. 5 Punkte
Berenike: Ein Beitrag der Kategorie „Was zur Hölle ist das?“, bei dem man sich fragt: „Ist das jetzt auf gute oder schlechte Art und Weise durchgeknallt?“ Mittlerweile schwenkt mein Pendel zu „gut durchgeknallt“, und ich habe den Refrain immer öfter als Ohrwurm, ob ich will oder nicht. 6 Punkte.
Douze Points: Es gibt Spaßbeiträge und es gibt Spaßbeiträge. Hier finde ich einfach keinen Anknüpfungspunkt – weder musikalisch noch humoresk. Sympathisch sind sie. Und sie singen auf Landessprache. Das reicht für 4 Punkte.
Flo: Langweilig wird es mit Estland in diesem Jahr gewiss nicht – viel mehr Positives finde ich bei dem Track aber auch nicht. Einer der wenigen Songs, zu denen ich überhaupt keinen Zugang finde. Und gleichzeitig hat es durchaus etwas Mitreißendes und Originelles – abholen tut es mich aber dennoch nicht. 2 Punkte.
Manu: Auch Estland versucht es dieses Jahr mit einem spaßigen Beitrag – und das sogar, ohne unter meine persönliche rote Humorlinie zu gelangen, die beispielsweise die Finnen eingerannt haben. Und trotzdem zündet der Beitrag bei mir nicht richtig. Musikalisch interessant, immerhin in Landessprache und ein tatsächlich richtig guter Refrain können leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich den Humor nicht wirklich greifen kann, der Auftritt im Vorentscheid zu konfus war und rein musikalisch alles außerhalb des Refrains vergessenswert für mich ist. 6 Punkte
Max: Lässt mich etwas kalt und geht auch in diesem Jahr unter den ganzen Spaß-Beiträgen einfach unter. Ja ich verstehe, warum der estnische Beitrag einigen auch viel Freude bereitet und im eigenen Land gut ankommt, für mich waren jedoch bereits im Vorentscheid bessere Optionen dabei. Schade! 2 Punkte
Peter: Das estnische Aufgebot erinnert mich ein wenig an Pollapönk (Island 2014), aber noch schriller, chaotischer und im wahrsten Sinne des Wortes unaussprechlicher. Wenn die Inszenierung klappt, kann das mit den We-Are-The-Winners-Vibes Top Ten werden; die Mixtur aus Folklore, HipHop, Drum and Bass und Pop könnte beim Televoting zünden, und es ist auch sympathisch, dass die sechs Jungs mit voller euphorischer Rückendeckung aus dem Heimatland an den Start gehen. 5 Punkte
Rick: Nachdem mich Estland letztes Jahr noch mit musikalischer Belanglosigkeit langweilte, begeistert mich das baltische Land dieses Jahr umso mehr. Die estnische Sprache im Rap/Dance/Folklore-Bereich zu hören, ist etwas völlig Neues, zudem spricht mich der Sound und der Humor dieser chaotischen Truppe total an. Für mich außerdem die bessere Choreografie, wenn man es mit den Nummern vergleichen möchte, die eine ähnliche Stimmung verbreiten (aka Kroatien und Finnland). Wenn sie etwas mehr Struktur in die Performance bekommen, kann Estland überraschen. Ich feiere diesen ungewöhnlichen, mutigen, innovativen Beitrag auf alle Fälle. 12 Punkte
Gesamtpunkte: 42/96 Punkten
Wie schneidet der estnische Beitrag "(nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi" von 5MIINUST x Puuluup ab?
- Bleibt im Halbfinale hängen (24%, 149 Votes)
- Platz 16-20 (24%, 145 Votes)
- Platz 11-15 (19%, 118 Votes)
- Platz 21-26 (14%, 84 Votes)
- Platz 6-10 (13%, 79 Votes)
- Top 5 (6%, 35 Votes)
Total Voters: 610
Bisher erschienene Songchecks:
Erstes Halbfinale
(1) Kroatien: „Rim Tim Tagi Dim“ von Baby Lasagna
(2) Zypern: „Liar“ von Silia Kapsis
(3) Irland: „Doomsday Blue“ von Bambie Thug
(4) Litauen: „Luktelk“ von Silvester Belt
(5) Polen: „The Tower“ von LUNA
(6) Serbien: „Ramonda“ von Teya Dora
(7) Ukraine: „Teresa & Maria“ von alyona alyona & Jerry Heil
(8) Australien: „One Milkali (One Blood)“ von Electric Fields
(9) Aserbaidschan: „Özünlə Apar“ von FAHREE feat. Ilkin Dovlatov
(10) Finnland: „No Rules!“ von Windows95man
(11) Island: „Scared of Heights“ von Hera Björk
(12) Luxemburg: „Fighter“ von TALI
(13) Moldau: „In The Middle“ von Natalia Barbu
(14) Portugal: „Grito“ von iolanda
(15) Slowenien: „Veronika“ von Raiven
Zweites Halbfinale
(16) Albanien: „TiTAN“ von Besa
(17) Armenien: „Jako“ von LADANIVA
(18) Österreich: „We Will Rave“ von Kaleen
(19) Tschechien: „Pedestal“ von Aiko
(20) Dänemark: „Sand“ von SABA
(21) Griechenland: „ZARI“ von Marina Satti
(22) Malta: „Loop“ von Sarah Bonnici
(23) Schweiz: „The Code“ von Nemo
(24) Belgien: „Before The Party’s Over” von Mustii
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Mein Platz 26 von 37 (4/10), wenngleich es musikalisch und von den Gesangstechniken her definitiv eine 10/10 ist. Ist halt nur nicht meine Musik. Und ja, die Streichleier mag ich am wenigsten. Dennoch wunderbar dass die Esten dieses musikalische Prachtwerk als Sieger gewählt haben.
