ESC-Songcheck kompakt (31) – Finnland: „Looking Back“ von Aksel

Das finnische Fernsehen YLE entschied sich in diesem Jahr nach einer Zuschauerbefragung für eine Rückkehr zum „alten“ Auswahlverfahren des Uuden Musiikin Kilpailu (UMK). Nachdem zuletzt für einen vorher festgelegten Künstler das passende Lied gefunden werden sollte, traten heuer sechs vollständige Acts gegeneinander an.

Die Vorentscheidungbeiträge wurde einzeln veröffentlicht. Schnell kristallisierte sich dabei Erika Vikman mit ihrem Song „Cicciolina“ als Fanfavoritin heraus. Beim Vorentscheid selbst, der am 7. März in einem Fernsehstudio in Tampere ausgetragen wurde, holte sie sich auch die meisten Zuschauerstimmen. Allerdings war ihr Vorsprung vor Aksel Kankaanranta sehr knapp, so dass er Dank der meisten Punkten von den internationalen Jurys als Sieger durchs Ziel ging.

Aksel Kankaanranta wurde 1998 im finnischen Turko geboren. Mit sechs Jahren begann er mit Geigenunterricht, wechselte aber später zur Gitarre. Seinen Durchbruch hatte er 2017, als er bei The Voice of Finland Zweiter wurde. Seine anschließende Zusammenarbeit mit dem Rapper Pyhimys führte ihn an die Spitze der finnischen Charts. Mittlerweile steht auch schon fest, dass sich Aksel im nächsten Jahr wieder um die Teilnahme am finnischen Vorentscheid UMK bewerben wird.

Der Song 

„Looking Back“ ist eine modern instrumentierte Ballade, die mit sphärischen Elementen versehen ist. Durch die introvertierte Vortragsweise des Interpreten wirkt sie zurückhaltender als sie eigentlich ist. Der Titel wurde von Joonas Angeria, Whitney Phillips, Connor McDonough, Riley McDonough und Toby McDonough geschrieben. Passend zur finnischen Seele handelt das Lied von Wehmütigkeit, Liebe und dem Gefühl der Unzulänglichkeit.

Der Check

Song: 3/5 Punkte
Stimme: 4/5 Punkte
Instant-Appeal: 2/5 Punkte
Optik: 2/5 Punkte

Benny: Die finnische Vorentscheidung war wieder ein Paradebeispiel dafür, dass (vor allem internationale) Jurys nun wirklich kein Mensch braucht (Das schreibe ich übrigens, obwohl ich gar kein großer Fan von „Cicciolina“ war). So herzallerliebst ich den schüchternen Aksel finde, mit seiner Ausstrahlung und dem unauffälligen Song, wäre er sicherlich im Semi hängengeblieben. Daran ändert auch nichts, dass sich der Song (in der Studioversion) mir ganz persönlich mittlerweile ins Herz gespielt hat. 7 Punkte.

Berenike: „Looking Back“ habe ich beim ersten Anhören vollkommen unterschätzt. Und irgendwann lief es in meiner ESC-Playlist und ich dachte mir „Oh, das klingt ja gut, welches Land ist das?“. Ja, Balladen gibt es viele in diesem Jahr, Elektro-Balladen aber weniger. Es gefällt mir gerade, weil es so zurückgenommen ist und nicht von Herumschreien oder Streichern pathetisch überladen wird. Für den Großteil der Fans ist das sicher viel zu langweilig, aber ich verliere mein Herz gerne an diese ruhig-ehrlichen Semifinal-Hängenbleiber. 10 Punkte.

Douze Points: Es gibt ja jedes Jahr ein paar Beiträge, bei denen mir erst im Laufe des Refrains einfällt, welcher Song das ist. So geht es mir auch bei „Looking Back“. Dann freue ich mich aber wieder und genieße das Lied und den Gesang. Nur um es danach sofort wieder zu vergessen. Dennoch gute 7 Punkte.

Florian: „Looking Back“ ist eine gut arrangierte Ballade, die Aksels Stimme strahlen lässt. Was langsam anfängt, geht im Refrain erst richtig auf. Gleichzeitig wirkt dieser Song unter all den Balladen des Jahrgangs etwas blass und steht zudem unter der ewigen Prämisse, Erika Vikman mit „Cicciolina“ um ihren ESC-Moment bestohlen zu haben. Für den Song von mir 5 Punkte.