Tipp: 5. im zweiten Semi und 10. im Finale (verdient hätten sie Top 5) 🥰
der song soll gute laune machen und zum tanzen animieren – das ist ein unverbindliches angebot für alle! 🥳
daher bitte nicht so viel bedeutungsschwanger daherpalavern denn das führt zu nix.🤠
estland wird im finale richtig nach vorn klatschen oder im bockstarken semi 2 knapp ausscheiden – beides ist möglich.
ich habe mal ganz verwegen auf top5 getippt.💪🏽
meine mutter (dem schlager verfallen) wird nächsten monat 80 und sie findet das lied sehr schön und fing auch sofort an mit dem oberkörper zu wippen.
musik soll doch in erster linie freude bereiten und das wird hier manchmal vergessen.😀
Jo, schließe mich an! Der Song macht Spaß, ist etwas drchgeknallt und geht nach vorne! Ist in meiner persönlichen Top 10 dabei, fürchte aber, dass er vielleicht nicht ganz so weit vorne landen wird. Trotzdem habe ich mal 6-10 angegeben!
Wünsche ihnen viel Glück!
Ich bin ganz bei Rick! Für mich ist Estland mit Abstand der beste „Spaßbeitrag“.
Mir verbreitet dieses Lied mit dem ellenlangen Titel mit Gesundheit in der Mitte jedes Mal drei Minuten lang gute Laune und ich vergesse einfach die Welt für diesen einen Moment.
Live sind die auch klasse und ich bin mir sicher, dass sie nur nicht so gut abschneiden, da es in diesem Jahr leider viele „Spaßbeiträge“ gibt und Estland da das Nachsehen hat.
Ich bin mir trotzdem relativ sicher dass es fürs Finale reichen wird und dann bin ich schonmal zufrieden.
Ist mein 5. Platz, love it
Schön, dass die Esten das für den ESC auswählten, eine grelle Blüte für den Blumenstrauß in Malmö.
Aber ich vermute: kein Grand Finale für die Sechs.
Erst war mir der Song zu chaotisch, dann hab ich mich darauf eingelassen, mir die Live-Auftritte der PrePartys angesehen, und jetzt gefällt es mir richtig gut und begeistert mich. Schon wegen dem ewig langen Songtitel und dem ungewöhnlichen Bandnamen. Aber auch den Mix aus Rap Dance und Folk mag ich, und dass er komplett in estnisch ist.
Hoffe ja dass sie das Halbfinale überstehen und ins Finale kommen. Ich hab einfach mal Platz 11-15 getippt.
Am Anfang dachte ich, schrecklich nervig. Aber jetzt kommt der Song bei mir immer mehr in Fahrt. I love it.
Estland, kommt wahrscheinlich ins Finale. Aber wie bei so vielen Songs dieses Jahr, finde ich ihn schwer zum einschätzen. Könnte gut abschneiden, muss aber nicht. Erinnert mich leicht an Griechenland 2013 mit Alkohol is free und das wurde bekanntlich 6.
01.Kroatien🇭🇷
02.Litauen🇱🇹
03.Ukraine🇺🇦
04.Switzerland🇨🇭
05.Belgium🇧🇪
07.Österreich🇦🇹
11.Griechenland🇬🇷
12.Serbien🇷🇸
14.Dänemark🇩🇰
15.Slowenien🇸🇮
16.Portugal🇵🇹
18.Aserbaidschan🇦🇿
20.Armenien🇦🇲
22.Estland🇪🇪
23.Irland🇮🇪
24.Island🇮🇸
26.Polen🇵🇱
27.Australien🇦🇺
28.Malta🇲🇹
29.Zypern🇨🇾
31.Finnland🇫🇮
32.Albanien🇦🇱
33.Luxemburg🇱🇺
35.Tschechien🇨🇿
36.Moldova🇲🇩
Also mir gefällts, auch wenn der Song nicht gewinnen wird!