Manu: Gab es schon mal jemanden, der so schüchtern ist, der am ESC-Zirkus teilgenommen hat? Ich kann es mir kaum vorstellen. Auf der Bühne kreiert Aksel damit allerdings eine sehr intime Atmosphäre: in sich gekehrt mit geschlossenen Augen singt er mit sehr angenehmer schönen Stimme von Momenten die wir erst zu schätzen wissen, wenn wir sie vorbei sind. Ich mag das in seiner unaufdringlichen Art und kann mir vorstellen, dass das vor allem bei den Jurys gut angekommen wäre: 6 Punkte.

Max: Die spinnen die Finnen! Wir wissen alle, was im finnischen Vorentscheid lauerte, und dann schicken die diese dahinplätschernde Nummer ins Rennen.. Sicher ist „Looking Back“ keine schlechter Song, aber den Finnen ging es schon immer besser beim ESC, wenn sie sich was getraut haben. Mich lässt der Beitrag ziemlich kalt – 3 Punkte gibt es dennoch.

Peter: Auf „Looking Back“ muss man sich einlassen, der Song gewinnt, desto häufiger man ihn hört. Zumeist ist es ja eher umgekehrt. Und Aksel präsentiert „Looking Back“ souverän. Mit dem Finale wäre es aber eher nichts geworden, dafür fehlt der Instant Appeal und der Wettbewerb ist zu stark. Ich bin auch kein Fan davon, zurückzuschauen, worauf der Songtext fokussiert. 7 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 45/84 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „Looking Back“ auf Platz 29 von 41.

Wie hätte der finnische Beitrag "Looking Back" von Aksel abgeschnitten?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis

(1) Australien: „Don’t Break Me“ von Montaigne
(2) Irland: „Story Of My Life“ von Lesley Roy
(3) Litauen: „On Fire“ von THE ROOP
(4) Nordmazedonien: „You“ von Vasil
(5) Russland: „UNO“ von Little Big
(6) Schweden: „Move“ von The Mamas
(7) Slowenien: „Voda“ von Ana Soklič
(8) Weißrussland: „Da Vidna“ von VAL

Zweite Hälfte des ersten Semis

(9) Aserbaidschan: „Cleopatra“ von Efendi
(10) Belgien: „Release Me“ von Hooverphonic
(11) Israel: „Feker Libi“ von Eden Alene
(12) Kroatien: „Divlji Vjetre“ von Damir Kedžo
(13) Malta: „All Of My Love“ von Destiny
(14) Norwegen: „Attention“ von Ulrikke
(15) Rumänien: „Alcohol You“ von Roxen
(16) Ukraine: „Solovey“ von Go_A
(17) Zypern: „Running“ von Sandro

Erste Hälfte des zweiten Semis

(18) Estland: „What Love Is“ von Uku Suviste
(19) Griechenland: „SUPERG!RL“ von Stefania
(20) Island: „Think About Things“ von Daði Freyr
(21) Moldau: „Prison“ von Natalia Gordienko
(22) Österreich: „Alive“ von Vincent Bueno
(23) Polen: „Empires“ von Alicja
(24) San Marino: „FREAKY!“ von Senhit
(25) Serbien: „Hasta La Vista“ von Hurricane
(26) Tschechien: „Kemama“ von Benny Cristo

Zweite Hälfte des zweiten Semis

(27) Albanien: „Fall From The Sky“ von Arilena Ara
(28) Armenien: „Chains On You“ von Athena Manoukian
(29) Bulgarien: „Tears Getting Sober“ von VICTORIA
(30) Dänemark: „YES“ von Ben & Tan


43 Kommentare

  1. Aksel ist mir ausgesprochen sympathisch. Aber der Song plätschert irgendwie an mir vorbei. Er bleibt einfach nicht hängen. Deshalb habe ich mal getippt, dass er das Halbfinale nicht überstanden hätte.
    Wobei ich rein nach dem akustischen Eindruck gegangen bin, möglich, dass der Song durch Aksels Ausstrahlung gewonnen hätte, und er ins Finale gekommen wäre.
    Ich finde es auf jeden Fall ganz toll, dass sich Aksel nächstes Jahr noch einmal der finnischen VE stellen möchte.

    • Ich muss mich selbst korrigieren: Aksel hätte es sicher ins Finale geschafft, was aber wohl hauptsächlich an seiner angenehmen zurückgenommenen Ausstrahlung liegt (und an der zweifelsohne guten Stimme). Sehr schade, dass der Song klingt, wie schon 1000mal gehört, halt ohne Wieder-
      erkennungswert.

      Auch ich war sehr enttäuscht darüber, dass es Erika nicht ins Finale geschafft hat, das Lied wäre ein hübscher Farbtupfer geworden. Höre ich immer noch sehr gerne. Ich muss aber zugeben, dass ich den VE-Auftritt jetzt nicht mehr im Kopf habe.

  2. Ich habe das Gefühl im zweiten Halbfinale nun schon öfter als 8 mal auf „scheidet im Halbfinale aus“ geklickt zu haben…😂

  3. Da bin wirklich dankbar, wenn ich etwas ohne langes Überlegen glauben kann. Und das nehm‘ ich ihm ab, dem Aksel. Deshalb ist dieser kleine, unscheinbare Beitrag jedenfalls in meinem persönlichen Finale. Die große, scheinbare Inszenierung bläst den Vortrag in meinen Augen unnötig auf.
    Hätte man Aksel das Lautmalen mit den Fingern erlaubt, das er sonst so gerne macht, es wären ein paar schiefe Töne vermeidbar gewesen. Auch Joe Cocker hätte beim Stillhalten falsch gesungen, aber erklär‘ das mal den medialen Gleichmachern. Die nivellieren uns noch alle bis zur Unkenntlichkeit.

  4. Nach der finnischen VE konnte ich ein bisschen nachvollziehen, wie sich der eine oder andere Aly-Ryan-Fan nach dem Sieg von „Sister“ gefühlt haben könnte, denn ich war und bin ein großer Fan von „Cicciolina“.

    Natürlich ist „Looking back“ bei weitem nicht so schön wie „Sister“, aber fairerweise muss ich zugeben, dass seine Darbietung zumindest gesangstechnisch überzeugender war als die von Erika Vikman. Außerdem war er ja im Televote nur ganz knapp geschlagen, deshalb finde ich das Argument, dass er seinen Sieg nur der Jury zu verdanken habe, nicht akzektabel. Außerdem ist mir Aksels Schüchternheit sehr sympathisch.

    Das Lied an sich ist nicht schlecht, reißt mich aber auch nicht gerade mit.

    5 Punkte (von 12)

  5. Der schüchterne Cicciolina-Killer von nebenan… ein unfassbarer Fehlgriff. Das Lied ist wirklich nur eine freundliche Einschlafhilfe und weiter nix.

  6. Ich fühle mich ins Jahr 2000 zurückversetzt . Shit happens again… damals verlor die grandiose Anna Eriksson gegen die ultralangweilige Nina Astrom .. Während Anna Eriksson sicher eine Top5 plazierung erhalten hätte wählte die Jury das nichtsagende Übel .. Genauso dieses Jahr 20 jahre später passiert es wieder ..wirklich schade ich Hoffe Erika Vikman kommt 2021 mit einem noch stärkeren Titel zurück …. Der Song von Aksel ist in meinem Ranking 32/41 aber nur weil es noch schlimmere Titel gibt 4/10 P wohlwollend

  7. Aksel hatte den nachteil, am mello-wochenende gewählt zu werden und daher in der blase es nur eine schlagzeile gab: tschitschiolina NICHT gewählt.
    Ich find den song schön und er wäre neben top-favorit tom leeb aussichtsreichster kandidat auf das schwarze rössl gewesen.

  8. Vorab: ich bin auch „Cicciolina“-Fan. Fand ich beim ersten Anhören grandios und hatte beim Ansehen dann einen WTF-Moment. Wenn Erika das so beim ESC gemacht hätte, wäre sie so krachend im Semi gescheitert mit 0,0 Jurypunkten wie vor ihr noch nie jemand krachend gescheitert ist.

    Ich bin aber auch „Looking Back“-Fan. Fand ich auch schon beim ersten Anhören toll. Und ich bin dezent fassungslos über Argumente wie „Wäre im Semi hängengeblieben, weil der ja keine Ausstrahlung hat“. Doch, die hat er. Er sieht halt nicht aus wie ein Top-Model. Aber so oberflächlich wollen wir ja wohl nicht sein, hm?

    Das wäre locker ins Finale gekommen und wäre dort mindestens Top10 gegangen, wenn nicht sogar noch höher.