Ist ok, aber tendiere nur so zum Mittelfeld.
Wow, was ist denn gerade mit den Bloggern los? Bei der Schweiz konnte man gar nicht genug Punkte vergeben und jetzt bei musikalisch relevanteren Beiträgen wird man knauserig, pff… 😛
5Miinust beim ESC – wie geil ist das bitte?! Es gibt momentan keine populärere Band im kleinen Baltenstaat, das war wohl der Traum vieler. Und neben viel Spaß & Elan bringen sie zusätzlich noch estnische Folklore und ihre Sprache auf klassisch-estnischer humoristische Art dem europäischen Publikum näher. Auch wenn ich alter Ollie-Rockfan bin, so war das die logische Entscheidung. Sowohl der Refrain als auch der Tanz sind total eingängig und wird viele vor dem heimischen Fernseher zum Mitwippen animieren. Wird ins Finale fliegen, da wird es mit der starken Konkurrenz aus Kroatien aber nicht ganz so weit kommen, aber ein Mittelfeldplatz ist definitiv möglich. Ganz, ganz viel Erfolg, Eestimaa!
Prognose: Halbfinale 5/16 (80%) -> Finale 16-20
Meinung: Platz 5/37 (10 Punkte)
Mein Platz 24, 6/12…das ist wieder so ein Ding was Europaweit gut ankommt.Ich denke mit Grauen an „We are the winners“ zurück. Zu Beginn bin ich noch dabei, aber irgendwann nervt es doch.
Ein bisschen wundert es mich, dass bei dem estnischen Beitrag im Gegensatz zu Baby Lasagna keiner auf die Idee kommt Parallelen zum finnischen Song des Vorjahres zu ziehen. Ging es bei Käärijä noch um Alkohol, sind es bei 5MIINUST und Puuluup Drogen (von denen sie natürlich nichts wissen) Gegenstand des anarchisch wirkenden Songs. Der Liveauftritt war dann auch für meinen Geschmack ein bisschen zu chaotisch, dennoch ist es eine witzige Idee. Wenn die Jungs ihren Auftritt noch ein wenig aufräumen, kommt die Choreo besser zur Geltung und vielleicht verbessert sich so auch die Stimmleistung. Ich vergebe mal eine vorsichtige 6,5/10
das zweite Semi füllt sich langsam:
2. Halbfinale
1. Schweiz 10/10
4. Belgien 8/10
5. Griechenland 7,5/10
6. Estland 6,5/10
7. Armenien 6,5/10
10. Dänemark 6/10
11. Albanien 5,5/10
13. Tschechien 4,5/10
14. Österreich 4/10
16. Malta 2,5/10
Gesamt:
1. Schweiz 10/10
4. Litauen 9/10
6. Ukraine 8,5/10
7. Luxemburg 8,5/10
8. Belgien 8/10
9. Portugal 8/10
10. Slowenien
12. Irland 7,5/10
13. Griechenland 7,5/10
15. Polen 7/10
16. Kroatien 7/10
18. Serbien 7/10
19. Estland 6,5/10
20. Aserbaidschan 6,5/10
21. Armenien 6,5/10
25. Australien 6/10
26. Dänemark 6/10
27. Albanien 5,5/10
28. Zypern 5,5/10
31. Tschechien 4,5/10
32. Moldau 4,5/10
33. Österreich 4/10
35. Island 3,5/10
36. Malta 2,5/10
37. Finnland 1/10
Meine Einschätzung für Malmö: vielleicht sind ein paar schräge Beiträge zu viel in diesem Semi, das könnte das Weiterkommen verhindern. Aber es reicht möglicherweise auch schon, wenn neben dem zu erwartenden Punkteregen aus Lettland und Dänemark ein paar hintere Top 10-Plätze in den anderen abstimmenden Ländern herauskommen. Dennoch für mich ein Borderliner. Kommt der Song ins Finale belegt er einen Platz im hinteren Mittelfeld.
Der Sampler ist ja seit Freitag draußen, die MP3s habe ich sogar schon seit Dienstag und höre sie seitdem in Dauerschleife und in der Sampler-Reihenfolge. Estland kommt da direkt vor Finnland. Beim direkten Vergleich sieht / hört man erstmal so richtig, wie gut der estnische Beitrag ist und wie unerträglich billig der finnische. Estland steigt und steigt bei mir, während Finnland fällt wie ein Stein. Also, noch weiter als eh schon.