    Das Geile ist: ihr könnt mir niemals das Gegenteil beweisen. 😀

    • @Andi

      Tja, andererseits wirst du niemals den Beweis liefern können dass es der Song wirklich ins Finale, geschweige denn in die Top 10 gekommen wäre. 😉

    • Stimme 100% zu.
      Erika hats echt selbst verbockt mit dem Auftritt im Vorentscheid.

      Und bei Aksels „Looking back“ sehe ich jedesmal erneut die Ähnlichkeiten zu Michael Schultes YLMWA.
      Sehr berührend vorgetragen von einer der besten Stimmen im Teilnehmerfeld.
      Das wäre sowohl bei den Jurys als auch im Televote in den Top10 gewesen.

  9. Nah, Finnland musste man dieses Jajr auf dem Zettel haben, zumindest fürs Finale. Die meisten Zuschauer haben keine Verbindung zu anderen Liedern der VEs und sind unvoreingenommener. Ich bin mir sicher, dass es fürs Finale gereicht hätte, dort fürs Mittelfeld. Für mich in der Top 10.

  10. Nachdem der Ärger über das Scheitern von ‚Cicciolina‘ verflogen war und ich das Lied mit vorurteilsfreien Ohren anhören konnte, habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass sich dieser vermeintliche Langweiler in meine Top 10 geschmuggelt hat. Das Lied ist erfrischend geradeheraus und schnörkellos, und Aksel ist einer der besten Sänger des Jahrgangs.

  11. Ich glaub Finnland hätte extrem gut abgeschnitten.
    Das Lied ist nicht schlecht!
    Glaube das Wäre wie Österreich 2018 und Nordmazedonien 2019 bei der Jury weit vorne dabei.

  12. Das mochte ich auf Anhieb und hab mich sehr gefreut, dass das gewonnen hat. Erika Vikman war mir einen Ticken „zu drüber“. Aber so sindse halt nunmal, die Geschmäcker 🙂 Seit dem Semi-Aus von „Black Bird“ würde ich bei Finnland auf gar nichts mehr wetten. Vom Staging her muss ich bei Aksel an Michael Schulte denken, vom Typ her an Acts wie Axel Hirsoux und Carl Espen: Wuchtige Männer, zarte Stimmen. 🙂

  13. Mir geht es fast genau wie Douze Points – ich erkenne das Lied meist nicht sofort wieder, dann gefällt es mir beim Hören ziemlich gut … und dann vergesse ich es schnell wieder. Im Grunde mag ich solche schnörkellosen, ehrlich Balladen – jedenfalls weitaus mehr als die Disney-/Schrei-/Vokalakrobatik-Variante. Ihr Abschneiden finde ich aber extrem schwer vorherzusagen. Ausstrahlung und Stimme sind vorhanden, aber reine Optik-Punkte hätte Aksel vermutlich nicht in Massen angezogen. Tja, wir werden es nie erfahren.

  14. Finnland gehört neben ein paar anderen Titeln zu den unterschätzten Songs dieses Jahres. ESC Voter sind mitnichten am Puls der Zeit. Leute es ist ein TV Event. Und das bedeutet das durchschnittliche Alter der Zuschauer liegt deutlich oberhalb der aktuellen Musikkonsumenten. Besonders in diesem Jahr fällt mir sehr stark auf das einige Titel sehr in den Himmel gelobt werden die beim ESC eher eine Bauchlandung erlebt hätten und andere weil eher altmodisch total negativ Beurteilt werden. Wir werden es nie erfahren…..Für mich wäre dieses Jahr ein sehr schwacher Jahrgang geworden mit keinem wirklich überragendem Siegertitel. Wobei mein Herz absolut für Dadi geschlagen hat. Schade um die echt gelungene Popnummer.

  15. Solche Lieder und solche Sänger sind ja der Grund dafür, warum der ESC bei der breiten Öffentlichkeit in Verruf geraten ist, Das Lied hätte schon vor 50 Jahren als altmodisch gegolten.

    Und erst der Sänger: hat eine Austrahlung wie ein aufgeputzer Zeugen Jehova- Vertreter, der den „Wachturm“ in einer U-Bahn Passage anbieten muß.

    Schrecklich.

  16. Auch wenn es hat klingt, aber Wandfarbe beim Trocknen zuzuschauen ist um einiges interessanter als dieser Beitrag!!

    Ich bin ja nun wirklich kein Cicciolina-Jünger, aber der Song wäre zumindest ein interessanter Farbtupfer in Rotterdam gewesen. Diese 0815-Ballde allerdings kommt über drei Minuten nicht aus dem Quark und wenn ich während der Song läuft mehrmals auf die Uhr schaue um zu wissen wie lange es noch dauert dann spricht dass jetzt nicht gerade für den Song!! 🙁

    Wäre denke ich im Semi hängen geblieben.

  17. Aksel ist ein sympathischer und schüchterner Typ, damit fällt er zwischen den Schönlingen und aufgemotzten Damen schon mal auf. Viel wichtiger ist aber seine sehr angenehme Stimme und der wirklich schöne Song. Das mag jetzt wieder für viele lahm, altbacken und langweilig wirken – bei mir ist es genau das Gegenteil, ich höre „looking back“ total gerne!

  18. Ist es ethisch und moralisch vertretbar, den Song richtig gut zu finden, sich aber Tom Leeb als Interpreten zu wünschen? Asking for a friend..

  19. @Thomas 2000
    Der ESC war seit ich ihn kenne nie auf der Höhe der Zeit. Und das ist seit 1978. Aber in echten Verruf geraten ist er nie. Er war schon immer Kult und die Menschen liebten schon immer die Idee das Europa an einem Abend im Jahr IHR Lied suchen. Es ist Kult, Kitsch, Party und einfache Unterhaltung in Reinkultur

  20. Ich hab mich damals sehr gefreut, als mit Aksel mein Favorit beim UMK gewonnen hat. Der Song ist einfach total schön und überhaupt nicht altbacken, sondern ganz im Gegenteil eine sehr zeitgemäße Ballade. Dazu der kluge Text und die tolle Stimme. Vielleicht könnte er ein klein bisschen mehr aus sich herauskommen, aber ansonsten alles super. In dem Semi wäre er garantiert mindestens durch die Jury weitergekommen, aber auch insgesamt nicht chancenlos.

    Platz 12 von 41

  21. Eben in der Sitzung meinte eine Kommilitonin zu mir, dass es absolut schade war, dass „Cicciolina“ im finnischen Vorentscheid verloren habe. Sie hat mir noch erzählt, dass Erika zusammen mit ihrem Lebensabschnittsgefährten durch jede finnische Boulevardzeitschriften geistern würden, das sei ihr in Finnland aufgefallen. Unrecht hat sie ja nicht, schließlich ich das wohl das finnische Wendler-Paar. Sie ist 27 – er 77 (!). 😉 Wo die skandalträchtige Liebe so hinfällt – was sie in ihrer Rolle nur unterstreicht. 😀

    Aber man soll ja nicht über das reden, was nicht ist, sondern über das, was ist. Und schon nach Erikas völlig überladenen (und deswegen umso besseren) Darbietung kam Aksel an die Reihe, und bei seiner Präsentation des Liedes war ich mir recht sicher, dass das ein enges Rennen werden könnte. Der Kontrast konnte ja auch kaum größer sein. Aksel hat das wirklich souverän vorgetragen und die Show drum herum hat das perfekt unterstrichen. Von da an hat mir der Song auch gefallen, es ist ein wirklich solider Song. Das größte Problem bei Finnlands Beitrag sehe ich aber bei Aksel – er singt es, als ob es eine Ballade wäre. Aber gerade am Ende ist sie das nicht wirklich. Und das zieht den Beitrag leider etwas runter. Ansonsten hätte das ein Überraschungsei werden können. Ich bin mir überhaupt nicht sicher, wie weit Aksel gekommen wäre. Im Halbfinale rausgeflogen? Doch knapp ins Finale gekommen? Oder wäre es ein Durchmarsch auf die vorderen zehn Plätze gewesen? Schwierig.

    Prognose: Halbfinale 9/18 (60%), Finale 16-20 (+Jury; -Televoting)
    Meinung: Platz 23/41 (6 Punkte)

  22. Gesang: Angenehme, ausbaufähige Stimme ++ Heiser ++ Braucht noch ein Fass Wodka ++ Aufguss in der Sauna tut es auch
    Melodie: Flach ++ Herzmonitor ++ Für eine Meeresszene im Film ++ So klingt es, wenn man schwitzt
    Gesamt: Staumusik ++ Unsicher ++ Bühne könnte zu groß sein ++ Wir spielen besser
    Chancen: Finale ++ Finale ++ Gut ++ Gehört ins Finale
    Optik: Wie ein Statist ++ Schnurrbart entfernen und zum Friseur ++ Nett und altmodisch ++ Kein Typ, mit dem man Politik thematisieren sollte

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